Viele Vorschusslorbeeren für Klitzpera

Von: Christoph Pauli
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Er ist wieder da: Alexander Klitzpera übernimmt das Amt des Sportdirektors am Tivoli. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Die letzten Tage hat Alexander Klitzpera vor dem Bildschirm verbracht. Er schaute sich Alemannias Spiele der Hinrunde an. Weiterbildung in eigener Sache. In Erscheinung getreten ist der neue Geschäftsführer Sport noch nicht, obwohl er bereits seit Anfang Februar im Dienst ist.

Die Konzentration vor dem Spiel gegen RW Essen sollte nicht durch die Personalie gestört werden. Klitzpera erhält einen unbefristeten Vertrag, den beide Seiten unter nicht näher definierten Voraussetzungen kündigen können.

Am Montag nun war erste Arbeitstag des 37-Jährigen vor Ort, und natürlich suchte er sofort das Gespräch mit Peter Schubert. Die Verträge der Trainer laufen aus, und Klitzpera ließ bei seiner Vorstellung am Montag keine Zweifel, dass er sie zeitnah verlängern will. Der neue Vorgesetzte will den Verein nicht umkrempeln. „Wir wollen keinesfalls ein gut funktionierendes Gebilde verändern“, sagt Thomas Deutz, der sich im Aufsichtsrat um den Sport kümmert. Im Verein herrscht eine große Sehnsucht, auf den entscheidenden Posten Kontinuität zu schaffen.

Die Trainer sollen durch den neuen Geschäftsführer entlastet werden. „Es macht schon Sinn, wenn wir uns in diesem Bereich weiterentwickeln können“, sagt Peter Schubert.

An Arbeit mangelt es gerade nicht, die Lizensierungsunterlagen für Liga 3 und 4 müssen zusammengestellt werden, zudem laufen zahlreiche Verträge beim Tabellenführer aus. Klitzpera hat seinen Vertrag als Scout des 1. FC Nürnberg aufgelöst, aber die Kenntnisse über die 3. und 4. Liga, über viele Jugendklassen, über Spieler in Belgien und den Niederlanden bringt er natürlich mit. Etwa 300 Spiele hat er alleine im letzten Jahr beobachtet.

Ein neues Scoutingsystem am Tivoli aufzubauen, ist eine vordringliche Aufgabe. Viele Partien wird er sich selbst anschauen, zusätzliches Personal ist nicht vorgesehen. Ein anderer Akzent wird beim Nachwuchsleistungszentrum liegen. Bislang spielt kein Jugendteam in den höchsten Ligen. Klitzpera will sich um die „Schnittstellen“, um die Übergänge zwischen den Teams verstärkt kümmern.

Ende Dezember stellte der Aufsichtsrat den Kontakt zum ehemaligen Abwehrchef her. Die Runde suchte einen Fachmann fürs Runde, traf sich mit etwa zwei Dutzend Kandidaten. Mit jedem Treffen, sagt Klitzpera, reifte die neue Herausforderung, ehe er zusagte. „Der Verein bewegt sich in die richtige Richtung. Die Gespräche haben mich überzeugt, ich möchte hier gerne mein Wissen einbringen.“

Am Tivoli bekommt Klitzpera bei seinem Comeback viele Vorschusslorbeeren. „Wir haben den Besten bekommen“, ist das Fazit von Deutz. „Das ist kein Kompromisskandidat, sondern er erfüllt exakt unser Profil.“ Die Eigenschaften, die Klitzpera als Profi auszeichneten, hat er günstigerweise beibehalten: Er gilt als ungemein fleißig und ehrgeizig.

Mit seinen 37 Jahren ist er durchaus noch jung, unerfahren in der Branche ist er nicht. Er hat die Nachwuchsleistungszentren des FC Bayern am Anfang und des VfL Wolfsburg am Ende seiner Karriere kennengelernt. Zuletzt hat der gelernte Bankkaufmann den B- und A-Trainerschein gemacht, weil er auch mal die andere Sicht kennenlernen wollte. „Ich habe mich immer schon für die Aspekte hinter dem Spiel interessiert.“ Fußball ist sein Elixier. Der junge Familienvater, der nie die Region verlassen hat, fühlt sich durchaus gewappnet für den nächsten Karriereschub.

Als die Position am Tivoli das letzte Mal besetzt wurde, war eher ein externer Experte gefragt. Uwe Scherr sollte einen anderen Blick auf die Dinge mitbringen. Als nun sein Nachfolger mit insolvenzbedingter Verspätung eingestellt wurde, war ein gewisser Stallgeruch durchaus von Vorteil.

Der Verein organisiert sich gerade ein bisschen neu. „Wir waren uns in den Gremien einig, dass wir einen sportlichen Leiter wieder dazunehmen, wenn wir ihn aus dem Budget zahlen können“, sagt Deutz. Verlassen hat Klitzpera den Verein, als der noch in der 2. Liga am alten Tivoli spielte. Bei der Heimkehr ist Alemannia ein Viertligist mit einem erstklassigen Stadion. Klitzpera findet dennoch: „Es ist ein guter Zeitpunkt, hier einzusteigen.“ Das „Projekt 2018“ läuft gerade erfolgversprechend, bis zu diesem Jahr will der Klub der Regionalliga entkommen sein. Und dieses Projekt soll Klitzpera, der ab Freitag mit auf der Trainerbank sitzen wird, mit anschieben.

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