Wird Hackenberg wieder ein Alemanne?

Von: Christoph Pauli
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Mit seinen früheren Kollegen: Peter Hackenberg (links) läuft gestern im Training mit Tobias Mohr (Mitte) und Meik Kühnel. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Damals haben sie sich knapp verpasst am Tivoli. Am Silvestertag 2015 wurde Fuat Kilic eingestellt von Alexander Klitzpera, ein paar Tage später suspendierte Alemannias Ex-Manager die Spieler Frederic Löhe, Bastian Müller und Peter Hackenberg, weil er sie als Rädelsführer in der turbulenten Hinrunde ausmachte. Der neue Trainer war in die Entscheidung nicht eingebunden.

Wilde Zeiten waren das. Im Laufe der vergangenen Monate haben sich Kilic und Hackenberg dann doch kennengelernt, seit Freitag arbeiten sie sogar zusammen. Vorerst hält sich der ehemalige Kapitän im Training fit. Für ihn hatte die Suspendierung damals ein Happy End. Mit AS Eupen stieg er auf und spielte regelmäßig in der ersten belgischen Liga. Der Nachbarklub hat seinen Vertrag allerdings nicht verlängert. Der 28-Jährige musste die Saison vorzeitig mit einem Muskelbündelriss beenden, aber die Pause wurde gut genutzt: Hackenberg heiratete kirchlich vor ein paar Wochen, flitterte auf Bali. Seit Sonntag ist er wieder in der Heimat.

„Ich muss mich athletisch aufpeppen, und ich bin diesem großartigen Verein sehr dankbar, dass ich hier die Chance bekomme“, sagt er nach der ersten Trainingseinheit. Auch nach der abrupten Scheidung sei er damals nicht im Zorn vom Hof gegangen. „Ich wünsche diesem ganz speziellen Klub wirklich das Beste.“ Hackenberg wird nun „bis auf weiteres“ am Tivoli trainieren. Von seiner ehemaligen Mannschaft trifft er in der Kabine nur noch Meik Kühnel, Nils Winter und Tobias Mohr.

Seit Samstag ist er vereinslos, aber es ist dennoch fraglich, ob er wieder ein Alemanne wird. „Nach so einer Saison mit 27 Spielen in der ersten belgischen Liga stehen einem Türen offen, die vorher geschlossen waren.“ Es gibt Angebote aus mehreren ersten Ligen, und auch Teams aus Übersee haben Interesse. Mit seiner Frau, die als Ärztin im Luisenhospital arbeitet, muss er die Grundsatzfrage klären: Bleiben wir in Aachen, wo wir seit vier Jahren leben, oder wagen wir ein Abenteuer? Das ist die Ausgangslage, die er zeitnah klären wird.

Fuat Kilic hat noch zwei Wünsche für den Kader. Aber weder für einen linken Verteidiger noch für einen gestandenen Innenverteidiger ist derzeit Geld da, sagt André Dobiey aus dem Büro des Insolvenzverwalters. Die Juristen wollen zeitnah – „hoffentlich in der nächsten Woche“ – zwei größere Baustellen schließen: Es fehlt noch der Ausrüster, nachdem der aktuelle Joma Bedenken an einer weiteren Zusammenarbeit geäußert hat. Auch ein Haupt- und Trikotsponsor muss noch gefunden werden.

Bei einem Sponsorenabend hat Kilic in der vergangenen Woche ein bisschen die neue Mannschaft skizziert, die wohl als jüngste der Liga an den Start gehen könnte. Der Trainer hofft noch auf eine weitere Sammelaktion innerhalb der Gönner, um seinen Kader etwas „reifer“ machen zu können. Hackenberg wäre eine feine Lösung, sagt Kilic, der auch dessen Präsenz und Professionalität in der Kabine schätzt. Der 43-Jährige will sein Team möglichst schnell komplett haben, er fährt parallel, sucht weiter Alternativen, auch für den Fall, dass Hackenberg bald wieder vom Hof ist. „Wir haben die Lage offen und ehrlich besprochen“, sagen beide. Eventuell wird Hackenberg kommende Woche mit einer Gastspiellizenz eingesetzt.

Am Samstagnachmittag beim Testspiel in Oidtweiler, 16 Uhr, wird der Trainingsgast nicht dabei sein.

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