Weißer Rauch steigt erst nächste Woche auf

Von: Christoph Pauli
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Ein Mann für gewisse Stunden:
Ein Mann für gewisse Stunden: Ralf Aussem will Alemannia am Sonntag gegen Greuther Fürth endlich in die Spur verhelfen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Erik Meijer übermannten die Gefühle, Alemannias Manager versagte die Stimme. Die Veranstaltung bei den Stolberger Tivoli Jonge wurde am Mittwochabend ein paar Minuten angehalten. Die letzten Tage haben bei Meijer erkennbar Spuren hinterlassen.

Der Limburger erfährt erstmals in seiner Aachener Zeit eine große Dosis Kritik, und zudem lastet in diesen Tagen die komplette Verantwortung auf seinen breiten Schultern: Wen hole ich als neuen Cheftrainer zum Tivoli? Zwei Kandidaten (Frank Schaefer/Frank Schmidt) haben sich aus vertraglichen Gründen entschuldigt, ein Kandidat ist dazugekommen. Ein erstes Sondierungsgespräch mit Friedhelm Funkel hat nach Informationen dieser Zeitung stattgefunden. Ausgang unbekannt, die Gesprächspartner wollen sich dazu nicht äußern. „Über die enorme Qualität von Funkel muss man nicht lange reden”, sagt Meijer.

Der Manager sondiert den Markt, verändert seine Liste, auf der zunächst fünf Namen standen. „Es kommen neue Leute dazu, von denen man garnicht vermutet hätte, dass sie interessiert sind.” Aber erst einmal wird geredet, Meijer trifft sich mit den Kandidaten, hört zu, prüft, wägt ab.

Funkel war erst am Mittwoch beim VfL Bochum unsanft vom Hof geschickt worden, der Tabellenvorletzte präsentierte am Freitag bereits den Nachfolger. Beim Tabellenletzten brauchen sie länger. Beim Spiel am Sonntag gegen Greuther Fürth wird U 23 Trainer Ralf Aussem die Mannschaft anführen. Meijer wird seinen Tribünenplatz diesmal aufgeben, will mit auf der Bank sitzen.

Aussem soll das One-Hit-Wonder schaffen. Größer kann die Herausforderung nicht sein. Der Letzte fordert den Ersten heraus. Der Respekt vor einer enorm selbstbewussten Mannschaft ist groß. „Aber die kochen auch nur mit Wasser. Sie haben unglaubliche Stärken, aber wir suchen ihre Schwächen”, sagt Aussem. Er wird die Mannschaft punktuell verändern, will gar nicht den Eindruck aufkommen lassen, „dass alles falsch war bis hierher.

Aber wir werden versuchen, etwas anders zu machen”, kündigt er an. Und so könnte die Besetzung des Mittelfelds stärker von der Besetzung der letzen Woche abweichen. Aber selbst wenn Aussem die Überraschung schaffen würde, wird er wieder zurückkehren an seinem angestammten Arbeitsplatz. „Ich bin nur der Aushilfskellner”, sagt er selbstironisch, „aber ich will den Job so gut machen, dass man den Aushilfskellner bei Gelegenheit noch einmal zurückholt.”

Anfang nächster Woche soll dann die spektakulärste Planstelle der Städteregion neu besetzt werden. Neben Funkel, Stevens und Marco Pezzaouli redet Meijer auch wieder mit Petrik Sander. Den wollte er im letzten Sommer nach Aachen lotsen und zog sich damals den Zorn des TuS Koblenz zu, bei dem Sander noch unter Vertrag steht. „Diesmal sind die Dinge anders, ich habe keinen Vertrag”, sagt der in Mainz lebende Sander. „Ich stehe zur Verfügung.”
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