Vierte Niederlage in Serie: Aachen rutscht ab

Von: Christoph Pauli
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Tristesse am Tivoli: Dennis Dowidat nach der nächsten Pleite gegen Bochums „Zweite“. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Für die Zuschauer war es ein Überraschungsgast: Von Jannik Stevens hatten die wenigsten bislang gehört. Der Linksverteidiger hatte die Trainer überzeugt beim zweiwöchigen Casting am Tivoli. Er erhält einen Jahresvertrag, der sich bei einer gewissen Anzahl an Pflichtspielen verlängert. Ein paar Stunden vor dem Anpfiff wurde er spielberechtigt.

Für die Bochumer dagegen war es eher ein alter Bekannter. Für den Revierklub bestritt er 61 Regionalliga- und zwei Zweitligaspiele, bis sich die Wege im Sommer trennten. Stevens kommt zum Tivoli in ungemütlichen Zeiten. Seine neue Mannschaft verlor mit 0:1 gegen die alten Kameraden, die vierte Niederlage in Folge. Der Trend ist bedenklich. Alemannia rutscht nach gelungenem Start in Richtung rote Zone der Regionalliga.

Stevens tauchte direkt in der Startformation auf, die Peter Schubert nach dem Debakel in Gladbach deutlich verändert hatte. Drevina, Marquet, Abel und Lünenbach waren nur noch Ersatzspieler, Schumacher (erkältet) und Sangare schafften es nicht in den Kader. So spielte Opper Innenverteidiger, Lejan rutschte erstmals ins defensive Mittelfeld. Auswirkungen auf dem Spielfeld? Vorerst keine.

Das Spiel war im ersten Drittel ein Trauermarsch durch das Land der Fehler. „Die Nervosität war groß, weil das 0:5 dem ein oder anderen noch in den Kleidern steckte“, beobachtete Schubert am Spielfeldrand. Die nicht eingespielte Formation war erkennbar mit sich selbst beschäftigt. Bis zum ersten Torschuss im wichtigen Heimspiel dauerte es harte 28:33 Minuten. Bis dahin führten die ebenfalls harmlosen Gäste. März legte zurück für Mittelstürmer Sven Kreyer, der aus 16 Metern unbedrängt in den Winkel zielen durfte zum 0:1 (23.). Es war einer von zwei Schüssen auf den Kasten von Frederic Löhe...

Erst als den Gastgebern das Wasser höher stieg, kamen sie zu Chancen. „Ich kann nicht erklären, warum wir erst ein Gegentor brauchen, um besser ins Spiel zu kommen“, wunderte sich Kapitän Peter Hackenberg. Krasniqi spielte gekonnt Sturmpartner Duspara frei, der aus zehn Metern am Gästekeeper Michael Esser scheiterte (28.). Der erste Torschuss war gleich eine Großchance.

Aachen entfachte endlich den Druck, den man von Anfang an erwartet hatte. Dennis Dowidat hätte bis zur Pause den Schaden reparieren können. Erst ließ er ein erfolgversprechendes Zuspiel von Krasniqi verspringen (40.), dann scheiterte der rechte Mittelfeldspieler aus fünf Metern doppelt. Erst schoss er den Keeper an, im Nachfassen war das Tor zu niedrig (42.).

Bochum verschanzte sich im zweiten Durchgang in der eigenen Hälfte, rollte den Stacheldraht aus, legte einen Wassergraben an. Die Aachener hatten Ballbesitzanteile von gefühlten 80 Prozent, aber sie machten nicht viel aus ihrer Überlegenheit. Die Außenspieler blieben weitgehend anonym, so blieb der Weg durch die Mitte, wo das Bollwerk am härtesten war. Heraus kamen zwei Schüsse der gerade eingewechselten Moslehe (59.) und Yoshiara (71.).

Der Wille war ausgeprägt, aber das Team war nicht kreativ. „Anders als am Sonntag kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie ist nur leider nicht belohnt worden für ihren Elan“, sah Schubert dennoch eine positive Entwicklung.

Am Ende stand ein wütendes Pfeifkonzert. Löhe, der nur noch kurz vor Schluss eingreifen musste, als Sven Kreyer allein auf ihn zulief (86.), diskutierte noch lange nach Spielende mit den Fans. „Das hätten wir heute nicht verlieren dürfen. Wir sind jetzt als Mannschaft gefragt, und wir werden zeigen, dass wir eine Mannschaft sind.“

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