„Zu wenig für unsere Ansprüche”

Von: Klaus Schmidt
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Vollversammlung im Aachener Strafraum: Keeper Thorsten Stuckmann muss vor dem heranstürmenden Steffen Karl klären. Foto: Stefan Bösl

Ingolstadt. Die gute Nachricht: Der FC Ingolstadt wartet nun seit fünf Stunden und 43 Minuten auf ein Tor und seit Anfang November auf einen Heimsieg. Die schlechte Depesche: Alemannia Aachen schafft es mit unerschütterlicher Penetranz nicht, einen Heimsieg durch einen Auswärtserfolg zu vergolden.

Fünf Tage nach dem wohl besten Spiel unter Jürgen Seeberger beim 6:2 gegen den 1. FC Nürnberg fiel die Elf vom Tivoli erneut in die fußballerische Ratlosigkeit zurück und war mit dem 0:0 beim Aufsteiger noch gut bedient. Fazit des Trainers: „Nach der Pause waren wir in der gegnerischen Hälfte zu wenig im Ballbesitz, so haben die Ingolstädter uns ihr Spiel aufgedrückt.”

14 Scouts saßen auf der Tribüne des Tuja-Stadions, und sie waren kaum zur Beobachtung des Ingolstädter „Methusalems” Vratislav Lokvenc gekommen. Lewis Holtby ist derzeit die größte Attraktion der 2. Liga - Alemannias Youngster rückte in die Spitze, weil Szilard Nemeth wegen Hüftproblemen kurzfristig passen musste.

Den Elan aus dem Nürnberg-Spiel hatte Alemannia für ein paar Minuten rübergerettet ins verschneite Bayern, und wie am Sonntag nahm der erste Schuss aufs Tor den verheißungsvollen Weg zur frühen Führung: Zu Benny Auers Pech stand der Pfosten im Weg (7.). „Das wäre der verdiente Lohn für unsere Anfangs-Offensive gewesen”, bedauerte Sportdirektor Andreas Bornemann.

Was danach folgte, war ein Abziehbild der Partie in Wiesbaden. Nach einer Viertelstunde gab Aachen die Bemühungen auf, den Gegner hoch anzulaufen; wie der SV Wehen drehte auch Ingolstadt den Spieß um. Torraumszenen gab es fast nur noch im Alemannia-Strafraum, Buchner, Rama, Karl, Wohlfarth und Aygün arbeiteten ein ansehnliches Chancen-Plus heraus.

Erst kurz vor der Pause meldeten sich die Gäste wieder vor FC-Keeper Lutz an - Fiel und Auer scheiterten aus der Distanz. Bornemann: „Wir haben in der ersten Halbzeit einen engagierten Auftritt hingelegt.”

Das sollte sich später als richtige Einschätzung herausstellen, denn was nach dem Seitenwechsel folgte, hatte mit Einsatzfreude und dem Willen, dieses Spiel nach Hause zu bringen, nichts mehr zu tun. Distanzschüsse von Fiel und Lehmann - das war die ganze kümmerliche Ausbeute, während Rama und Lokvenc die Aachener Defensive aufmischten.

Als hätte das Überschreiten der Mittellinie plötzlich unter Strafe gestanden, legte Alemannia einen hasenfüßigen Vortrag hin und brachte sich zusätzlich selbst in immer größere Schwierigkeiten.

In der 77. Minute ließ Vukovic einem missratenen Tiefflug-Kopfball-Versuch die Notbremse gegen Lokvenc folgen; der Kroate sah ebenso die Rote Karte wie Daun, der in der Nachspielzeit Daniel von den Beinen holte und sich dabei das linke Knie lädierte.

Während Cristian Fiel „nicht unzufrieden” war, „wenn ich unsere letzten Auswärtsspiele betrachte”, nannte Benny Auer das Kind beim Namen: „Das ist zu wenig für unsere Ansprüche.”

Alemannia tritt auf der Stelle. „Nach dem Platzverweis von Vukovic ging es am Ende nur noch darum, den Punkt mitzunehmen”, sagte Jürgen Seeberger. Die anstehenden Sperren machen das Leben nicht leichter. „Das ist schon ein kleiner Schock. Denn unser Kader ist ohnehin nicht so groß.”
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