Mönchengladbach - Borussia Mönchengladbach erhöht den Umsatz weiter

Borussia Mönchengladbach erhöht den Umsatz weiter

Von: Olaf Kupfer
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Feiertag für die Borussen: Sportdirektor Max Eberl (l.) und Geschäftsführer Stephan Schippers sind die Architekten des Mönchengladbacher Aufschwungs. Foto: imago/Jan Huebner

Mönchengladbach. Am Montagmorgen war es an der Zeit, die Verhältnisse wieder zurechtzurücken. Am Samstag hatte Borussia Mönchengladbach noch mit 1:3 beim SC Freiburg verloren, und diese erste Saison-Niederlage schmerzte noch nach.

Vielleicht hat sie auch dem Umfeld die Augen geöffnet für das, was die Vereinsführung so oft in Erinnerung ruft: Geschäftsführer Stephan Schippers und Sportdirektor Max Eberl sahen sich am Montagmorgen, am Tag vor dem glitzernden Start in der Champions League bei Manchester City (20.45 Uhr), genötigt, Entwicklung und Erfolg des Klubs einzuordnen.

„Dass wir das zweite Mal in Folge in der Champions League starten“, sagte Eberl, „ist für mich mehr wert, als dass Bayern viermal hintereinander deutscher Meister geworden ist. Wir haben uns in einem unglaublichen Tempo einen großartigen Stellenwert erarbeitet.“ Man sei jetzt nicht mehr nur Jäger, sondern auch Gejagter. „Obwohl es sich bei uns noch gar nicht so anfühlt.“ Und dann, als müsse er sich selbst wieder erden, kam Eberl zurück auf das Tagesgeschäft Fußball-Bundesliga: „Wir wissen, wie kompliziert es ist, in diesen oberen Regionen zu bleiben.“

In der Tat: Die Borussia geht in ihrer Entwicklung gerade durch die Decke: Mit mehr als 30 Millionen Euro Einnahmen darf der Verein in dieser CL-Saison rechnen, in der vergangenen Saison blieben 25 Millionen Euro nach der Vorrunde. Der jüngste Rekord-Umsatz von 160 Millionen Euro wird ein weiteres Mal verbessert werden – soviel verriet Schippers. Im Uefa-Ranking ist Gladbach in der Liste der besten Klubs Europas von Platz 109 bis auf 36 geklettert. Im vergangenen Jahr belegte der Verein in der CL-Gruppenphase Platz acht in Sachen Besucher-Durchschnitt (45 870) – die davor Platzierten verfügten allesamt über größere Stadien.

Und: Nach einer am Montag veröffentlichten Markenstudie der Technischen Universität in Braunschweig ist Borussia Mönchengladbach hinter Borussia Dortmund und dem FC Bayern als drittstärkste Vereinsmarke der Bundesliga einsortiert – vor dem 1. FC Köln und dem FC St. Pauli. Zeit also, alle Hochfliegenden wieder auf den Boden zu holen. „Wir dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen. Wenn wir denken, das geht jetzt immer so weiter, machen wir einen Fehler. Das hat nichts mit sich kleinmachen zu tun“, sagte Schippers.

Auch deshalb arbeitet der VfL mit „sehr leistungsbezogenen“ Verträgen, wie Schippers ausführte. Etwa 60 Prozent würden fix, jeweils rund 40 Prozent leistungsbezogen weitergegeben. Dank dieser Kalkulation kann die Borussia auch ein Jahr ohne internationalen Wettbewerb stemmen, ohne zwingend Leistungsträger abgeben zu müssen.

Eberl ergänzte dazu ein etwas schiefes Bild: „Die wirtschaftliche Schere in der Bundesliga wird in den kommenden Jahren noch weiter auseinandergehen. Wir müssen schauen, dass wir dann auf der richtigen Seite der Schere sind.“ Auch, weil er Vereine wie Leipzig oder Köln auf Distanz halten möchte. „Da haben einige mitbekommen, was hier passiert ist. Ich nenne Leipzig. Ja auch Köln, die es richtig gut machen. Die werden uns im Nacken sitzen.“

Jetzt folgt der Ausflug in die Champions League, eine Art Belohnung für die sportlichen Erfolge der letzten Monate. Bei Manchester City hat der neue Trainer Pep Guardiola schnell Erfolg. bislang hat er alle Pflichtspieler gewonnen, ist bereits Tabellenführer. Als der Katalane die Münchner Bayern trainierte, konnte er gegen die Borussen in den vergangenen beiden Spielzeiten nicht einmal gewinnen. „Wir fürchten keine Mannschaft“, sagte passend dazu Gladbachs Brasilianer Raffael. Allerdings waren die Kontrahenten schon in der vergangenen Saison aufeinander getroffen: Manchester gewann beide Spiele, zu Hause mit 4:2, in Gladbach mit 2:1.

Ergebnisse von Montag. Für die nahe Zukunft gilt die Hoffnung: „Mein großer Traum ist, in Europa zu überwintern“, sagt Sportdirektor Max Eberl.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Elvedi, Christensen, Jantschke - Strobl, Kramer - Johnson, Wendt - Stindl - Hahn, Raffael

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