Paderborn - Zwei Fehler, zwei Gegentore

Zwei Fehler, zwei Gegentore

Von: Roman Sobierajski
Letzte Aktualisierung:
SC Paderborn 07 - Alemannia Aachen
Paderborns Markus Krösche (l) und der Aachener Daniel Adlung (r) kämpfen um den Ball. Foto: dpa

Paderborn. Fast auf den Tag genau vier Jahre ist es her, dass Alemannia Aachen beim SC Paderborn unterlag: Anschließend feierten die mitgereisten Fans die Mannschaft ausgiebig, und die Spieler nutzten die 90 Minuten bei der 1:3-Niederlage, den durchschnittlichen Restalkohol durch Laufübungen wieder unter 1,5 Promille zu drücken.

Schließlich stand seit einer Woche der Aufstieg in die Erste Bundesliga fest, die ausstehenden Partien wurden zur Abschiedsreise aus Liga 2.

Am ersten Maisonntag 2010 stehen die Vorzeichen ganz anders: Die mitgereisten Fans skandieren Durchhalteparolen, die Mannschaft ist vom versprochenen „Pfefferfußball” meilenweit entfernt und vergibt durch das 1:2 nach zwei individuellen Patzern und einer glanzlosen Darbietung die letzte Chance auf einen einstelligen Tabellenplatz und somit zusätzliche Sponsoren-Einnahmen im sechsstelligen Bereich.

Entsprechend bedient war Sportdirektor Erik Meijer, der nach dem Schlusspfiff zunächst wortlos und mit einem Gesichtsausdruck wie nach einer Weisheitszahn-OP fluchtartig das Stadion verließ. „Ich sage nichts”, war das einzige, was sich der 40-Jährige entlocken ließ. Meijer wollte somit auch nicht über das Vertragsgespräch vom Samstag mit Torjäger Benny Auer reden, der sich über das Wochenende gemeinsam mit seiner Frau überlegen sollte, ob es eine Zukunft für ihn in Aachen gibt.

Die Partie hatte - zumindest in Hinblick auf die Punktausbeute - durchaus vielversprechend angefangen. Aachen investierte kämpferisch und läuferisch viel - zählbare Torchancen blieben jedoch lange Zeit hüben wie drüben Fehlanzeige.

„Wir hatten den Gegner in der ersten Halbzeit im Griff”, befand Andreas Lasnik, der von Anfang an vorspielen durfte. Die Standards des österreichischen Spielmachers waren der einzige Gefahrenherd im ersten Durchgang. Und dass Thomas Stehle, ebenfalls seit seiner schweren Verletzung in der Startformation, nach Eckball Lasnik per Kopf den Führungstreffer markierte (40.), war die logische Konsequenz. „Wenn dabei aber kein Sieg herausspringt, freut man sich natürlich weniger”, ärgerte sich die „Axt” über die drei verschenkten Punkte.

Denn die Gastgeber, die mit dem Sieg über die Alemannia das beste Punkteergebnis der Vereinsgeschichte einfuhren, drehten nach dem Wechsel auf, erhöhten den Druck und drängten die Alemannia immer weiter in die eigene Hälfte. Dennoch war die mildtätige Mithilfe der Aachener nötig, um den Sieg zu sichern. In der 59. Minute rettete nach einem scharfen Schuss von Sören Brandy noch das Lattenkreuz, neun Minuten später ließ sich zunächst Allan Jepsen von Wemmer ausspielen, dessen Zuspiel in den Strafraum trudelte an Nico Herzig und Mahir Saglik vorbei - und Torwart Thorsten Stuckmann ließ den alles andere als unhaltbaren Schuss von Daniel Brückner passieren. „Die Gegentore waren dumm, unglücklich. Aber was soll ich machen? Soll ich Thorsten Stuckmann erschießen?”, bot Trainer Michael Krüger einen unkonventionellen Lösungsansatz.

Auch Aimen Demai ließ sich zehn Minuten später von Brückner vernaschen, dessen Hereingabe schob Saglik völlig unbedrängt ins Tor. Zum Gegenschlag fehlte der erneut personell dezimierten Alemannia die Kraft und das Durchsetzungsvermögen.
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