Mönchengladbach/Barcelona - Das Lustspiel ist ein Lastspiel für die Borussia

Das Lustspiel ist ein Lastspiel für die Borussia

Von: Bernd Schneiders
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Hohe Ziele: Im erneuten Aufeinandertreffen mit Barça-Genius Andrés Iniesta (1,71 m) könnte Borussias Mo Dahoud (1,76 m/links) auch noch mal ein wenig an seinen Kopfballkünsten feilen. Foto: imago/Uwe Kraft

Mönchengladbach/Barcelona. Viel zu lachen hatten die Mönchengladbacher Profis in den vergangenen Wochen nicht. Dennoch möchten die Borussen heute ein Lustspiel aufführen: Das letzte Gruppenspiel der Champions League steht an, der Gastgeber für den kriselnden Fußball-Bundesligisten ist kein geringerer als die Übermannschaft des FC Barcelona.

„Es ist ein Kindheitstraum, in diesem Stadion zu spielen“, beteuert Thorgan Hazard. Die mathematische Konstellation beschert eine Partie ohne Druck: Die Elf vom Niederrhein ist und bleibt Gruppendritter, Barça ist Erster und kann diese Position nicht mehr an Manchester City verlieren.

Was so locker und unbeschwert anmutet, kommt für die Gäste dennoch bleischwer daher: Das Lust- droht zu einem Lastspiel zu verkommen. Mit acht sieglosen Partien in der Bundesliga, lediglich 13 Punkten aus 13 Spielen und den Absturz auf Platz 13 mit nur fünf Punkten Vorsprung vor dem Relegationsrang reist ein Patient an, der wohl kaum in der Lage sein wird, den Fußballtempel Camp Nou in eine Heilquelle umzufunktionieren. „Ein Erfolgserlebnis wäre wichtig fürs Selbstbewusstsein“, sagt Hazard tapfer.

Ein Alptraum droht

Der Kindheitstraum des belgischen Jungstürmers könnte in einem Alptraum enden. Anders als im Hinspiel, bei dem sich die Mannschaft von André Schubert zu einer großartigen Leistung aufschwingen konnte, ist heute Superstar Lionel Messi spiel- und torbereit. „Er wird von Anfang an dabeisein“, sagte oder besser drohte fast Barcelonas Trainer Luis Enrique. Nur ein schwacher Trost, dass sein kongenialer Partner Neymar gelbgesperrt fehlt. Man mag allenfalls leise hinzufügen: bei Gladbach ist es Lars Stindl, ebenfalls gelbgesperrt.

Der Kapitän ist also nicht an Bord. Nach den letzten Meldungen hält sich der Persönlichkeitsverlust in Grenzen. Seit dem 1:4 in Dortmund wird von vielen Beobachtern mal wieder ein Führungsspieler vermisst. Erwartungsgemäß – diese Analyse in derlei Gemengelage stellt einen üblichen Reflex dar und signalisiert lediglich, dass die nächsthöhere Krisenstufe erreicht ist.

Die Sehnsucht nach dem starken Mann. Und plötzlich war das Granit Xhaka, der vor der Saison zu Arsenal London wechselte. Mit der zeitlichen Distanz verstärkt sich die Erinnerung oft zur Verklärung: Bei aller fußballerischen Qualität – der Schweizer war derjenige, der permanent auf der gelbroten oder gar roten Rasierklinge des Platzverweises balancierte. Seine dummen Fouls gehörten nun wirklich nicht zur Sorte „Ein Zeichen setzen“, sondern schädigten seine Mannschaft überhäufig.

Das ändert nichts daran, dass die Lücke im zentralen Mittelfeld, die der heißblütige Xhaka hinterließ, noch immer nicht geschlossen ist. Nicht zufällig waren die Schwarz-Gelben am Samstagnachmittag durch die Mitte besonders gefährlich. Eine Gegend, die bei entsprechendem Training im Normalfall recht einfach zu verdichten ist. Auch mit einem in der Defensivbewegung immer noch blauäugig agierenden Mo Dahoud. Da besteht noch eine Bringschuld von André Schubert, die wohl auch nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen sollte. Ob das Spiel heute gegen Messi & Co. die richtige Übungswiese dafür ist, darf bezweifelt werden.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Korb, Elvedi, Christensen, Wendt - Hahn, Kramer, Dahoud, Johnson - Raffael, Hazard

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