Köln - 1. FC Köln: Der Anpfiff zur Mission Klassenerhalt

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1. FC Köln: Der Anpfiff zur Mission Klassenerhalt

Von: Roman Sobierajski
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1. FC Köln Logo Symbol Symbolbild: Rolf Vennenbernd/dpa
Für den FC steht in der Rückrunde viel auf dem Spiel. Symbolbild: Rolf Vennenbernd/dpa

Köln. Stefan Ruthenbeck kommt herein – und gibt sich betont locker. Alle Anwesenden werden bei der Pressekonferenz vor dem Rückrundenstart des 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach mit einem herzhaften Handschlag begrüßt.

Vom sonst so routiniert inszenierten Derby-Fieber zwischen den beiden rheinischen Rivalen ist nichts zu spüren, was eigentlich nur eines bedeuten kann: Für den FC steht in der Rückrunde weitaus mehr auf dem Spiel als der Prestigesieg um die fußballerische Vorherrschaft in der Tiefebene.

Für Ruthenbeck, der Anfang Dezember Peter Stöger an der Seitenlinie beerbte, und seine Mannschaft startet die „Mission impossible“, mit nur sechs Punkten aus 17 Ligaspielen doch noch irgendwie den Klassenerhalt zu schaffen und damit die „Mission possible“ als Ziel vor Augen zu haben.

„Legen wir los, hä?“, fragt der 45-Jährige FC-Sprecherin Liz Zercher, die ihm sekundiert, und klettert auf das Podium. Und legt routiniert los, als wäre er schon immer für die FC-Profis verantwortlich gewesen und nicht für die Kölner U 19 in der A-Junioren-Bundesliga West. Natürlich seien die Spiele gegen die Borussia etwas Besonderes, ein Derby, erstes Spiel nach der kurzen Winterpause dazu, und dann noch „gegen eine starke Mannschaft mit tollen Ideen“. Welcher Freund des gepflegten Fußballs würde da nicht mit der Zunge schnalzen?

Vermutlich all diejenigen, denen freundlich gesonnene Zeitgenossen attestieren würden, dass ihnen das Wasser schon bis Oberkante Unterlippe steht, und weniger freundliche ungefragt attestieren, dass der Pegel sich eher Richtung Hochwasser-Rekord bewegt.

Was also kann man dieser spielstarken Gästemannschaft entgegenstellen, wenn jeder einzelne Punkt unendlich wichtig ist und die B-Note eigentlich überhaupt keine Rolle mehr spielt? „Wir sind sehr stark gegen den Ball“, wirft Ruthenbeck ein erstes Pfündchen in die Waagschale. „Und wir haben eine herausragende Viererkette, wie das Blitzturnier in Bielefeld gezeigt hat“, legt er nach. Borussia-Coach Dieter Hecking dürfte angemessen beeindruckt sein.

Doch anders als zu Stöger-Zeiten, als sich die Mannschaft angesichts der üppigen Verletztenliste fast von allein aufstellte, hat sein Nachfolger die Qual der Wahl, da sich das Kölner Lazarett erheblich geleert hat. „Nur Jhon Cordoba und Dominic Maroh stehen nicht zur Verfügung“, listet Ruthenbeck auf, bis ihm einfällt, „ach ja, Leo Bittencourt ja auch noch“.

„Mit Gänsehaut ins Stadion“

Der Rest der Rückkehrer ist dagegen näher oder weniger nah bei kompletter Leistungsfähigkeit: Jannes Horn fehlen nach überstandener Grippe noch ein paar Prozent, „und Yuya Osako hat stark trainiert“, lüftet der FC-Coach den Schleier ein wenig nach dem geheimen Training. Aber ohnehin seien die letzten paar Prozentchen nur durch Spielpraxis zu erreichen, hat der genesene Marco Höger erklärt, der seine rätselhafte Muskelverletzung, die ihn lange aus dem Spielbetrieb nahm, überwunden hat.

Gesetzt scheint jedenfalls Winterzugang Simon Terodde, der mit seinen Qualitäten perfekt in das Anforderungsprofil für den Gladbach-Matchplan passt: „Simon Terodde ist vorne stark gegen den Ball, hat aber auch Ideen für das eigene Spiel. Mönchengladbach wird es schwer haben, gegen uns drei Punkte zu holen“, prognostiziert der 45-Jährige.

So muss Ruthenbeck am heutigen Samstag den – wie er selbst sagt – schwersten Teil des Trainerberufs hinter sich bringen. „Die Leistungsdichte des Kaders ist wieder deutlich enger beieinander“, lautet die Einschätzung, und dürfte es vor allem auf den Positionen, auf denen sich gleich mehrere Kandidaten für die Startelf anbieten – vor allem auf der Sechser-Position und im Angriff –, einige Streichkandidaten geben. So wird der Trainer „aussortieren und argumentieren und darauf achten, diejenigen, die nicht dabei sind, nicht zu verlieren.

Die werden wir später noch brauchen“, spannt Ruthenbeck für diejenigen, die den Rückrundenauftakt schon zum Endspiel um den Klassenerhalt ausgerufen haben, den Bogen in die Zukunft. „Egal, was am Sonntag passiert, es ist noch in keine Richtung etwas gelaufen. Wir haben gegen Mönchengladbach jetzt die Chance, für eine Riesenüberraschung zu sorgen“, verkündet er fröhlich-trotzig. „Ich werde jedenfalls mit Gänsehaut ins Stadion einlaufen.“

Voraussichtliche Aufstellung: T. Horn - Sörensen, Meré, Heintz, Hector - Lehmann - Klünter, Guirassy, Özcan, Jojic - Terodde.

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