Vier Treffer, und doch kein Sieg

Von: Christoph Pauli
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Alemannia Aachen / Benjamin Auer
Wartet ab anstatt einzugreifen: Aachens Benjamin Auer (links), hier eher defensiv in einem Zweikampf gegen den Frankfurter Caio. Foto: dpa

Aachen. Die erste Wertung ging eindeutig an die Gäste: Sechs Fotografen interessierten sich für den neuen Aachener Trainer Michael Krüger, aber nur zwei für den sattsam bekannten Frankfurter Kollegen Michael Skibbe. Bei seinem Einstand war Krüger nur in der Nebenwertung erfolgreich.

Die Hausherren vermasselten die Premiere, siegten 6:4. Aachen verabschiedet sich in der 2. Pokalrunde mit einem kuriosen Spiel. Und Krüger muss den Eindruck gewonnen haben, dass er eine Mannschaft übernommen hat, die zu vielem fähig ist...

Vermutlich hat der Coach das erste Tor nicht einmal richtig sehen können, weil die Fotografen noch den Blick verstellten. Der 55-Jährige war 44 Sekunden im Amt, da registrierte er den ersten heftigen Rückschlag.

Schon in der ersten Minute zeichnete sich ab, dass das nicht der Abend der Aachener Innenverteidiger wurde. Olajengbesi führte den ersten Zweikampf eher pazifistisch, und Caio vollendete zum 1:0.

Vielleicht hat sich Krüger in diesem Moment gedacht: „Schlimmer kann es ja gar nicht kommen.” Er wurde gleich von seiner Mannschaft eines Schlechteren belehrt. Frankfurts erster Eckball landete ebenfalls im Netz, Nikos Liberopoulos nickte problemlos zum 2:0 ein. Kevin Kratz verhinderte seine Abseitsposition.

Fünf Minuten war Krüger da erst „im Amt”. Allerdings hatte er nach drei Minuten schon eine veritable Ausgleichschance beobachtet. Erst Auer und dann Müller köpften am Ziel vorbei. 0:2 lag der Gast zurück, bei einem Bundesligisten, der zudem noch unbesiegt ist. Der Scheck über 454.000 Euro, der für das Erreichen der 3. Runde ausgestellt wird, schien früh zerrissen.

Die Zweitligist, und das war die gute Nachricht, knickte nicht ein. Aachen wehrte sich, drängte die Frankfurter zurück. Und zur Belohnung gab es den Anschluss. Babacar Gueye vollendete nach der ersten Ecke zum 1:2 (23.). Aachen kombinierte, Frankfurt reagierte. Und längst ernteten die Hausherren Pfiffe für ihre vielen Rückpässe.

So ging die Mannschaft der ersten Pausenansprache von Krüger entgegen. Aber wie schon die erste, vertrödelte sie auch die letzte Minute. Chris „zwang” Szukala zu einem Eigentor.

Fast wären die Aachener auch in der nächsten, der 46. Minute bestraft worden. Nur mit etwas Glück entging Olajengbesi dem nächsten Eigentor. Die „Konzentration in den ersten Spielminuten” dürfte schnell auf dem Stundenplan der Profis landen.

Und auch beim Zweikampfverhalten gibt es Ansätze, zum Beispiel bei Benny Auer, der Selim Teber eher ghandihaft attackierte. Und so landete seine Hereingabe wieder bei Liberopoulos, der Grieche vollendete fröhlich zum 4:1 (50.).

Das letzte Fünkchen Hoffnung war schnell verglüht. Der nächste Angriff, der nächste Treffer. Erneut war Aachens linke Abwehrseite die Einflugschneise. Tebers Vorlage vollendete Alexander Meier zum 5:1 (53.). Der Bundesligist durfte ein bisschen in den Zauberkasten greifen, selbst im Aachener Strafraum wurde er kaum gestört.

Krüger stellte auf eine Dreier-Kette um. Und dann beobachtete der Trainer, wie sein Team auch in aussichtsloser Lage nicht resignierte. Benny Auer per Doppelpack verkürzte (65./72.) zum 3:5.

Aachen drängte, nach langer Zeit tauchte noch einmal Gueye auf, verkürzte auf 4:5. Im Gegenzug verwandelte Teber einen Elfmeter (Stuckmann an Schwegler) zum 6:4. Aachen schießt vier Tore bei einem Bundesligisten, aber das reichte dem Krüger-Team nicht für eine Pokal-Überraschung.
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