Unwiderstehlich im Schluss-Spurt

Von: Christoph Pauli
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Der Torjäger ist endgültig zurück: Benjamin Auer (links) trifft und gewinnt Zweikämpfe wie hier gegen Sören Gonther. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Die Zuschauer an diesem, Abend - sofern Stammkunden - lernten eine etwas andere Aachener Mannschaft kennen. Kein wildes Team, das sich wie ein hungriger Löwe auf das Steak stürzt. Die Mannschaft sorgte sich in erster Linie um die Spielkontrolle und dann erst um das Spektakel.

Zur Pause setzte leichtes Grummeln ein, doch am Ende war der neue Tivoli so munter wie seit Monaten nicht mehr. Alemannia besiegte den SC Paderborn mit 2:0, „und das schmeckt nach mehr”, urteilte nicht nur Manager Erik Meijer.

Es schmeckt auch nach mehr Zuschauern, denn Freitagabend wurden nur noch 14.514 Besucher gezählt: Negativrekord.

Die wichtigsten Werbeträger machten dann Werbung in eigener Sache. „Hoffentlich kommen beim nächsten Heimspiel mehr Zuschauer, die das hier genießen wollen”, wünschte sich Anführer Benny Auer.

Seine Mannschaft traf in der ersten Halbzeit viele falsche Entscheidungen. Ausnahme: Nach sieben Minuten schrammte der Ball knapp am Tor vorbei. Die Stieber-Flanke verpassten zunächst Arslan und dann Auer. Der junge Türke und der Kapitän rückten in die Startelf, in der erwartungsgemäß auch Aimen Demai für den verletzten Seyi Olajengbesi auftauchte.

Erst in den letzten Minuten dieser Halbzeit wehte ein Hauch von Abenteuer durch den schlecht gefüllten Tivoli. Demais Flanke verlängerte Höger auf Stieber, und der quirlige Ungar verpasste mit seinem Volleyschuss nur knapp die Führung. Die schönste Kombination hatten sich die Hausherren für die letzte Minute aufgehoben. Flüssig lief der Ball über Auer und Arslan, dessen Ablage schlenzte Höger knapp vorbei (45.). Das war noch nicht das letzte Wort. Aachen fing sich noch einen Konter nach einem eigenen Eckball ein, Kapllani rutschte knapp an der Gästeführung vorbei.

Aber in diese Aachener Mannschaft ist inzwischen ausreichend Zuversicht eingezogen. „Wir wissen um unsere offensive Qualität, wir müssen nur Geduld bewahren”, so Auer.

Nächster Akt, und Alemannia ballerte wie die dicke Berta drauflos, das Team nahm den Gegner in den Schwitzkasten und ließ nicht mehr los. Das Aachener Bubi-Mittelfeld zog das Tempo an.

Ein Déjà-vu droht

„Wir haben zu schnell die Bälle verloren, der Druck nahm immer weiter zu”, beobachtete auch Paderborns Trainer André Schubert. Die Chancen ergaben sich zwangsläufig. Wieder gab es eine Minute, in der Gästekeeper Daniel Masuch famos doppelte rettete, erst gegen Stieber, dann gegen Höger (54.). Aachen setzte nach, bevorzugt über die enorm starke linke Flanke mit der Achse Achenbach-Uludag-Stieber. Nach einer flotten Kombination landete der Ball von Arslan am Pfosten (67.).

Ein Djà-vu drohte, doch diesmal wurde der Aachener Eifer belohnt. Zunächst krönte der überragende Stieber eine perfekte Woche mit dem 1:0, das Uludag so perfekt auflegte wie der Oberkellner in einem gehobenen Restaurant. Gespielt waren da 75 Minuten, und auf der Bank war schon beraten worden, ob Auer tatsächlich durchspielen sollte. Der Trainer entschied so, und nach 78 Minuten traf der lange Kapitän im zweiten Nachfassen. Der Torjäger schmetterte den Ball in die Maschen zur Entscheidung.

Wie auch schon vor vier Tagen in Frankfurt setzte sich Aachen in der Schlusskurve ab. „Wir haben diese Power, auch eine Partie in den letzten 20 Minuten zu entscheiden”, jubelte Stieber.

Es war ein fröhlicher Abend am Tivoli, an dem der Trainer sagte, was er immer sagt. „Dieser Sieg ist genauso wenig ein Grund durchzudrehen wie die letzte Niederlage. Der Weg dieser Mannschaft ist das Ziel.” Etwas Lob ließ er sich dann doch entlocken. „Es sieht positiv aus.”
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