Champions League: Borussia mit Kaltstart in das Millionenspiel

Von: Bernd Schneiders
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Dieses Mal der Ernstfall: Borussias Mahmoud Dahoud gegen Young Boys Bern beim Schweizer Uhrencup. Foto: imago/Geissler

Mönchengladbach. Es hat für die Fußball-Bundesligisten bereits Tradition, dass sie mit einem Pokalspiel in die Saison starten. Zu einem Zeitpunkt, zu dem kein Verein weiß, wo er sportlich steht. Dieser Kaltstart sorgt in den Duellen mit unterklassigen Gegnern für zusätzliche Spannung, und der Pokal zieht einen zusätzlichen Reiz aus dieser sensationsfördernden Konstellation. Für Borussia Mönchengladbach ist die Lage anders.

Beim Duell mit den Young Boys Bern um den Einzug in die Champions League könnte Borussia Mönchengladbach etliche Etagen höher gut darauf verzichten. Denn die Teilnahme an der Gruppenphase der Königsklasse ist mit sehr viel mehr Geld verbunden als das Weiterkommen im DFB-Pokal. Rund 26 Millionen wären dem Tabellenvierten der vergangenen Saison sicher. Doch Max Eberl versucht, den durch diese Gemengelage erhöhten Erfolgsdruck abzuschwächen.

„Wir würden weich fallen“, denkt der Sportdirektor im Fall eines Scheiterns vor. „Das darf nur unser Geschäftsführer Stephan Schippers nicht hören. Sonst bekommt er einen Herzinfarkt.“ Eberl aber ist immer noch mehr Sportler als der Finanzfachmann. Und so ist Europa League statt Champions League für den Ex-Profi keine Schreckensvision. Diese Demut speist sich aus dem Saisonstart der Spielzeit 2015/2016, in der Gladbach nach fünf Niederlagen wie ein sicherer Abstiegskandidat wirkte.

Die sichere Teilnahme an der Europa League ist deshalb für den Manager eine Sensation, die Champions League wäre „ein Geschenk“. Sich dieses zu verdienen, scheint angesichts der vermiedenen Gegner vom Kaliber Manchester City relativ einfach.

Doch zwei Dinge liegen den Gladbachern im Magen: Die Schweizer haben bereits sieben Pflichtspiele hinter sich, zudem wird in Bern auf einem Kunstrasen gekickt. „Das ist mir immer noch lieber, als auf einem holprigen und ungewässerten Naturrasen“, beschwichtigt Trainer André Schubert. Die immer noch auf Kombinationsspiel ausgerichtete Spielweise der Schubert-Elf sollte durch den Hybridrasen kaum Schaden erleiden.

Als problematischer gilt der Gladbacher Kaltstart. Und dieser Malus wird paradoxerweise potenziert durch eine neue Qualität des Borussen-Kaders. Die Variationsmöglichkeiten und damit das Fehlen einer ersten Elf sind nicht einfach mit den notwendigen Automatismen zu verknüpfen. Viele Aufstellungsvarianten in der Vorbereitung bereiteten zwar die für drei Wettbewerbe zwingend notwendige Rotation vor. Einem Eingespieltsein waren sie naturgemäß nicht förderlich. Aber wie sagte Max Eberl: „Die Vorbereitung ist Schall und Rauch.“

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer – Elvedi, Christensen, Strobl – Kramer, Hofmann – Traoré, Wendt – Hahn, Raffael, Hazard

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