DFB-Pokal: Auch Werder nutzt Borussias Abwehrpatzer

Von: Bernd Schneiders
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Lange Gesichter: Lars Stindl, Granit Xhaka und Torwart Yann Sommer (von links) müssen mit Borussia Mönchengladbach den Pokalwettbewerb nach der Niederlage gegen Bremen verlassen. Foto: Horstmüller

Mönchengladbach. Manchmal übertreibt Borussia Mönchengladbach die Gastfreundschaft. Das komplette vierstöckige Treppenhaus nebst abzweigenden Logen und VIP-Räumen durchzog ein intensiver Fischgeruch: Werder Bremen war im Haus – zum norddeutsch-niederrheinischen Duell im DFB-Pokal-Achtelfinale.

 Die Wohlfühlzone für die Gäste wurde von den Gladbach-Profis auch noch auf den Rasen erweitert. Durch eine defensiv erneut fragwürdige Vorstellung verloren Xhaka & Co. mit 3:4, auch der DFB-Pokal ist für diese Saison nur noch Geschichte.

„Es ist enttäuschend“, sagte Sportdirektor Max Eberl. „Wir haben sehr viel investiert. Aber man hat gemerkt, dass die vergangenen Spiele psychisch und physisch viel Kraft gekostet haben. Bremen hat nicht unverdient gewonnen. Das Spiel stand auf des Messers Schneide. Wir hatten diesmal nicht das Quäntchen Glück, was wir zuvor oft hatten.“

Eine halbwegs gute Nachricht gab es bereits vor dem Anpfiff: Tony Jantschke hat sich gegen Leverkusen keinen Kreuzbandriss zugezogen. Das vordere Kreuzband in seinem linken Knie ist angerissen und der Innenmeniskus beschädigt. Damit fällt der Verteidiger „nur“ drei Monate aus.

Wieder spielfit meldete sich dagegen Fabian Johnson, Gladbachs wichtiger Spieler auf der linken Außenbahn. In der Startelf stand auch anders als in Leverkusen Raffael, für Josip Drmic begann Thorgan Hazard.

Nach drei Spielen verabschiedete sich André Schubert erstmals wieder von einer 3-5-2-Formation und kehrte offensiv wie defensiv zum orthodoxen 4-4-2 zurück. Und in den ersten Minuten spielten die Schubert-Männer auch ihr gewohntes Kombinationsspiel. Nichts passiert also? Die zehnte Minute erzählte eine andere Geschichte. Bremen presste, Gladbach wackelte, doch Claudio Pizarro und Theodor Gebre Selassie scheiterten bei einer Bremer Doppel-Chance am stark reagierenden Yann Sommer.

Riesenpflaster für Raffael

Die Klatsche vom Samstag hat vor allem in der Defensive Spuren hinterlassen. Raffael bekam für diese Wunden so etwas wie ein „Riesenpflaster“ serviert von Granit Xhaka. In der eigenen Hälfte nahm der Brasilianer den Pass auf, sprintete Richtung Felix Wiedwald und scheiterte mit einem zu zärtlichen Heberversuch am Werder-Keeper (14.). Doch Raffael rehabilitierte sich: Geschickt öffnete der Edeltechniker eine Gasse für einen Pass auf Mo Dahoud. Dessen Zuspiel leitete Hazard direkt auf Lars Stindl weiter, gegen den platzierten Schuss war Wiedwald machtlos – 1:0 (32.).

Zum echten Pokalspiel aber wurde es nach der Pause. Janek Sternberg machte den Auftakt mit dem 1:1 ins lange Eck (51.). Gladbach antwortete in Person von Hazard, der nur den Innenpfosten traf (57.). Die Zentimeter-Dramatik blieb: Sommer lenkte im Gegenzug einen Freistoß von Florin Grillitsch an den Innenpfosten, Jannik Vestergaard schoss den Abpraller zur 2:1-Führung ein (58.).

Borussia antwortete mit wütenden Attacken und wurde durch den eingewechselten Branimir Hrgota belohnt, der einen Pass von Raffael zum 2:2 einnetzte (73.). Zu früh spielten die Gladbacher Harakiri und wurden bestraft: Claudio Pizarro und Anthony Ujah nutzten böse Abwehrschnitzer (Korb/75./78.). Das 3:4 durch Hrgota in der Nachspielzeit kam zu spät.

„Wir haben die Gegentore durch Fehler begünstigt. Das hat auch was mit fehlender geistiger Frische zu tun“, urteilte Eberl. Borussia Mönchengladbach bleibt nur noch die Bundesliga.

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