Benitez-Transfer geplatzt: „Brechen nichts übers Knie“

Von: Bernd Schneiders
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Hat sich gegen einen Transfer von Jorge Benitez entschieden: Borussias Sportdirektor Max Eberl.

Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbach hat in den vergangenen Jahren spezielle Erfahrungen mit Südamerikanern gemacht: Frederico Insua war in der Saison 2006/2007 eigentlich zu gut für die damalige Mannschaft, aber vor allem existierte die Position für den offensiven Mittelfeldspieler im System von Jupp Heynckes nicht.

Raul Bobadilla, Argentinier wie Insua, fiel während der Zeit von 2009 bis 2012 mehr durch seine Temperamentsausbrüche und seine Eskapaden neben dem Fußballplatz auf als durch sein durchaus vorhandenes Mittelstürmer-Potenzial. Der dritte Versuch mit einem Südamerikaner, diesmal aus Paraguay, ließ sich dagegen verheißungsvoll an: Doch nach dem mehrtägigen Casting gingen die Daumen von Trainer Lucien Favre und Sportdirektor Max Eber nach unten. „Der Junge hat Qualitäten, aber wir hatten unsere Zweifel und haben uns deshalb entschieden: Wir machen es nicht“, sagt der Manager.

Borussias Scouts hatten den Stürmer zwei Mal beobachtet, und die Vorstellungen hatten durchaus Eindruck erweckt. Der Preis sollte um die drei Millionen Euro liegen, Benitez ist jung und einen Stoßstürmer wollte Gladbach gerne noch verpflichten. Laut Eberl war auch der Qualitätsanspruch nicht zu hoch. „Wir haben nicht gesagt, dass wir nur einen Stürmer verpflichten, der uns von der Qualität her besser macht. Wir haben gesagt, dass wir einen mit einer Qualität holen wollen, die wir so noch nicht im Kader haben.“ Und das hat Benitez durchaus. „Er hat die Robustheit, die Tiefe und auch die Killerquote“, beschreibt der Sportdirektor. Doch trotz dieser Merkmale „sind wir nicht hundertprozentig von ihm überzeugt“.

Das hat viel mit der neuen Qualität und Variabilität im Kader zu tun. „Wir haben unglaubliche Möglichkeiten“, schwärmt Eberl. Und verweist auch auf die direkten Konkurrenten Benitez‘: Speziell Branimir Hrgota zeigte sich in Topform, und auch Thorgan Hazards Formkurve steigt an. „Und dann kannst du mit einem Transfer auch etwas kaputt machen“, erklärt der Borussen-Manager. „Wir machen keinen Transfer aus einem Aktionismus heraus. Wir brechen nichts übers Knie. Und schließlich ist es ein gutes Gefühl, dass wir immer noch die finanziellen Möglichkeiten haben zuzuschlagen, wenn sich überraschenderweise doch noch eine Chance ergibt.“

In diesem Stadium der Saison erkennen auch etliche Hochkaräter bei den Großklubs, dass ihre Karten weniger gut als erwartet sind. Plötzlich ist dann ein Super-Transfer möglich. „Als Sportdirektor kann ich nie sagen, unsere Transferbemühungen sind nun beendet. Es kann sich urplötzlich was ergeben. Vielleicht auf Leihbasis mit Kaufoption. Aber all das ist nicht planbar.“

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