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Wie groß ist das Loch in Alemannias aktuellem Etat?

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Die Insolvenz liegt in den letzten Zügen, nach der Gläubigerversammlung am 21. Januar soll Alemannia dann schuldenfrei sein. Immer noch völlig offen ist, wer ab diesem Zeitpunkt die Geschäfte führt.

Bis dahin muss endlich ein Geschäftsführer gefunden sein, und die Gremien sollten schon perspektivisch vor den Neuwahlen im März ausgerichtet sein. Noch zieren sich Kandidaten, es könnte durchaus an den Zahlen liegen, die intern seit ein paar Tagen kursieren. Der Patient bleibt demnach auch nach der Insolvenz ein finanzieller Pflegefall. In einer internen Mail (liegt der Redaktion vor) beklagte Sanierungsgeschäftsführer Michael Mönig am Montag allerdings „wahllos falsch gestreute Gerüchte“, mit denen die Fortführung der Alemannia Aachen GmbH erschwert würde. Es gebe kein Finanzloch. „Falsch“, schreibt Mönig, die GmbH habe vielmehr die Gelegenheit, die Zukunft schuldenfrei zu planen. „Das ist eine einmalige Chance.“ Die Einschätzung von Mönig und seinem Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning wird allerdings nicht von allen Leuten geteilt, die sich gerade mit dem Verein beschäftigen. „Da sind Schönfärber am Werk“, sagt einer der Funktionäre.

Im Kern geht es um ein dickes Loch von mindestens 325.000 Euro im laufenden Etat. Diese Summe ergibt sich daraus, dass am Ende des Verfahrens die Insolvenzmasse nicht mehr wie bislang als Bank des Vereins dienen kann. Diese Absicherung fällt weg. Das Geld müsse nun privatwirtschaftlich aufgebracht werden, schreiben die Sanierer. Oder es findet sich ein Darlehensgeber.

„Zusätzliche Gelder“

Potenzielle Funktionäre des Klubs, die bereits in der Winterpause sportlich die Weichen perspektivisch für den Verein stellen wollten, müssten zunächst gewährleisten, dass der Etat bis Ende der Saison sichergestellt ist. Aber vielleicht ist die Lücke noch größer als von Mönig dargestellt. In einer anderen internen Mail schreibt Markus Oshege, „dass mit Beendigung des Insolvenzverfahrens zusätzliche Gelder, sprich Sponsorenzahlungen von ca. 600.000 Euro und ein Beitrag des TSV in Höhe von 170.000 Euro notwendig sein werden, um nach kompletter Entschuldung der Alemannia die Fortführung in dieser Saison sicherstellen zu können.“ Demnach wäre das Delta im Etat noch viel größer, der Anreiz sich zu engagieren aber eher nicht. Der Diplom-Kaufmann ist von Mönig mit dessen Consulting Group als weiterer Zahlen-Experte am Tivoli engagiert worden. Eine mögliche Forderung gegenüber dem TSV basiert auf der Frage, wem eigentlich die Mitgliedsbeiträge zustehen? Bislang sind diese immer beim Mutterverein geblieben, inzwischen reklamiert aber Mönning die gut sechsstellige Summe für sich. Auch diese Streitfrage wird gerade per Gutachten geklärt.

Experte Oshege führt die Diskrepanz zum Etatansatz darauf zurück, dass die „zwingend notwendigen Sponsorenpakete“ im größeren Maße bislang ausgeblieben seien. Oder haben sich die Männer, die angetreten sind, die fortgesetzten Fehlplanungen der letzten Jahre endlich zu korrigieren, schlicht in ihren Kalkulationen verrechnet? Von einer eigenen Fehlplanung ist indes nirgendwo die Rede. Die Sanierer bewegen sich laut eigener Aussage völlig im Plan. Die Kostenseite sei aufgegangen.

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