„Unterschiedliche Pläne für ein gemeinsames Ziel”

Von: Christoph Pauli
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Lauter Fingerzeige: Michael Krüger will mit seiner Mannschaft das magische 40-Punkte-Ziel erreichen. Foto: imago/Reichwein

Aachen. Es geht auch um die „Bäcker-Problematik”. Freitagabend ist der Alemannia-Profi auf der Wiese gegen Koblenz unterwegs, am Samstagmorgen holt er die Brötchen fürs Frühstück. „Wer von Euch hat also Lust auf dumme Bemerkungen beim Bäcker?”, fragt Trainer Michael Krüger seine Spieler vor dem Anpfiff.

Der Hinweis kommt nicht von ungefähr, gegen Gegner dieser Klangfarbe hat Alemannia die furchtbarsten Spiele in dieser Saison abgeliefert. Beispiel Ahlen, Beispiel Koblenz im Hinspiel, Beispiel Rostock am Wochenende. Die Liste der Peinlichkeiten ist lang.

Die Mannschaft verfüge über zwei Gesichter, referiert Krüger am Tag vor dem Spiel nicht zum ersten Mal. Und man gewinnt im Laufe dieser Ausführungen nicht den Eindruck, dass der Trainer da noch viel ändern kann. Nicht mehr in dieser Saison. „Wir wissen, woran es liegt, das Ziel ist es, diese Dinge für die nächste Spielzeit abzustellen. So eine Saison darf es nicht mehr geben.”

Es ist das finale Urteil über eine Mannschaft, die es in dieser Form nicht mehr lange geben wird. Der Umbruch ist eingeläutet. Die Gruppe habe weniger ein „Qualitäts-, denn ein Mentalitätsproblem”, sagt ihr Trainer. In freier Wildbahn ist dieser Charakter öfter zu besichtigen gewesen in dieser Spielzeit. „Gegen starke Gegner ist die Gruppe sehr konzentriert, gegen vermeintlich schwächere Gegner wirkt sie, als sei ein Duell unter ihrer Würde.”

Seit zwei Monaten ist Eric van der Luer bei der Mannschaft. Der Niederländer, der ab nächster Woche den großen Trainerschein mit einer Reihe prominenter Ex-Spieler in den Niederlanden angeht, ist Co-Trainer. Vorerst nur interimsweise, vermutlich bald langfristig.

Der ehemalige Nationalspieler zweifelt, ob diese Mannschaft sinnvoll zusammengestellt ist. Das sei eine sehr willige, nette Gruppe, urteilt er. Keine Ansammlung von „Stinkstiefeln” habe er vor sich, sagt auch Krüger. „Das Team macht das, was der Trainer sagt. Aber es hat Schwierigkeiten, Entscheidungen auf den Platz selbstständig zu treffen und sich auf komplizierte Situationen einzustellen. Die Spieler haben alle ein gemeinsames Ziel, aber jeder hat einen anderen Plan dafür”, urteilt van der Luer nach wenigen Wochen.

Krüger, van der Luer und Manager Erik Meijer wollen diesen speziellen Charakter ändern, fahnden nach Lotsen auf dem Platz. Die Impulse werden von außen durch neue Spieler gesetzt. „Aber vielleicht kommt die Mannschaft auch weiter, wenn der eine oder andere weggeht”, sagt van der Luer. 16 Verträge laufen aus, und das sei eher eine Chance denn ein Risiko, merkt der Niederländer an. Zeit für notwendige Veränderungen. Der Verein will dabei aus der finanziellen Not eine Tugend machen. Van der Luer, der seit Jahren die zweite Mannschaft formt, hat einen Traum. „Es wäre doch phantastisch, wenn wir bis zum Jahr 2015 eine Mannschaft auf dem Platz bekämen, in der nur Spieler stehen, die hier schon den Jugendbereich durchlaufen haben.”

Zukunftsfanfaren. Aktuell fordert Michael Krüger, dem Szukala, Demai und Burkhardt am Freitag fehlen, einen Heimsieg, „ohne dass wir einen Gegentreffer fressen”. Damit der Bäckerbesuch ohne Komplikationen verläuft.
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