Zweiter Bildungsweg führt über Alemannia

Von: Christoph Pauli
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Schnell und schnell zurechtgekommen am Tivoli: Maximilian Rossmann hat einen guten Einstand bei Alemannia. Foto: sport/osnapix

Aachen. Selbst Google muss passen. Die Datenkrake, die ja nie vergisst, weiß nicht viel über Maximilian Rossmann. Ein paar dürre statistische Daten sind zu finden, er war mal Deutscher A-Jugendmeister mit dem VfL Wolfsburg, aber ansonsten ist der Leistungssportler in der digitalen Welt kaum aufgefallen. Das soll sich ändern.

Seit ein paar Wochen läuft der 20-Jährige für Alemannia auf. Für einen Innenverteidiger ohne große Spielpraxis ist der Stapellauf durchaus überzeugend verlaufen. Rossmann wird auch heute gegen den etwas taumelnden 1. FC Köln II beginnen, Fuat Kilic sieht keinen Anlass, die Formation nach dem schwungvollen 4:0 in Wiedenbrück zu ändern. „Der Spaß ist zurückgekommen“, beobachtete der Trainer einen beeindruckend „unverkrampften“ Auftritt am Mittwoch.

Rossmann ist ein bisschen phänotypisch für diese Mannschaft, die in den letzten Wochen immer jünger geworden ist und noch unter vielen Schwankungen leidet. Der Konkurrenzkampf hat sich verschärft unter dem neuen Trainer, der keine Stammplätze mehr vergibt. „Das Alter spielt keine Rolle.“

Im Winter suchte Alemannia neue Kräfte. Das passte gut, weil Rossmann gerade einen Tapetenwechsel anstrebte. Im Kader der Wolfsburger Zweitvertretung waren drei Innenverteidiger mit Profiverträgen besser gelistet. Der 192 Zentimeter große Defensivspieler kam kaum zum Zuge.

„Ich hatte das Gefühl, etwas verändern zu müssen.“ Auf dem zweiten Bildungsweg heuerte er am Tivoli an und verließ den Verein, dem er seit der U 13 angehörte, um endlich einmal für eine „erste Mannschaft“ zu spielen. Der Weggang nach Aachen bedeutete auch den Auszug aus dem „Hotel Mama“.

Manager Alexander Klitzpera holte den jungen Mann am letzten Tag der Transferperiode nach Aachen. Der ehemalige Wolfsburger Verteidiger verpflichtete einen aktuellen Wolfsburger Verteidiger, den er schon seit ein paar Jahren kannte.

In drei Spielen am Tivoli hat er mehr Spielminuten addiert als in den anderthalb Jahren zuvor in der Regionalliga Nord. Das erste Zwischenzeugnis seines neuen Trainers könnte nicht besser ausfallen. „Ein Junge, der sehr ehrlich handelt, der eine Top-Einstellung hat und über ein sehr gutes Selbstbewusstsein verfügt“, urteilt Kilic.

Die Sache mit dem Selbstvertrauen ist vermutlich kompliziert, wenn man keine Bestätigung im Alltag bekommt. „Man braucht ein sehr gutes Umfeld, um stabil zu bleiben“, sagt Rossmann. Die Zweifel dürfen nicht wachsen.

Der athletische Defensivspieler hatte einen guten Einstand, sein Spiel ist schnörkellos, er meidet das Risiko. Seine Trainer loben die Spieleröffnung, sein Tempo. Rossmann hat eine andere Selbstwahrnehmung. „Ich sehe meine Stärke eher im mentalen Bereich: Ich bin ein schlechter Verlierer, will immer gewinnen.“

Dieser Ehrgeiz schimmert auch in seinem ambitionierten Halbjahresvertrag durch, den er unterschrieben hat. Der verlängert sich nur, wenn er in 15 Spielen mindestens 45 Minuten gespielt hat. Die Zeichen stehen nicht schlecht, dass der Name bald öfter bei Google zu finden ist.

Mögliche Aufstellung: Kleinheider - Ernst, Propheter, Rossmann, Mohr - Staffeldt, Kühnel - Zieba, Dowidat, Graudenz - Engelbrecht

Schiedsrichter: Sven Heinrichs (Mönchengladbach)

Bilanz: 11 Spiele/6 Siege, 1 Remis,4 Niederlagen/14:11 Tore

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