Borussia hofft auf einen guten Sommer

Von: Bernd Schneiders
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Wer wird der Thronfolger von Marc-André ter Stegen (kleines Foto)? Im Blickfeld neben Ron-Robert Zieler (links) und Oliver Baumann (oben): Basels Schweizer Nationalkeeper Yann Sommer. Foto: sport/v.d.Laage/Ulmer/Hoch- Zwei/Kraft/Montage: Claßen

Aachen/Mönchengladbach. Im Sommer wird Marc-André ter Stegen gehen, dafür könnte ein Sommer kommen, Yann mit Vornamen. Der Keeper des FC Basel ist einer der Favoriten auf die ter-Stegen-Nachfolge.

Borussia Mönchengladbach ist nicht überrascht von der Entscheidung des jungen Torhüters. Nicht nur erst, seitdem sich der 21-Jährige so viel Zeit nahm, über eine vorzeitige Vertragsverlängerung nachzudenken. Über das Potenzial des gebürtigen Mönchengladbachers waren sich die Verantwortlichen des Klubs immer klar gewesen. Fragte man vor Jahren, welcher Nachwuchsspieler es denn auf jeden Fall in die Profi-Mannschaft schaffen würde, erscholl unisono eine Antwort: ter Stegen!

Daraus entwickelte sich schnell die nächste Gewissheit: Irgendwann wird ein Groß-Klub anklopfen und den Jung-Torhüter unbedingt haben wollen. Max Eberl und seine Scouting-Abteilung hatten deshalb den entsprechenden Vorlauf für die nun anstehende Thronfolger-Kür. Dennoch urteilt Borussias Sportdirektor: „Marc hat die Messlatte natürlich sehr hoch gelegt.“ Wie hoch denn eigentlich?

Ein Keeper fürs Ballbesitzspiel

So hoch, dass für das von Trainer Lucien Favre bevorzugte Ballbesitzspiel kein adäquater Ersatz zu finden sein wird, der den Jüngling, der ab der nächsten Saison für eine entsprechend hohe Ablösesummer wahrscheinlich beim FC Barcelona spielen wird, 1:1 ersetzen kann. Torhüter mit hohem Niveau auf der Linie gibt es viele, mit hohem Niveau auf der Linie und im Strafraum etliche, mit hohem Niveau auf der Linie, im Strafraum und zudem noch mit fußballerischen Qualitäten nur wenige. Der Noch-Mönchengladbacher zählt dazu und ist – was das Fußballerische angeht – mit seiner Beidfüßigkeit wohl der Beste. Und genau deshalb interessant für den Kombinationsweltmeister-Klub aus Katalonien.

Max Eberl muss also bei der Suche Abstriche machen. Aber nicht zu viele, denn der Traditionsklub hat sich in den letzten Jahren gemausert und ist mit dem sportlichen Erfolg zwangsweise auch bei den Transfers in eine höhere Dimension vorgestoßen. Neue Spieler müssen mehr als nur eine Option oder Entwicklungskandidaten sein. Sie müssen die Mannschaft möglichst verbessern und auch internationalen Ansprüchen genügen. Das ist bei der Vielzahl an guten Torhütern, auch in der Bundesliga, einfacher als etwa bei Feldspielern.

Yann Sommer kommt dem spielerischen Vermögen ter Stegens am Nächsten. Der Keeper des FC Basel bringt zudem eine internationale Güteklasse mit, die andere Kandidaten aus der Bundesliga nicht besitzen. Der 24-Jährige besitzt Champions-League-Erfahrung. Internationale Sporen hat sich auch Ron-Robert Zieler bereits erworben, allerdings nur in der Europa League. Der Schlussmann von Hannover 96 wird im Februar 25, sein Vertrag läuft ebenso wie der von Sommer im Juni 2015 aus. Angeblich besitzt Zieler eine Ausstiegsklausel über sieben Millionen Euro, doch Borussia dürfte die Einnahmen durch den ter-Stegen-Verkauf lieber in der Schweiz investieren. Nicht aus Steuer-, sondern Qualitätsgründen: Sommer ist der bessere Fußballer.

Freiburgs Charakterkopf

Kandidat Nummer 3 dürfte Oliver Baumann sein. Der Torhüter des SC Freiburg besitzt mit seinen 23 Jahren immer noch Entwicklungspotenzial, auch weil er eine tiefe sportliche Krise bereits hinter sich gelassen hat. Allerdings hat der gebürtige Breisacher seinen Vertrag beim SC bis 2018 verlängert. Doch gerade auch wegen seiner Art und Persönlichkeit, die er bei der erfolgreichen Bewältigung seiner Patzer-Periode zeigte, könnte Baumann als Charakterkopf für Gladbach eher eine Bereicherung sein als ein Ron-Robert Zieler.

Fraglich aber bliebe, wie hoch die Schmerzgrenze bei den Freiburgern liegen würde, ab der sie ihren Keeper ziehen lassen würden – vor allem nach der bitteren Erfahrung mit Max Kruse, den sie im vergangenen Sommer fast für einen Spottpreis an den Favre-Klub verloren haben. Der kommende Sommer also wird am ehesten ein Schweizer sein...

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