Die größte Herausforderung ist Ingolstadt

Von: Bernd Schneiders
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Tony Jantschke trainierte am Freitag zum ersten Mal wieder mit der Mannschaft. Foto: sport/Schwörer

Mönchengladbach. Der FC Ingolstadt sollte gewarnt sein: „Die ersten zwei Tage sind die Jungs müde, dann wieder voller Tatendrang“, beschreibt André Schubert den Zustand seiner von englischen Wochen geplagten Spielern.

Dienstag spielte Borussia Mönchengladbach gegen Juventus Turin (1:1), Mittwoch und Donnerstag hatten sie ihre matten Tage, seit Freitag strömt das Adrenalin wieder – da kann einem am Samstag als Gast im Borussia-Park nur angst und bange werden. Wenn aber dann der Trainer des Gegners so laut ins Borussen-Horn stößt, dass es fast schon masochistisch scheint, dass der Aufsteiger überhaupt noch antritt, sollten die Alarmglocken läuten. „Fußballerisch ist das mit das Beste, was die Bundesliga zu bieten hat. Eine gigantische Qualität“, schwärmt Ingolstadts Coach Ralph Hasenhüttl.

Doch sein Kollege macht das Spielchen nicht mit. Zwar verniedlicht er Borussia nicht wie sein Vorgänger zum Dauer-Außenseiter, weil Gegner X oder Y so extrem gefährlich sei. Eher nüchtern weist Schubert auf den Status der Oberbayern hin: „Bei den Auswärtsspielen zählen sie zu den Top 3. Sie haben dabei nur drei Gegentore kassiert.“

Weil dieser Qualitätsnachweis schwarz auf weiß existiert, glaubt der 44-Jährige auch nicht daran, dass Raffael & Co. den Tabellenachten unterschätzen werden. Nach den Bayern besitzt er die beste Defensive (9 Gegentore). Deshalb gibt der Fußballlehrer seinen Schülern einen Spickzettel mit in die Prüfungsanderthalbstunde: „Schnelles Kombinationsspiel, kurze, schnelle Pässe, Präsenz im Strafraum.“

Doch die Pflichtspiel-Premiere gegen den Aufsteiger wird nicht nur für die Profis, sondern auch fürs Publikum eine Herausforderung. Statistik hin, Trainerwarnung her – wenn eine Mannschaft sich mit dem FC Sevilla, Manchester City, Schalke 04 und Juventus Turin gemessen hat, wirkt der Name Ingolstadt nicht per se inspirierend. Dabei könnte es das schwierigste Spiel in dieser Reihe werden.

Üben konnten Wendt & Co. bereits in Berlin (erfolgreich) und in der zweiten Hälfte gegen Juve (weniger erfolgreich), wie man sich gegen einen tiefstehenden Gegner verhält. „Wir werden taktisch flexibler“, glaubt der Borussen-Trainer. Besonders lehrreich seien die Erfahrungen in der Champions League gegen die Italiener. Gehobener Anspruch in unterschiedlichen Spielsituationen: „Auch die Mannschaft findet das hochspannend.“

Eher ermüdend findet André Schubert seit geraumer Zeit die gebetsmühlenartig gestellten Nachfragen nach seiner Zukunft. Aber der momentane „Vorturner“ der Gladbacher Profis erweist sich auch hierbei taktisch flexibel. Mal kommt der Kurzpass, mal gibt es eine schnelle Satzkombination: „Nein und nein“ antwortet er auf die Frage, ob er nach sechs Bundesligasiegen in Folge eine Wette laufen habe oder mit seinen Spielern darüber spricht.

Und zum suggerierten Problem mit seinem Interimstrainer-Status: „Ich habe keine unklare Vertragssituation, sondern einen Dreijahresvertrag als U 23-Trainer. Da steht auch drin, dass ich etwas anderes machen muss als die U 23. Deshalb habe ich keinen Grund, etwas zu verändern.“ Wenn der Verein das wolle, werde er sicherlich auf ihn zukommen. Vielleicht gibt ein Erfolg gegen Ingolstadt den letzten Anstoß dazu. Ansonsten bleiben die andernfalls anhaltenden Nachfragen eine noch größere Herausforderung als das Spiel am Samstag.

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