Mönchengladbach - Die ManCity-Stars sollen Granit Xhaka kennenlernen

Die ManCity-Stars sollen Granit Xhaka kennenlernen

Von: Bernd Schneiders
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pelligrini de bruyne
Müssen sich der wiedererstarkten Borussia stellen: Manchesters Trainer Manuel Pellegrini (l.) und der Ex-Wolfsburger Kevin de Bruyne. Foto: Marius Becker/dpa

Mönchengladbach. Zum neuen Spekulationsobjekt vom FC Augsburg, Markus Weinzierl, wurde André Schubert nicht gefragt. Womöglich war das auch gut so. Denn Borussia Mönchengladbachs immer noch Interimstrainer schien die Pressekonferenz für das am Mittwoch anstehende Champions-League-Spiel daheim gegen Manchester City sehr zu genießen.

Zumindest spiegelte die Miene des als U 23-Coach verpflichteten Fußballtrainers eine Mischung aus Amüsement und Glückseligkeit wider – wenig überraschend nach zwei Siegen unter seiner Verantwortung.

Aber auch so hatte der 44-Jährige etwas zum Thema Trainer zu sagen, was auf den öffentlichen Hype um die Verpflichtung eines Favre-Nachfolgers dämpfend wirken könnte: „Spiele werden durch die Qualität der Spieler entschieden, nicht durch die Qualität des Trainers.“

Den Beweis können beide Teams ab 20.45 Uhr im Borussia-Park antreten. Und selbst nach einem, was den finanziellen Hintergrund angeht, sensationell einzustufenden Sieg des Bundesligisten würde Sportdirektor Max Eberl kaum auf die Idee kommen, die Einschätzung seines Untergebenen auf die Spitze zu treiben und die Trainerbank Mittwochabend unbesetzt zu lassen.

Sehr frei nach dem Motto: Die Spieler werden es schon richten! Wohl aber hat sich die psychologische Situation der Gladbacher im Vergleich zum Auftaktspiel beim FC Sevilla gewaltig geändert. In die 0:3-Klatsche stolperte die Favre-Elf im Bewusstsein von vier Niederlagen am Stück. Die detailversessene Trainingsarbeit von Lucien Favre war obendrein nicht dazu angebracht, verlorenes Selbstbewusstsein zurückzufinden.

Im Gegenteil, das stete Messen am Ideal des Schweizers war in der psychologischen Talsohle eher kontraproduktiv. Schuberts bestärkender Ansatz ist – keiner weiß wie lange – wirkungsvoller als das Kleinreden Favres. „Ich habe den Spielern gesagt: Ihr habt die Champions-League-Teilnahme nicht auf dem Jahrmarkt gewonnen. Ihr habt sie euch verdient“, erzählt der Mann, der an der Universität Kassel Sport und Germanistik studiert hat. Seine Quintessenz: „Also haben wir Qualität.“

Einer, der solch brustschwellende Einflüsterungen wohl am wenigsten nötig hat, formuliert das neue Selbstbewusstsein als Kampfansage: „Vielleicht wird ManCity uns unterschätzen. Ich weiß nicht, ob die überhaupt Spieler von uns kennen. Aber das werden sie am Mittwoch zu spüren bekommen“, droht Granit Xhaka.

Der Schweizer Nationalspieler ist von Natur aus spürbar. Was auch schon mal unschöne Spuren hinterlassen hat – etwa im Europa-League-Rückspiel im Februar gegen Sevilla, als sein Platzverweis die Aufholjagd und die Hoffnung aufs Weiterkommen jäh stoppte. Schuberts neuer Kapitän kann am Mittwoch beweisen, dass er Aggressivität auch mit Verstand einsetzen kann. Die Binde fordert das ein.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Jantschke, Christensen, Dominguez, Wendt - Dahoud, Xhaka - Herrmann, Johnson - Stindl, Raffael

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