München - Die Spaßbremsen vom Niederrhein

Die Spaßbremsen vom Niederrhein

Von: Maik Rosner
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Schuss ins Glück: Gladbachs André Hahn (links) trifft gegen Bayerns Medhi Benatia zum 1:1. Foto: imago/photoarena/Eisenhuth

München. André Hahn setzte ein verschmitztes Grinsen auf. „Wir wollten hier nicht Spalier für die Bayern stehen, dann ihnen schon lieber die Feier versauen“, sagte der 25-Jährige. Dass ihm und seinen Kollegen von Borussia Mönchengladbach dieses in Wahrheit doch eher nachrangige Ansinnen gelungen war, lag vor allem an Hahns Tor in der 72. Minute.

Der eingewechselte Lars Stindl hatte einen Pass hübsch durchgesteckt auf Hahn, und der Offensivspieler schoss flach ein zum verdienten 1:1-Endstand, nachdem Thomas Müller den FC Bayern früh in Führung gebracht hatte (6.). Die Münchner müssen also noch ein bisschen warten auf das Novum im deutschen Fußball, auf ihren vierten Meistertitel in Folge. Mindestens bis zum Spiel am kommenden Samstag beim FC Ingolstadt.

Es passte ganz gut ins Bild der jüngsten Vergleiche, dass die Borussia die Meisterparty verhindert hatte. Das vierte Spiel in Folge gegen den FC Bayern war es ja nun gewesen, das der VfL als erfolgreich verbuchen konnte. Wie in der Vorsaison, als einem 0:0 zu Hause ein 2:0-Sieg in München folgte, sind auch in dieser Spielzeit vier Punkte aus den beiden Partien in Hin- und Rückrunde zusammengekommen. Im Dezember hatte die Mannschaft von Trainer André Schubert beim 3:1 ja für die erste von bisher insgesamt nur zwei Saisonniederlagen des Meisters gesorgt.

Und auch diesmal, befand Granit Xhaka, „hätten wir vielleicht sogar mehr mitnehmen können“. Widersprechen, dass der nächste Bonuspunkt „hochverdient“ erreicht wurde, wollte dem Mittelfeldspieler niemand. Zumal, wie der Schweizer ja richtig herausstellte, die Borussia nach dem frühen Rückstand nicht so unterwürfig wie manch anderer Arenagast reagierte, sondern mit Renitenz und anspruchsvollen Mitteln. „Wir haben nicht angefangen zu bolzen, sondern Fußball gespielt“, sagte Xhaka stolz.

Was das etwas überraschende Unentschieden in München noch wert sein wird, darüber kann die Mannschaft nun ganz allein entscheiden. Denn als Tabellenvierter zieht sie ja nun in die letzten beiden Saisonspiele gegen Bayer Leverkusen und bei Aufsteiger Darmstadt 98. Gewinnt Schuberts Team beide Spiele, ist die Startberechtigung für die Qualifikation zur Champions League ganz sicher. 13 Tore beträgt ja der Vorsprung auf den punktgleichen Tabellenfünften Hertha BSC. „Es gibt viel zu holen in den beiden Spielen, aber auch viel zu verlieren“, sagte Torwart Yann Sommer.

Dass die Borussen überhaupt wieder an der Schwelle zu Europas schickster Bühne im Vereinsfußball stehen, muss auch für sie durchaus ein bisschen verblüffend daherkommen. Denn angefangen hatte die Saison ja mit einer seltsamen Serie von insgesamt sechs Niederlagen in der Liga und Champions League, weshalb Trainer Lucien Favre am 20. September fluchtartig in die Schweizer Berge entschwand und Schubert übernahm. Nun hat die Borussia die Teilnahme an der Europa League bereits sicher. Allein diesen internationalen Wettbewerb erreicht zu haben, sei „schön“, sagte Sommer, „die Mannschaft hat sich das verdient“.

Doch natürlich wollen sie noch mehr, und der nach langer Verletzungspause mittlerweile wieder voll integrierte Hahn hofft, seinen Kollegen weitere wertvolle Dienste erweisen zu können. „Den kleinen Lauf, den ich derzeit habe, möchte ich nutzen“, sagte er nach seinem Saisontor Nummer fünf. Drei davon hat er nach seinem Comeback im April erzielt, und das Tor in München war eindeutig das wertvollste, so sah es auch der Schütze selbst. „Wir brauchten unbedingt diesen Punkt“, sagte er. Um selbst über die erneute Teilnahme an der Champions League bestimmen zu können.

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