Widerborstige Aachener schaffen ein Remis beim Meister

Von: Christoph Pauli
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Alemannia Gladbach II
Alemannia wehrt sich: Engelbrecht-Vertreter Viktor Maier (rechts) im Duell mit einem Mönchengladbacher. Foto: Theo Titz

Mönchengladbach. Der Einstand von Fuat Kilic machte Appetit auf mehr. Alemannia schaffte bei Borussia Mönchengladbachs U 23 ein 2:2 und hatte den Tabellenführer am Rande einer Niederlage. Die widerborstige Mannschaft ließ sich auch durch einen klaren Rückstand nicht einschüchtern.

„Wenn man nach einem 0:2 noch den Ausgleich beim Spitzenreiter schafft, ist das sicher ein kleiner Erfolg“, sagte Kapitän Aimen Demai. „Wir wussten, dass wir trotz unserer Personalsituation mit unserer Qualität auch beim Tabellenführer bestehen können.“

Im Vergleich zu Aachens letztem Spiel vor sechs Wochen gab es gleich fünf neue Gesichter in der Startformation. Die Fluktuation wäre noch größer gewesen, wenn Neuzugang Daniel Engelbrecht nicht den Spieltag in gekachelten Räumen hätte verbringen müssen. Alemannias treffsicherster Stürmer in der Vorbereitung fiel kurzfristig mit einem Magen-Darm-Virus aus. Der Verein machte sich keine Mühe, die Personalie zu verheimlichen, schon mittags wurde der Ausfall auf der Homepage mitgeteilt. Auch der Trainer ist neu, Fuat Kilic versucht gerade im laufenden Betrieb den nächsten Neuanfang, was ein ambitioniertes Projekt ist.

Die Profis starteten mit zwölfminütiger Verspätung ins neue Fußballjahr. Aus Sicherheitsgründen hatte die Polizei auf diese Verschiebung gedrängt.

Lust auf ein erstes Abtasten hatte da keiner mehr. Die Partie nahm gleich Fahrt auf. Gladbachs Linksaußen Marlon Ritter eilte schon nach 100 Sekunden nach einem Fehlpass von Timo Staffeldt alleine aufs Tor zu. Er schob den Ball knapp am Tor vorbei. Im Gegenzug landete die Kugel bei Meik Kühnel. Der kesse Aufsteiger prüfte mit einem kernigen Fernschuss Keeper Martin Kompalla. Die Gäste bemühten sich, die sturmstarken Gladbacher früh zu beschäftigen. Sie attackierten die Hausherren tief in ihrer Hälfte, aber im ausgeworfenen Netz gab es immer wieder Schlupflöcher. Rodriguez entwischte Innenverteidiger Aimen Demai, per Fußabwehr verhinderte Pierre Kleinheider den ersten Gegentreffer (13.). Ein paar Minuten noch hielt Aachens neuer Torwart den Nimbus, dann war er erstmals überwunden. Aus 15 Metern überwand ihn Bilal Sezer (20.).

Dieses 1:0 klärte die Fronten, der Meister übernahm das Kommando. Die Gäste blieben zu harmlos, sie bekamen die Kombinationsmaschine nicht angeworfen. Ihrem Spiel fehlte die Tiefe. Die zweikampfstärkere Mannschaft diktierte die Partie. Die Zweitvertretung benötigte einen allerdings umstrittenen Freistoß, um die Führung auszubauen. Ritter traf aus 20 Metern, weil sich Kleinheider verzockte. Der Ball landete in der Torwartecke (33.).

Das 2:0 entsprach den Verhältnissen, das robustere Team blieb überlegen. Rodriguez tauchte noch einmal frei vor Aachens Keeper auf, doch Kleinheider wischte den Ball am Tor vorbei (43.). Der zaghafte erste Durchgang endete mit einem Aachener Eckball, und da kam doch noch neue Hoffnung auf: Kühnel vollendete volley die Vrzogic-Flanke zum 2:1 (44.), sein erstes Profi-Tor.

Das war ein Wachmacher zur rechten Zeit, Alemannia bekam Aufwind im Grenzlandstadion, das ziemlich fest in Aachener Hand war. Dowidat, der nach seiner fünften Gelben Karte im nächsten Spiel bei Schalke II gesperrt ist, flankte scharf in den Fünfmeterraum. Graudenz stoppte den Ball, tanzte cool noch Gegenspieler und Torwart aus und schob zum 2:2 ein (55.). Die Mannschaft, die seit Monaten kein Pflichtspiel mehr gedreht hatte, setzte nach. Egbo musste nach einem Freistoß von Vrzogic auf der Linie klären (60.).

Kilic lud nach, Rüter ersetzte den agilen Graudenz, Gödde kam für Maier. Alemannia wollte die volle Ausbeute. Die Gäste bekamen einen Elfmeter verweigert, Maier legte den Ball an Kompalla vorbei, stürzte, doch Schiedsrichter Andreas Steffens sah keinen Anlass einzugreifen (76.). Gladbach hatte die beste Gelegenheit auf der Zielgeraden, Kleinheider hob einen Kopfball des eingewechselten Yeboah übers Tor (87.). Das Remis war aktenkundig.

„Mit der zweiten Halbzeit, mit dieser Mentalität und Leidenschaft bin ich sehr zufrieden“, sagte Fuat Kilic. Und Manager Alexander Klitzpera sprach sogar von der „besten Halbzeit der Saison“.

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