Zukunft von Alemannias Keeper Thomas Unger offen

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
7779234.jpg
Gibt immer alles: Thomas Unger. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Der letzte Termin der Saison wird nicht bereithalten, wo-rauf Thomas Unger gehofft hatte. Vor einer Woche, endlich, im Alter von 29 Jahren, stand er zum ersten Mal in seiner Karriere bei einem Pflichtspiel zwischen den Pfosten einer ersten Mannschaft. Unger löste seine Aufgabe beim 3:0 gegen Wattenscheid ohne Fehl und Tadel, man müsste keine Bedenken haben, wenn er auch am Samstag (14.00 Uhr) in Wanne-Eickel gegen die U23 des FC Schalke 04 aufliefe.

Alemannia Aachens Trainer Peter Schubert verweist indes darauf: „Das war nicht so angedacht, dass Thommy zwei Spiele bekommt.“ Bei aller Wertschätzung und dem Gefühl, „nie Sorge gehabt zu haben, wenn Freddy Löhe nicht hätte spielen können“.

Wie in Karlsruhe

Vor fünf Jahren war Thomas Unger an den Tivoli gewechselt. Der Torhüter sagt, es sei „schwer, ein Fazit zu ziehen“. Er wollte „angreifen, mich beweisen, jeder Fußballer will spielen. Es ist nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Die gleiche Situation wie in Karlsruhe.“ Dort wurde er geboren, ab der B-Jugend spielte Unger für den KSC. Wurde Vertragsamateur, stieg 2005 mit der Reserve in die damals drittklassige Regionalliga auf. Unter Trainer Edmund Becker war er vollwertiges Mitglied des Profikaders.

Als sich Markus Miller einen Kreuzbandriss zuzog, erbte der Franzose Jean-François Kornetzky den Platz, die Zeit strich ins Land, „zu viel Zeit“ für einen aufstrebenden jungen Mann, der keine Perspektive erkennen konnte. Alemannia lud ihn zum Probetraining ein, „heute kann man’s ja sagen: Das hat keiner mitbekommen“. Unger überzeugte den damaligen Torwarttrainer Christian Schmidt und Manager Andreas Bornemann.

Konservative Reha

Einsatzzeiten erhielt der Keeper aber auch an der Krefelder Straße nur in der zweiten Mannschaft, es gab kein Vorbeikommen an Thorsten Stuckmann und David Hohs. Und dann auch noch das: Verletzung des rechten Knies, „ein minimaler Knorpelschaden, eindeutig geklärt wurde das nie. Eine OP wollte ich nicht, es war die richtige Entscheidung.“ Stattdessen eine konservative Reha, täglich fuhr Unger in die Kölner Mediapark-Klinik. Jeden Tag ein Aufwand von sechs Stunden, „da wird ein halbes Jahr richtig lang. Vor allem, wenn du keinen Ball siehst.“

Zwei Jahre war Thomas Unger vereinslos. Er hielt sich fit in VDV-Camps, sammelte dort in Tests wieder Spielpraxis, durfte unter Friedhelm Funkel, Ralf Aussem und René van Eck wieder bei den Alemannia-Profis trainieren. Nach dem Abstieg in die Regionalliga schickte ihn Peter Schubert nicht weg. „Ich war froh, dass ich eine neue Chance bekommen habe. Das kann ich mir auf keinen Fall vorwerfen: dass ich nicht in jedem Training alles gegeben hätte, um zu überzeugen. Ich bin immer engagiert.“

Manch anderer begehrt auf in einer Lage, in der Unger steckt. Wie es weitergeht, steht noch nicht fest. „Ich hätte ihn gerne weiter bei uns“, sagt Peter Schubert, räumt aber ein, dass die Personalien auf der Torhüter-Position „nicht meine größte Baustelle sind.“ Der 29-Jährige stellt fest: „Ich habe gezeigt, was ich kann – jetzt sind andere an der Reihe.“ Doch er müsse realistisch bleiben. „Ich habe ein Spiel gemacht. Es ist doch klar, dass man sich auch woanders umguckt.

Ich will spielen.“ Unger ist gerade im besten Torhüter-Alter, „Dritte Liga würde ich mir zutrauen“. Seine Ausbildung zum Fachinformatiker will er nutzen, wenn der Fußball nicht mehr zum Broterwerb reicht. „Aber ich sage: Das Ganze ist noch nicht zu Ende geschrieben.“ Gelaufen ist die Saison für Sasa Strujic. Der Bosnier prallte gestern beim Training mit Peter Hackenberg zusammen und kam mit einer Gesichtsverletzung ins Krankenhaus.

Mögliche Aufstellung: Löhe - Thackray, Hackenberg, Schumacher, Lejan - Abel, Neppe, Lünenbach, Garcia - Marquet, Moslehe

Schiedsrichter: Jörn Schäfer (Iserlohn)

Bilanz: 1 Spiel/1 Niederlage/1:2 Tore

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert