Wird Erik Meijer bei Erik Meijer fündig?

Von: Christoph Pauli
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Was brütet er aus? Erik Meijer. Foto: imago/Bopp

Aachen. Alemannias Marketingabteilung wird Erik Meijer in den nächsten Tagen vernachlässigen müssen. Meijer, erst am späten Sonntag aus dem Urlaub heimgekehrt, soll mit Geschäftsführer Frithjof Kraemer den neuen Manager finden.

In welchem Zustand haben Sie Ihren Klub angetroffen?

Meijer: Jürgen Linden hat mich zwischendurch informiert, dass Andreas Bornemann beurlaubt worden sei.

Überrascht Sie diese Entwicklung?

Meijer: Es läuft sportlich nicht gut, und das wirft dann immer die Frage auf: Wer ist schuld? Spieler, Trainer oder Sportlicher Leiter? Es wird sich zeigen, ob das die Ursache war.

Sie haben vor einem Jahr federführend mit den Manager ausgesucht. Haben Sie sich eklatant geirrt?

Meijer: Ich fühle mich mitschuldig, weil ich mit Frithjof Kraemer versucht habe, einen ordentlichen Sportlichen Leiter zu finden. Das ist schon wieder passé.

Wurde damals nicht die richtige Entscheidung getroffen?

Meijer: Die Amtszeit war sehr kurz, es wird knallhart geurteilt.

Sie sind Alemannias Allzweckwaffe. Da bietet es sich doch an, dass Sie selbst das Amt übernehmen.

Meijer: Heißt der Verein Alemannia Meijer?

Zumindest kann der Eindruck entstehen, dass Sie bei jedem Alarm an die Front geschickt werden.

Meijer: Das liegt daran, dass ich schon ein bisschen erlebt habe im Fußball. In den entscheidenden Räten gibt es vielleicht nicht die hohe Fußballkompetenz, also guckt man mal bei der Marketingabteilung vorbei, wo Erik Meijer sein Stühlchen hat.

Ist es also ausgeschlossen, dass Sie Andreas Bornemann beerben?

Meijer: Ich habe Herrn Linden gesagt, dass ich solche Entscheidungen nicht nachts um 1 Uhr in Thailand treffen kann. Meine Entscheidungen treffe ich nicht aus dem Bauch heraus, sondern bespreche sie auch mit meiner Frau.

Wie muss der Kandidat aussehen, den Sie suchen?

Meijer: Das Profil aus dem letzten Jahr gilt noch. Es gibt allerdings ein paar Aspekte, die Andreas Bornemann vielleicht nicht so umgesetzt hat.

Zum Beispiel?

Meijer: Der Markt Niederlande-Belgien, die Umsetzung des Jugendleistungszentrums. Da hat er sich nicht so eingebracht, wohl auch, weil er ausreichend mit der ersten Mannschaft zu tun hatte.

Ist es ein Ansatz, nun jemand zu holen, der diesen Verein aus seiner aktiven Zeit kennt?

Meijer: Die Aachen-Karte ist vielleicht ein guter Ansatz. Wir haben mit Andreas Bornemann jemanden gesucht, der Distanz zu dem Klub hatte, aber sich andererseits mit der Arbeit im Grenzbereich auskannte. Ich werde mit Frithjof Kraemer überlegen, wie gewichtig dieses Kriterium ist.

Ist Alemannia inzwischen ein sehr ungeduldiger Verein?

Meijer: Nicht ungeduldig, wir sind erfolgsverwöhnt. Der Erfolg ist bisher ausgeblieben, und dann wird sehr schnell reagiert. Aber ich muss auch einschränken, dass ich gezielt Abstand zur Profi-Mannschaft geschaffen habe. Deswegen kann ich auch nicht fair beurteilen, wie Spieler, Trainer und Manager trainieren und arbeiten. Mein Ansatz war es, so viel Geld wie möglich für diesen Verein einzunehmen. Das ist uns gelungen, da sind wir spitze in der 2. Liga.

Stehen Sie unter Zeitdruck, weil 16 Spielerverträge auslaufen?

Meijer: Das ist mir scheißegal. Diese Spieler sollen erst einmal hier Leistung bringen, bevor sie sich um andere Vereine kümmern. Wenn sie gehen, bekommen sie einen warmen Händedruck, und dann suchen wir uns neue Spieler. Diese Mannschaft, die aus guten Fußballern besteht, könnte sehr gut ein, zwei A...löcher gebrauchen. Aber die sind schwer zu finden oder nicht zu bezahlen.

Oder nicht gewollt, weil sie unbequem sind.

Meijer: Aber das hängt dann von der Stärke der Chefs ab.
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