Düsseldorf - Von Stabilität weit entfernt: Alemannia verliert 1:3 in Düsseldorf

Von Stabilität weit entfernt: Alemannia verliert 1:3 in Düsseldorf

Von: Klaus Schmidt
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Da stehen sie und schauen wieder ratlos nach der vierten Auswärtspleite in Serie: Fabian Graudenz (von links), Tim Lünenbach und David Vrzogic. Foto: Otto Krschak

Düsseldorf. Rafael Garcia kam vom Platz und freute sich über einen Sieg. Das wäre bis zum Sommer ein gutes Zeichen für Alemannia Aachen gewesen, doch seit dieser Saison spielt der Deutsch-Spanier für die U 23 von Fortuna Düsseldorf.

Die hatte seit dem ersten Spieltag Anfang August kein Heimspiel mehr gewonnen, die Zeit der Dürre ging am Sonntag vorbei, und Garcia staunte über das, was aus seiner ehemaligen Mannschaft geworden ist. „Die haben keine Ideen“, sagte der 22-Jährige, das war ein Teil der Wahrheit. Der andere: Von Stabilität ist dieser Kader nach wie vor weit entfernt, er strafte alle Hoffnungen Lügen, dass die zweite Halbzeit gegen RW Essen die Initialzündung gewesen sein könnte. „Wir wollten das mitnehmen, das Entschlossene – und es gelingt überhaupt nicht“, Christian Benbennek schien erneut ratlos nach dem 1:3 am Flinger Broich.

Die Wut der Fans

Der Chefcoach betreut eine Mannschaft „mit zwei Gesichtern, die wir in dieser Hinrunde immer wieder zeigen“. In Düsseldorf war es erneut das hässliche, die Geduld der Fans scheint ausgereizt. Benbennek kann das verstehen, diese Fragen, „was macht ihr denn da? Warum spielt ihr nicht wieder so wie gegen Essen?“ Die Wut nach dem Schlusspfiff entlud sich auch in Ausdrücken „unter der Gürtellinie, aber da müssen wir drüberstehen“, sagte Timo Staffeldt.

Die unter der Woche Lädierten waren dabei im Paul-Janes-Stadion. Kapitän Aimen Demai sollte so weit laufen, wie die Füße tragen, Dennis Dowidat musste allerdings für Maciej Zieba auf die Bank weichen. Zweite Änderung: Bastian Müller, zuletzt aus dem Kader verbannt, nahm den Platz des gesperrten Jerome Propheter auf der Doppelsechs ein.

Im Duell gegen die Alemannia-Filiale (Weber, Garcia, Sangaré, Ajani und Ersatzkeeper van der Put) beendete Alemannia das Aufwärmprogramm für Frederic Löhe nach harmlosen Schüssen von Garcia und Sangaré und schob den Block immer weiter vor. Doch die Höhepunkte in der Bannmeile des Fortuna-Tors hielten sich in Grenzen. Zwei unbrauchbare Ecken, ein Distanzschuss von Jannik Löhden (14.) – das Protokoll blieb schlank.

Aus der optischen, unverbindlichen Überlegenheit entwickelte Alemannia viel zu wenig Chancen. Bis zur Pause kam nur eine weitere hinzu. Müller startete ein Solo über das halbe Feld und flankte, Düsseldorfs Defensive legte den Ball für Fabian Graudenz auf.

Von der Strafraumgrenze zog der Aachener ab, Kampmann flog in den Winkel und vereitelte die Führung der Gäste (32.), die plötzlich wieder Räume für Konter anboten (Garcia vergab eine dieser Chancen) und ihre eigenen Spielanteile herunterschraubten. Die Schwarz-Gelben waren lauwarm temperiert unterwegs, Timo Staffeldt referierte über fehlende „letzte Konsequenz und Flexibilität. Wir haben uns schlecht bewegt und müssen uns die beiden ersten Gegentore durch Fehler im Aufbauspiel selbst ankreiden.“

Die Partie wurde nach dem Seitenwechsel eher schlechter, es entwickelte sich ein Gestakse mit sinkender Passgenauigkeit. Und Staffeldt leistete seinen Beitrag: Dem Routinier misslang der öffnende Ball, Sangaré passte raus auf Rüzgar, der keine Mühe hatte, Löhe auszugucken (56.). Fortuna holte zum Doppelschlag aus: Vier Minuten später war Konterzeit, Garcia schickte Erat ins nächste Duell, in dem Aachens Keeper chancenlos war. Bevor das schwarz-gelbe Gebilde auseinanderzufliegen drohte, wehrten sich die Gäste.

Der für den verletzten Löhden (Schlag auf die Wade) eingewechselte Tim Lünenbach steckte den Ball auf die unkomplizierte Art durch zu Graudenz, der letztjährige Torjäger verkürzte mit seinem ersten Saisontreffer auf 1:2 (74.). Alemannia drückte endlich auf die Tube, riskierte den Blattschuss. Und bekam ihn in der Schlussminute, als die Defensive aufgelöst war und Sangaré unbehelligt das 3:1 besorgte.

Christian Benbennek wusste am Sonntag noch nicht, wie er die neue Trainingswoche gestalten wird. „Wir müssen weiterarbeiten. Bis es nur noch ein Gesicht gibt.“ Von dem zweiten haben die Fans inzwischen genug.

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