0:1 in Mainz: Gladbach verschludert seine Chancen

Von: Tobias Schächter
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Eine von zahlreichen Frustszenen vor dem Mainzer Tor: Raffael & Co. bekommen den Ball nicht über die Linie. Foto: sport/Jan Huebner

Mainz. Mit bunten Ärmeln und einer Narrenkappe über dem Logo auf ihrem sogenannten „Karnevalstrikot“ empfingen die Spieler von Mainz 05 ihre Kontrahenten von Borussia Mönchengladbach am Freitagabend zum Bundesligaspiel. Am Ende hatten die Mainzer die Lacher auf ihrer Seite, durch den 1:0-Sieg fügten die Rheinhessen der Borussia die zweite Niederlage im zweiten Rückrundenspiel zu.

Nach 18 Gegentreffern in den letzten fünf Partien und dem 1:3 im Heimspiel zum Rückrundenauftakt gegen Borussia Dortmund hatte VfL-Trainer Andre Schubert die Viererabwehrkette auf einer Position geändert. Für den zuletzt schwächeren 19-jährigen Nico Elvedi kam Martin Hinteregger auf der linken Innenverteidigerposition zu seinem Startelfdebüt. Der 23-jährige Österreicher, in der Winterpause von RB Salzburg gekommen, verteidigte neben dem 19 Jahre jungen Andreas Christensen – und machte seine Sache gut. Schubert sieht sich als Entwickler, Routiniers wie Martin Stranzl oder Roel Brouwers spielen in seinen Überlegungen kaum mehr eine Rolle, Stranzl fehlte wegen Rückenproblemen in Mainz im Kader.

Aber wieder einmal ließ der Gladbacher Defensivblock in einer entscheidenden Situation dem Gegner zu viel Raum: Der gute Jairo setzte sich im Mittelfeld mit einem energischen Dribbling gegen drei Gegenspieler durch und passte zu Christian Clemens, der sich den Ball so lange zurechtlegen konnte, bis er ihn aus 20 Metern am chancenlosen VfL-Torhüter Yann Sommer vorbei ins Tor drosch. Dabei hatte VfL-Sportdirektor Max Eberl noch vor dem Spiel gewarnt: „Wenn man die Räume wie gegen Dortmund zu groß werden lässt und sich solche Fehler erlaubt, wird man in der Bundesliga nicht dauerhaft oben dabeisein können. Wir müssen die richtige Balance zwischen Defensive und Offensive finden.“

Die Gladbacher benötigten nach dem Rückstand zehn Minuten, um wieder ins Spiel zu finden. Danach aber erspielten sie sich mehrere Chancen und dominierten die Partie bis zum Pausenpfiff. Gefährlich wurden die Gäste immer wieder nach Standardsituationen von Ibrahima Traoré. Aber Havard Nordtveit (9.), zwei Mal Lars Stindl (37., 42.) und Hinteregger (39.) scheiterten am ganz starken Mainzer Torwart Loris Karius. Der vereitelte mit einer tollen Parade auch den möglichen Ausgleich durch Raffel, der nach einem herrlichen Pass des ansonsten zu oft fahrigen Jonas Hofmann frei vor dem Mainzer Tor aufgetaucht war (35.). Fast hätten die Mainzer aber noch vor der Pause das 2:0 geschafft, diesmal aber hielt Sommer den Ball nach einem schönen Schlenzer von Yunus Malli (44.).

Der 23-Jährige hatte vergangene Woche die Schlagzeilen in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt bestimmt. Der Klub untersagte dem auch von englischen Klubs umworbenen Offensivspieler trotz einer Ablöseofferte von 13 Millionen Euro einen Wechsel zu Borussia Dortmund. Malli, vor viereinhalb Jahren ablösefrei aus Gladbach nach Mainz gekommen, kann sich nun als Stammspieler bei den Nullfünfern für den EM-Kader der Türkei empfehlen und im Sommer für eine festgeschriebene Ablösesumme von 9, 5 Millionen wechseln.

In der zweiten Halbzeit wechselte VfL-Trainer Schubert mit Thorgan Hazard (60.) und Branimir Hrgota (69) zwei Offensivkräfte für zwei Offensivkräfte ein (Traoré, Hofmann). Das brachte nicht viel mehr Druck ins Gladbacher Spiel, dennoch hatten die Niederrheiner eine riesige Chance zum Ausgleich: Nach einer Flanke von Oscar Wendt köpfte Stindl zunächst den Mainzer Linksverteidiger Gaetan Bussmann an, bevor Raffael im Nachschuss erneut an Karius scheiterte (82.). Auch die Einwechslung von Stürmer Josip Drmic für Rechtsverteidiger Julian Korb brachte nicht mehr die Wende – der Fehlstart der Gladbacher ist perfekt.

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