Blitz-Lektion für die Favre-Schüler?

Von: Bernd Schneiders
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Darf er Mittwoch seine Schnelligkeit einsetzen? Flügelflitzer Ibrahima Traoré. Foto: sport/Heuberger

Mönchengladbach. Eine englische Woche stellt Fußball-Trainer vor ein Problem – speziell, wenn zwischen den Spielen nur zwei Tage liegen. Wie bei Borussia Mönchengladbach, die am Sonntagabend beim 1. FC Köln angetreten ist und sich am Mittwoch bereits wieder im Borussia-Park mit dem Hamburger SV messen muss.

Am Tag nach einem Spiel schreibt die Traingslehre aktive Erholung vor. Am zweiten Tag lässt es Favre normalerweise – in einer normalen Woche, die es zur Zeit selten für seine Mannschaft gibt – erneut ruhig angehen: Statistisch ist dann die Verletzungsgefahr am höchsten. Und dann dämmert schon der Morgen für den nächsten Spieltag.

Dabei gibt es so viel, was man nach dem 0:0 in der Domstadt aufarbeiten könnte. Vor allem deshalb so wichtig, weil Borussia gegen den HSV mit ähnlichen Problemen konfrontiert werden könnte wie durch den FC. Hamburgs extrem aggressives und aktives Verteidigen brachte sogar den Deutschen Meister mit seiner Kombinationsmaschinerie ins Schleudern. Auch Gladbach fand am Sonntag nicht die Lösungen, um den Kölner Abwehrriegel zu knacken. Das Offensivspiel war zu statisch, die Kraft reichte auch nur, um für eine Halbzeit das Spiel einigermaßen zu kontrollieren. Als der FC nach 60 Minuten das Tempo und die Aggressivität erhöhte, war die Spielkontrolle der Gladbacher perdu. Nun hatten sie genug Probleme damit, sich in den Zweikämpfen zu behaupten. Der zweite Ball wurde notorisch von den Kölnern erobert, zum Glück für die Gäste missriet der „dritte Ball“ den Stöger-Schülern ebenso notorisch.

Holtby schwärmt von Zinnbauer

Darauf sollte man sich heute Abend nicht verlassen. Denn in der Offensive besitzt der Krisenklub von der Waterkant einiges mehr an Qualität. Und das nicht erst seit der Last-Minute-Ausleihe von Lewis Holtby, der einst für Borussia in der Jugend kickte. Obendrein hat Neu-Trainer Josef Zinnbauer das Zeug zum „Mental-Dopen“. „Er hat uns brutal heiß gemacht“, erzählte Holtby von der Kabinen-Ansprache des gelernten Versicherungskaufmanns. Diese Stimulantia könnte deshalb so wichtig werden, weil auch dem 44-Jährigen nicht viel Zeit blieb, die strukturellen Probleme der wankelmütigen HSV-Mannschaft anzugehen. Immerhin aber schenkte ihm der Spielplan einen zusätzlichen Tag. Und womöglich hat er an diesem erneut simuliert, und verfeinert, wie schwer sich ein spielstärkerer Gegner tut, wenn man ihm fast alle Räume stiehlt.

Lucien Favre hat für diese Situation von seinem Sportdirektor etliche zweibeinige Instrumente erhalten, um derlei Probleme zu lösen: Schnelligkeit über außen wird durch Spieler wie André Hahn und Ibrahima Traoré verkörpert. Doch sie verpufft, wenn die Staffelung der Offensivreihen zu eindimensional und die Bewegung auf und zwischen den Positionen unterentwickelt ist. Rochieren tut halt weh, besonders in englischen Wochen! Borussia kann das Problem nur im Kollektiv lösen. Not-Helfer Arango ist nicht mehr da.

Voraussichtliche Aufstellung: Sommer - Korb, Stranzl, Jantschke, Dominguez - Kramer, Xhaka - Hahn, Traore - Raffael, Kruse

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