Stuttgart - „Wie wir die Tore kassieren”: Alemannia verliert in Stuttgart

„Wie wir die Tore kassieren”: Alemannia verliert in Stuttgart

Von: Klaus Schmidt
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Mit 1:2 quittierte Alemannia Aachen das erste Spiel nach dem finanziellen Kollaps bei der „Zweiten” des VfB Stuttgart, der Chefcoach sah wie gehabt vergebene Chancen und billige Tore des Gegners. Foto: Eibner

Stuttgart. Am Ende war alles wie so oft in dieser denkwürdigen Saison, und René van Eck wollte „nichts davon hören”, dass die jüngste Niederlage auch nur irgendwas zu tun hatte mit dem Drama um Insolvenz und angestrebten Neuanfang in der Regionalliga West.

Mit 1:2 quittierte Alemannia Aachen das erste Spiel nach dem finanziellen Kollaps bei der „Zweiten” des VfB Stuttgart, der Chefcoach sah wie gehabt vergebene Chancen und billige Tore des Gegners.

Mit der Niederlage in Stuttgart ist die Alemannia nun auch am „sportlichen Abgrund” angekommen: Die Schwarz-Gelben rutschten auf Rang 18 ab - Abstiegsplatz!

Die Kulisse im Degerloch-Stadion unter dem Fernsehturm war schon mal ein Vorgeschmack auf das, was in der 4. Liga zumindest auswärts wohl zur Regel wird - 710 Zuschauer (davon rund 200 Aachener) reichten für eine Atmosphäre wie auf der Bezirkssportanlage.

Am System hatte René van Eck nichts geändert, wohl aber an der Rollenverteilung. Die Außenpositionen im Mittelfeld neben Kai Schwertfeger, der die Mannschaft erstmals als Kapitän aufs Feld führte, besetzten Florian Müller und Robert Leipertz.

Die Angriffsreihe sortierte der Chefcoach mit Marcel Heller (zentral), Timmy Thiele und Kristoffer Andersen. Nur auf der Ersatzbank fand sich Oguzhan Kefkir wieder, während Robert Wilschrey (für den verletzten Christian Weber) wie angekündigt erstmals in der Startelf stand.

Über weite Strecken entwickelten beide Mannschaften in einem tempoarmen Spiel nur unverbindliche Vorschläge zum Kreieren von Torchancen. Alemannia kam zur ersten (unpräzisen) Ecke von Andersen, und wie schon in der Schlussphase beim 0:3 gegen Halle entstand ein Konter: Audel passte auf Benyamina, Michael Melka parierte mit dem Fuß (13.). Drei Minuten später verpasste Thieles Kopf nur knapp eine Andersen-Flanke.

Die Partie plätscherte dahin, es gab reichlich ungenaue Zuspiele auf beiden Seiten, aber keine Strafraumszenen. Bis zur 27. Minute: Hemlein drängte aufs Tor, Melka kam einen Tick zu spät im Kampf um den Ball und erwischte den Stuttgarter. Gelbe Karte, Elfmeter, Benyamina verlud Alemannias Keeper und brachte den VfB in Führung.

Doch die Schwarz-Gelben brachen jetzt nicht weg, sie meldeten sich schnell zurück. Sascha Herröder schlug einen Freistoß diagonal auf Schwertfeger, und der "Sechser" glich mit einem herrlichen Volleyschuss von rechts ins kurze Eck aus (34.) - zweites Saisontor für den ehemaligen Düsseldorfer.

Bis zur Pause blieb Aachen nun die aktivere Mannschaft. VfB-Torhüter Weis musste nachfassen, als Andersen es mal von links versuchte; dann kam Thiele über rechts, sein Schuss wurde über die Latte abgefälscht.

Es blieb ein Spiel, in dem der ruhende Ball für die größte Aufregung sorgte. Nach Foul von Seyi Olajengbesi an Janzer zwang Stöger Alemannias letzte Instanz Melka zu einer formidablen Parade, Herröder klärte Stuttgarts Versuch, nachzufassen, auf der Linie (52.).

Mit fortschreitender Spieldauer gewannen die Gäste wieder die Hoheit und entwickelten mehr Zug zum Tor. Leipertz scheiterte an Weis (62.), der eingewechselte Kefkir nahm eine Flanke des letztjährigen A-Junioren volley, der Ball ging dann aber doch reichlich neben das Tor (73.).

Wenig deutete wenig auf eine erneute VfB-Führung hin, bis Wilschrey eine Hereingabe von Vitzthum zuließ, Olajengbesi, Herröder und Melka sich nicht einig waren, wer denn nun im Fünfmeterraum klären sollte, und Benyamina die Unentschlossenheit zu seinem zweiten Tor nutzte (76.).

„Wie wir die Tore kassieren”, René van Eck ließ den Satz unvollendet. Auch Kai Schwertfeger wehrte sich gegen Legendenbildung: „Dieses Spiel hat nichts damit zu tun, was am Freitag passiert ist.”
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