Aachen - Zumindest hält Alemannias Serie: 1:1 gegen Verl

Zumindest hält Alemannias Serie: 1:1 gegen Verl

Von: Christoph Pauli
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Energischer Zweikampf: Aachens Nils Winter (links) im Duell mit dem Verler Gianluca Marzullo, der den Gast in Front geschossen hatte. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Die Serie hielt, für Alemannia Aachen war das 1:1 gegen Verl das achte Spiel in Folge ohne Niederlage in der Fußball-Regionalliga. Aber zufrieden war niemand mit dem Ergebnis, zu zerzaust war die erste Halbzeit der Aachener gewesen, und am Ende gab es noch einen Platzverweis.

Und so regte sich Fuat Kilic nach Spielende erst einmal ausgiebig über den „komplett überforderten Schiedsrichter“ auf. „Wir als Trainer müssen immer nur Kritik einstecken, aber wenn man am Spielfeldrand etwas sagt, wird man mit einem Tribünenverweis bedroht. Das nervt mich.“

Nils Winter war erstmals Aachener Kapitän in einem Pflichtspiel, weil Anführer Timo Staffeldt zunächst eine Pause gewährt bekam und Vertreter Dominik Ernst verletzt auf der Tribüne saß. Kilic versuchte es mit einer Raute im Mittelfeld, Joy-Lance Mickels rückte neben Daniel Hammel in den Sturm.

Aber 45 lange Minuten bekamen die Aachener kaum Zugriff, waren unbeweglich auf den Außenbahnen, 4800 Zuschauer bekamen nur Magerkost angeboten. Gefährdete Teams, die nicht viel Interesse daran haben, selbst ein Spiel aufzuziehen, bleiben die Problemfälle der Aachener. Ihre Angriffe versandeten häufig im Mittelfeld, das Tempo war überschaubar, die Fehlerquote unerwartet hoch.

Verl kommt über rechts

Die Verler wählten ihre rechte Angriffsseite als bevorzugte Einflugschneise. Rechtsaußen Nico Hecker schlug in paar brauchbare Vorlagen in den Strafraum, Abnehmer fand er meistens nicht. Es passierte zunächst kaum etwas an diesem Abend. Jannik Löhden verlängerte zwar eine Fejzullahu-Flanke ins Tor, der Treffer wurde gleich wieder annulliert, weil der Innenverteidiger sich allzu robust den Weg freigeschaufelt hatte. Gespielt waren da 16 Minuten, aber ein Startschuss für mehr Kreativität war auch das nicht gegebene Tor nicht.

Es blieb ein Fehlpassfestival, an dem sich nahezu alle Spieler beteiligten. Die erste Halbzeit stand kurz davor, wegen Belanglosigkeit vorzeitig beendet zu werden, da fiel dann ziemlich überraschend doch noch ein Treffer. Gianluca Marzullo reagierte am schnellsten und schoss aus zehn Metern den Ball ins Not (41.). Die 16 Verler Fans – angereist mit Fahne und Pauke – hatten plötzlich etwas zu feiern.

Der Treffer aktivierte dann auch die Aachener. Gäste-Keeper Robin Brüseke brauchte erstmals Handschuhe an diesem Abend, als Mergim Fejzullahu ihn mit einem Diagonalschuss prüfte, Sekunden später zischte dann noch ein Fernschuss von Meik Kühnel über seinen Kasten (45.).

Doppelwechsel zur Pause

Es war sein letzter Ballkontakt, Kilic reagierte auf den Zufallsfußball seiner Mannschaft und wechselte doppelt: Kühnel und Hammel machten Platz für Staffeldt und Rüter. Das System wurde in ein 4-2-3-1 verändert, die Aachener bekamen endlich Zugriff. Und mit Timo Staffeldt wurde auch mehr Intensität eingewechselt. Die Gastgeber setzten sich erstmals ein bisschen fest in der gegnerischen Hälfte, indes: Die Abschlüsse fehlten weiterhin.

Verls erster Ausflug nach dem Wechsel endete kurios, Staffeldt wurde im eigenen Strafraum gefoult, er fiel auf den Ball, und Schiedsrichter Jörn Schäfer entdeckte ein Handspiel. Staffeldt reagierte fassungslos, reklamierte erst beim Spielleiter, um dann den Elfmeterpunkt heftig mit seinen Stollen zu bearbeiten. „Ich war so sauer, dass ich ein Loch in den Boden gemacht habe, in das der Spieler getreten ist“, erzählte Staffeldt später. Die Aktion hatte Folgen – für Marzullo. Dem Stürmer rutschte das Standbein weg, sein Strafstoß flog weit übers Tor (55.).

Die Partie gewann schnell an Schärfe, die Zweikämpfe wurden giftiger. Der verdiente Ausgleich fiel nach einem ruhenden Ball. Mohammad schlug einen Eckball auf die Stirn von Löhden, der durchaus regelkonform das 1:1 (70.) köpfte. Allmählich liefen die Gäste auf Notstrom, die Kräfte schwanden. Fejzullahu scheiterte noch einmal mit einem Fernschuss am Verler Keeper (78.).

Das letzte Worte hatte der Schiedsrichter: Dennis Dowidat kam noch zu seinem kleinen Comeback nach langer Verletzungspause und sah innerhalb einer Minute wegen Meckerns zweimal die Gelbe Karte.

Auch mit dem schnellen Platzverweis freundete sich Kilic nicht an. „Dennis und die Spieler um ihn herum sagen, dass er nach der ersten Gelben Karte nicht mehr gesagt hat.“ Zumindest Gesprächsstoff lieferte der Abend ausreichend.

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