Viel Aufwand, wenig Ertrag: Alemannia verliert gegen Köln II 0:1

Von: Christoph Pauli
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Wieder ein Versuch: Auch Dennis Dowidat (Mitte) und Fabian Graudenz gelingt es nicht, Kölns Abwehr entscheidend auszuspielen. Foto: Jerome Gras

Aachen. Die Trikots hingen schmutzig wie gebrauchte Servietten an ihnen herunter, müde machten sich die Spieler auf den Weg in die Fankurve. Die Stimmung war mies, der triste Nachmittag endete für Alemannia mit einem tristen Ergebnis. Das Team unterlag dem 1. FC Köln II mit 0:1.

Auf der Verpackung stand dasselbe Resultat wie beim letzten Heimspiel gegen Dortmund II, der Inhalt war diesmal allerdings ansehnlicher. „Wir hätten mindestens einen Punkt, vielleicht sogar den Sieg verdient gehabt“, analysierte Fuat Kilic.

Aachens Trainer war durchaus zufrieden mit dem „Vollgas-Fußball“ seiner Mannschaft. „Enttäuscht bin ich aber von der Schiedsrichterleistung. Die Herren waren arrogant und schlecht.“ Kilic ärgerte sich, dass „alle 50:50-Entscheidungen gegen uns gepfiffen wurden“. Aber noch mehr war er erbost darüber, dass zwei Handspiele nicht geahndet wurden. Nach diesem durchaus intensiven Spiel redeten sie folglich über den Schiedsrichter wie über einen Handtaschenräuber.

Die Fehler der Schiedsrichter waren ein Thema, die Fehler der Aachener Profis das andere. Denn die Mannschaft war durchaus leidenschaftlich unterwegs, legte auch am Ende der Englischen Woche noch einmal zu. Indes: Die Flankenqualität war unterirdisch. Ein Dutzend Eckbälle, unzählige Freistöße, viele Hereingaben verpufften ungenutzt. „Vor dem Tor waren wir nicht zwingend genug, heute fehlte der Killerinstinkt“, urteilte Dennis Dowidat. So belohnten sich die Aachener nicht für den immensen Aufwand und schlichen als Verlierer von der morastigen Wiese.

Keine Wechsel in der Aufstellung

Kilic hatte erwartungsgemäß noch einmal den gleichen Aufstellungszettel wie am Mittwoch in Wiedenbrück angeschlagen. Die erste Chance ging an das Nachwuchsteam des Bundesligisten. Aachens Rechtsverteidiger Dominik Ernst teilte nach einem Freistoßpfiff Schiedsrichter Heinrichs seine Sicht der Dinge mit, während das Spiel schon weiterlief. Christian Kühlwetter schlängelte sich über die verwaiste Aachener Seite vors Tor, hatte freie Schussbahn, doch Aachens famoser Torwart Pierre Kleinheider schnellte den rechten Fuß heraus.

Gespielt waren da neun Minuten, und Aachen verstand den Warnpfiff. Die Mannschaft kam auf Touren. Die Statistikabteilung hielt bereits nach 20 Minuten fünf Ecken für die Gastgeber fest, am Ende waren es 12:3 - allesamt in der Kategorie harmlos einsortiert. Die rechte Angriffsseite war die bevorzugte Einflugschneise der Aachener Angreifer. Schöner Doppelpass zwischen Dowidat und Zieba, doch für dessen Flanke war Daniel Engelbrecht etwas kleingewachsen. Aachens Torjäger hatte einen schweren Stand.

Die Kölner kamen unter Druck, Entlastung fand minutenlang nicht statt. Eine halbe Stunde beschränkte sich Aachens neuer linker Verteidiger auf sein Kerngeschäft, dann entdeckte auch Tobias Mohr die gegnerische Hälfte. Seine kernigen Fernschüsse verfehlten das Ziel nur knapp (27./33.). Die Führung wäre verdient gewesen – und sie war möglich.

Dowidat stibitzte Michael Clemens den Ball, der schnell bei Timo Staffeldt landete. Kölns Keeper Sven Müller fegte dessen Schuss aus dem Winkel (42.). Diese erste Halbzeit hätte fast noch eine Pointe gehabt. Kölns Marcel Harthel eilte auf der rechten Seite davon, seinen Rückpass knallte Sebastian Zielinsky aus kurzer Distanz aufs Tor (43.). Aachens Torwart Pierre Kleinheider zeigte eine Parade de Luxe. Den Reflex sollte er sich einrahmen und in sein Wohnzimmer hängen.

Ausreichend Chancen

Die Partie blieb einseitig. Propheter verpasste mit einem harmlosen Kopfball die Führung (47.), dann folgte die Szene, die die Gemüter erhitzte. Lukas Klünter unterlief ein Handspiel im Strafraum, die vorgegebene Strafe unterblieb. „So einen klaren Elfmeter habe ich lange nicht mehr gesehen“, berichtete Dowidat später vom Tatort. Das 1:0 lag in der Luft, Graudenz scheiterte mit einem präzisen Fernschuss wieder am starken Kölner Torwart (64.). Dieses Spiel kostete Kraft, auch weil beiden Teams viele Fehler im Aufbau unterliefen.

Das Tor des Tages gelang dann Anil Capkin, der vom Strafraumeck den Ball gekonnt in den Winkel schlenzte (86.). Und auch hier reklamierten die Aachener ein ungeahndetes Handspiel Sekunden zuvor. Kilic „verlängerte“ seine Mannschaft, warf Löhden noch in die Schlacht, aber mehr als eine ungemein plumpe Schwalbe des ansonsten sehr agilen Dominik Ernst kam dabei nicht heraus. Der Verteidiger sah ebenso wie zuvor Timo Staffeldt seine fünfte Gelbe Karte und muss nun aussetzen.

So endete die Englische Woche unbefriedigend, der Blick zur Tabellenspitze erfordert bereits ein Fernglas. „Wir gehen sehr gut vorbereitet in das Spiel, investieren viel, und belohnen uns nicht. Das ist unfassbar ärgerlich“, murrte nicht nur Dowidat.

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