Borussen-Bollwerk hat seine Meisterprüfung abgelegt

Von: fö
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Egal, wer spielt, die Abwehr steht: Die Borussen Martin Stranzl (links) und Roel Brouwers, hier beim Spiel gegen Hoffenheim. Foto: sport/Schwörer

Mönchengladbach. Was verbindet Tranquillo Barnetta (Schalke), Zoltan Stieber (Hamburg), Johannes Geis, Shinji Okazaki (beide Mainz), Sven Schipplock (Hoffenheim) und Ilkay Gündogan (Dortmund)? Sie sind in den seltenen Genuss gekommen, im Jahr 2015 in der Fußball-Bundesliga ein Tor gegen Borussia Mönchengladbach erzielt zu haben.

Mal zaubert Raffael, mal trifft Patrick Herrmann, dann schießt sich Max Kruse in den Mittelpunkt: Torschützen werden umgarnt, bejubelt, beschrieben – doch auch in Mönchengladbach ist die Abwehr die Basis des beeindruckenden Erfolgs. Und nicht allein die geringe Anzahl an Gegentreffern steht für die Qualität in der Defensiv-Abteilung der Borussen.

Längst greift ein Rädchen ins andere, egal ob Tony Jantschke oder Julian Korb rechts verteidigen, Jantschke, Roel Brouwers, Martin Stranzl oder Alvaro Dominguez in der Innenverteidigung ein Pärchen bilden, der Spanier oder wie zuletzt nur noch Oscar Wendt die linke Seite beackern. Im Verbund mit dem vorzüglichen Torwart Yann Sommer und den anderen Mannschaftsteilen hat das Borussen-Bollwerk längst seine Meisterprüfung abgelegt.

Und das zuletzt sogar ohne Martin Stranzl, 34. Der laut Statistik beste Zweikämpfer der Liga galt lange als kaum ersetzbar, und als sich der Routinier in Dortmund am elften Spieltag verletzte und bis zum Ende der Hinrunde nicht mehr zum Einsatz kommen sollte, schienen die Mahner Recht zu haben. Nur neun Gegentoren in den ersten elf Spielen folgten zehn in den noch anstehenden sechs Partien bis zur Winterpause.

Dass Stranzl jetzt bis zum Saisonende ausfällt wegen eines Ödems am linken Oberschenkel oberhalb des Kniegelenks, scheint die Borussia nicht hart zu treffen, allen Qualitäten des Österreichers zum Trotz. „Das Knie soll zur Ruhe kommen und sich komplett erholen, deshalb darf es überhaupt nicht belastet werden“, wird der bald 35-Jährige auf der Homepage des Vereins zitiert. „Das Ziel ist es, dass ich zum Start der Vorbereitung auf die neue Saison hundertprozentig fit bin.“

Wie selbstverständlich übernahm zuletzt Publikumsliebling Brouwers Roooooooel die Rolle Stranzls, dabei galt der 33-Jährige schon ein bisschen als Auslaufmodell. Jetzt winkt ein neuer Vertrag für ein Jahr, nur noch Kleinigkeiten sind zu klären. Dass mit Blick auf die ja durchaus realistische Hoffnung auf die Teilnahme an der Champions League dennoch ein neuer Innenverteidiger kommen wird, scheint sicher. Seit Monaten gilt der trotz seiner erst 23 Jahre schon erfahrene Schweizer Fabian Schär vom FC Basel als potenzieller Kandidat – ein Mann für die Nach-Stranzl- und Nach-Brouwers-Ära.

Beim überzeugenden 1:0-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg demonstrierte die Borussia einmal mehr ihre spielerische Intelligenz, als sie ohne Vernachlässigung der Defensivarbeit gerade nach der Pause permanent den Vorwärtsgang eingelegt hatte. Wirkliche Chancen gab es für die Wolfsburger indes nicht, so dass die Gruppe um Barnetta, Stieber, Geis, Okazaki, Schipplock und Gündogan vorerst keinen Zuwachs erhalten hat.

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