Gelsenkirchen - Eberl: „Der Ball war heute ein Freund der Schalker“

Eberl: „Der Ball war heute ein Freund der Schalker“

Von: Andreas Morbach
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Der Moment, der das Spiel kippen lässt: Gladbachs Offensivspieler Ibrahima Traoré attackiert Schalke-Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting. Für Schiedsrichter Sascha Stegemann ein Strafstoß. Foto: imago/Team 2

Gelsenkirchen. Christoph Kramer wollte gar nicht aufhören, sich am linken Oberschenkel zu kratzen. Zwischendurch rieb Gladbachs Mittelfeldspieler verlegen seine Wange, schwenkte seine rote Wasserflasche unkontrolliert durch die Gegend. Der 25-Jährige war noch etwas verstört über das 0:4 auf Schalke – bei dem Team, das zuvor alle fünf Spiele in der Liga verloren hatte.

Mit dem klaren Erfolg krabbelten die Königsblauen vom letzten Platz auf den Relegationsrang. Und für die Borussia lag zwischen dem Möglichen und Faktischen fast das halbe Tableau.

„Wir hätten Zweiter werden können und sind jetzt Neunter. Das ist beim Start in die Länderspielpause schon ein anderes Gefühl – wir sind nicht so glücklich wie wir hätten sein können“, bekannte Kramer. Nach einer trübseligen ersten Hälfte brachte ein umstrittener Strafstoß die Gastgeber auf die Gewinnerstraße – unterstützt von vorübergehend konfusen Gladbachern. „Nach dem 0:1 wollten wir zu schnell zu viel – eben, weil wir diesen Platz zwei im Kopf hatten“, bemängelte Kramer. Sportdirektor Max Eberl sah die Sache so: „Schalke war in den ersten fünf Spielen nicht schlechter als die Gegner, und heute nicht vier Tore besser als wir. Oder um es ganz platt zusagen – der Ball war heute ein Freund der Schalker.“

Beide Mannschaften waren unter der Woche international im Einsatz gewesen – wobei im Team von André Schubert rasch ersichtlich wurde, was schon beim 1:2 gegen Barcelona nicht zu übersehen war: Die kreative Lücke, die durch den Ausfall des Brasilianers Raffael entstand, vermochten die Borussen nicht adäquat zu füllen.

Beim Gegner stand derweil Sicherheitsdenken ganz hoch im Kurs, die etwas angestrengten Offensivbemühungen der Blau-Weißen endeten mit einem halbherzigen Heber von Leon Goretzka, einem kümmerlichen Flachschuss von Alessandro Schöpf – oder der Unfähigkeit, vereinzelte Schnitzer des Gegners zu bestrafen. So leistete sich Borussias Angreifer André Hahn in der 38. Minute einen schlimmen Fehlpass in der eigenen Hälfte, mit dem Goretzka allerdings nichts anzufangen wusste.

Die Gladbacher Dreierkette, aus der Andreas Christensen an die Seite von Kramer ins defensive Mittelfeld rutschte, war selten gefordert. So plätscherte die Partie dahin wie eine Party schüchterner Teenager. Vier Minuten vor der Pause eröffnete sich den Fohlen aber plötzlich die Gelegenheit zur Führung: S04-Keeper Ralf Fährmann unterlief einen Eckstoß von Ibrahima Traoré, den Kopfball des freistehenden Yannik Vestergaard konnte Schöpf jedoch auf der Linie klären.

Schubert missfiel das verhaltene Auftreten seines Teams offenkundig: Zur zweiten Halbzeit wechselte Gladbachs Trainer offensiv, brachte Lars Stindl für Vestergaard, für den Christensen an seinen Stammplatz im Abwehrzentrum rückte. Borussia kam nun gut ins Spiel, mit einem schmeichelhaften Elfmeterpfiff half Referee Sascha Stegemann den Königsblauen aber schließlich auf die Beine: Traoré hatte Eric Maxim Choupo-Moting im Strafraum touchiert, Choupo-Moting selbst verwandelte sicher zum 1:0 (52.). Und die Hausherren schüttelten nun nach und nach alle Hemmungen ab.

Defensive außer Rand und Band

Vier Minuten nach dem ersten folgte der zweite Gelsenkirchener Treffer, als der bis dato etwas unglückliche Neuzugang Breel Embolo die gezielte Vorarbeit von Sead Kolasinac zu seinem ersten Liga-Treffer für den Revierklub vergoldete. Borussias Defensive war nun außer Rand und Band, nur zwei Minuten später erhöhte Goretzka – nachdem Torwart Yann Sommer zunächst Choupo-Motings Schuss pariert hatte – auf 3:0.

Eine Viertelstunde vor Schluss rauschte Hahn für Gladbach knapp am Ehrentreffer vorbei – ehe Tor Nummer vier durch Embolo fiel.

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