Mönchengladbach - 1:0-Sieg gegen Hannover: Mit viel Gefühl in Richtung Europa League?

1:0-Sieg gegen Hannover: Mit viel Gefühl in Richtung Europa League?

Von: Bernd Schneiders
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Dank an den „Zuckerpass“-Geber: Borussias Torschütze Luuk de Jong (2. v. l.) klatscht Patrick Herrmann ab, Amin Younes jubelt mit. Foto: imago/Chai v.d. Laage

Mönchengladbach. Die Vorlage kam bereits vor dem Anpfiff im Borussia-Park: Die fünf Konkurrenten im Kampf um die Qualifikation für die Europa League hatten alle Federn gelassen, Frankfurt, Schalke, Hamburg und Freiburg verloren, Mainz nur ein Remis erreicht. Borussia Mönchengladbach verwandelte den Steilpass so gekonnt, wie Torjäger Luuk de Jong die Vorlage zum entscheidenden Tor.

Mit dem 1:0 über Hannover 96 rückte der Klub vom Niederrhein auf Rang 7 vor, nur einen Punkt hinter Platz 4, der zur Qualifikation für die Champions League berechtigt. Sportdirektor Max Eberl aber reagierte erst einmal nüchtern. „Wir haben nicht die Nerven verloren in der Phase, als es schlecht lief. Und wir fangen nun, wo es besser läuft, nicht an zu träumen.“

Früh in der zweiten Halbzeit stellten seine Gladbacher die Gretchenfrage: „Seid Ihr wirklich so schlecht?“ Die Hannoveraner beantworteten sie ebenso eindeutig wie gewinnbringend für die Favre-Elf: „Ja, wir sind!“ Dabei unternahmen Hermann & Co. nach der Pause alles Erdenkliche, den Tabellennachbarn vom schlechten Vorsatz abzubringen. Doch die Norddeutschen zeigten sich hartnäckig bis in die Schlussminute. Partout wollten sie die Einladung der Borussen nicht annehmen, obwohl diese speziell in der Schlussphase nicht das machten, was sie eigentlich trainingstagein und -aus üben: den Ball laufen zu lassen. Obwohl in Überzahl nach der Gelb-Roten Karte für Sergio Pinto schenkten die Platzherren den Ball ein ums andere Mal her.

Die Bühne war bereitet für Christian Pander. In der Nachspielzeit mühte er sich zumindest, die Nachlässigkeiten der Gladbacher zu bestrafen. Doch seinen strammen Diagonalschuss parierte Gladbachs Torhüter Marc André ter Stegen, ansonsten recht beschäftigungslos, mit einer brillanten Parade. Hannovers Chance auf zumindest einen Punkt war mehr vereitelt als vertan. Mehr konnte es eh nicht werden, nimmt man Mirko Slomka ernst. „Ich habe mit Manuel Gräfe noch kein Spiel gewonnen.“ So ganz mochte der Hannover-Coach dem Berliner Unparteiischen dann doch nicht den Schwarzen Peter zuschieben. „Eine gute Schiedsrichterleistung insgesamt.“

Zu offensichtlich war in der ersten Halbzeit auch die Überlegenheit der Favre-Elf gezeigt. Die Offensivabteilung mit de Jong, Amin Younes, Patrick Herrmann und Juan Arango, der nach dem Wechsel verletzt im Spiel bleiben musste. harmonisierte sehr viel besser als eine Woche zuvor gegen Werder Bremen. Das einzige Tor des Tages war ein attraktiver Beleg dafür: Herrmann steckte wunderschön verzögert zu de Jong durch, der niederländische Torjäger versenkte den Ball überlegt zum 1:0 (36.), anders als eine Viertelstunde zuvor. Da war der emsige Mittelstürmer nach einem Herrmann-Solo an Hannovers Keeper Ron-Robert Zieler gescheitert.

Diese und noch andere lange Zeit vermisste Offensivszenen erwärmten nicht nur Max Eberls Herz: „Ich habe das Gefühl, dass die ominöse Mischung nun passt“, urteilte der Sportdirektor über die Abteilung Attacke. Und weil er gerade so gefühlvoll war, legte er noch nach: „Wir haben ein Gefühl entwickelt, wie wir Tore schießen können.“

Wesentlich an diesen Wallungen beteiligt war vor allem Patrick Herrmann. Eigentlich wieder auf der rechten Seite platziert, tauchte der Sturm-Sprinter immer wieder auch zentral auf, machte das Spiel schnell – wie beim Tor – durch einen gescheiten Pass oder ein Dribbling in die Tiefe. „Die Abstimmung und die Laufwege sind schon ganz gut“, lobte auch Partner Amin Younes, „aber es kann noch besser.“ Auch der 19-Jährige ist offensichtlich ein wesentliches Teil in Favres Offensiv-Puzzle.

Mit Younes und Herrmann besitzt Gladbach Trainer nun die so früh in der Saison vermisste Schnelligkeit, mit de Jong einen Mann für entscheidende Tore. Auch in Frankfurt hatte der Niederländer mit seinem Tor drei Punkte gesichert. Und so brachte das Offensiv-Quartett den so anspruchsvollen Trainer (fast) ins Schwärmen. „Es war ein gutes Spiel, vor allem in der ersten Halbzeit.“

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