Unnötig spannend: Alemannia gewinnt gegen Siegen

Von: Christoph Pauli
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Die Aachener hatten ausreichend Gelegenheiten, am Torverhältnis zu schrauben. Foto: Jerome Gras

Siegen. Die Spieler hatten es nicht eilig nach dem Spiel, sie gönnten sich noch eine sehr ausgedehnte Ehrenrunde im Leimbachstadion, um den verdienten Applaus zu melken. Fuat Kilic beobachtete seine Mannschaft ein bisschen aus der Ferne, Alemannias Trainer stand noch unter dem Eindruck eines intensiven, unnötig nervenaufreibenden Spiels.

Mit einem 1:0 Sieg bei den Sportfreunden Siegen endete Aachens Stapellauf in die neue Saison. Es war eines der einseitigsten Spiele seit dem großen Mammutsterben, und dennoch war es eine merkwürdige Partie. Einerseits fiel Aachens Erfolg um etwa vier bis acht Tore zu niedrig aus, andererseits wartete der tapfere Aufsteiger bis zur letzten Sekunde auf die eine Konterchance, um noch einen Punkt zu ergattern.

Und so trafen später bei der Spielanalyse zwei Trainer aufeinander, die beide durchaus zufrieden mit dem Saisonauftakt waren. „Es war sehr wichtig mit einer guten Leistung und einem Erfolg in die Saison zu starten“, urteilte Kilic. Sein Kollege Ottmar Griffel freute sich über die Leidenschaft und die Kampfkraft, die sein Team über 90 Minuten demonstriert hatte.

Die Saison war 55 Sekunden alt, da erhielt Alemannia den ersten Eckball. Der abgewehrte Ball kam zu Jerome Propheter, aber auch dessen Versuch aus kurzer Distanz wurde blockiert. Mit der ersten Minute entwickelte sich ein enorm einseitiges Spiel. Alemannia hatte gefühlt 84,5 Prozent der Ballanteile, war drückend überlegen. Das war später auch am Eckballverhältnis abzulesen: 0:15. Und 14 der 15 Aachener Ecken wurden von der rechten Seite getreten. Das lag einerseits daran, dass die Gäste ihr Spiel sehr rechtslastig angelegt hatten, weil sie dort Lücken im Abwehrgestrüpp ausgemacht hatten. Anderertseits lag es daran, dass dort mit Florian Rüter der beste Mann auf dem Platz wirbelte. Immer wieder huschte der Rechtsaußen durch die feindlichen Linien. „Wir haben heute sehr gut umgeschaltet, deswegen hatten wir viele freie Räume.“

Seine Hereingaben fanden allerdings selten Abnehmer. Mergim Fejzullahu knallte den Ball aus zwölf Metern knapp neben den Winkel (21.). Der Aufsteiger verbarrikadierte sich - und hatte dennoch bis zum Wechsel zwei gute Gelegenheiten für ein Premierentor. Nach einem abgewehrten Freistoß stimmte Aachens Staffelung nicht, und so rannten zwei Angreifer alleine auf Dominique Ernst zu. Siegens Nebi Arda schloss überhastet ab (17.).

Ein anderes Mal rutschte der Ball durch die kaum geforderte Gästeabwehr, Lueken Konate kam freistehend sieben Meter vor dem Tor zum Schuss, fand aber in Pascal Nagel seinen Sieger (32.). Das waren die einzigen Irritationen für die spielerisch überzeugenden Aachener, die ihre besten Chancen ergaben vorerst in der Schlussphase der ersten Halbzeit hatten.

Der nicht einmal häufig geprüfte Dominik Poremba klatschte einen Fernschuss von Dennis Dowidat nach vorne ab, Philipp Gödde köpfte den Abpraller knapp vorbei (42.). Ein Sekunden später knallte Mohammad den Ball aus 25 Meter an die Latte (43.).

Die Mannschaft blieb auch nach dem Wechsel ruhig, erhöhte das Tempo, erarbeitete sich weiter Chancen für zwei, drei Spiele. „Wir haben immer an uns geglaubt, nie die Köpfe hängen lassen“, urteilte Kapitän Timo Staffeldt später. Eckbälle und Freistöße flogen wie Dutzendware in den Strafraum - allesamt harmlos. Zeitweilig erinnerte das einseitige Spiel an ein Pokalspiel, in dem sich der krasse Außenseiter nur irgendwie über die Zeit retten will.

Göddes Drehschuss kullerte vorbei (51.), Dowidat und Fejzullahu scheiterten nacheinander innerhalb von Sekunden an Torwart Dominik Poremba (63.). „Es wäre schon sehr bitter gewesen, wenn wir uns hier nicht belohnt hätten“, fand Kilic. Fejzullahu erzielte den Treffer des Tages mit Gewalt. Mit der Pieke drosch er den Ball aufs Tor, der diesmal nicht geblockt, sondern abgefälscht wurde (65.). „Solche Treffer zählen auch“, grinste der Angreifer später.

Die Aachener hätten es sich deutlich gemütlicher machen können, denn sie hatten weiterhin ausreichend Gelegenheiten, am Torverhältnis zu schrauben. Rüter köpfte auf die Latte (74.), Dowidat scheiterte freistehend am Torwart (79.), der agile Dominik Ernst traf nach feiner Vorarbeit von David Pütz nur den Pfosten (86.), Rüter spielte den Torwart aus, sein Torschuss prallte wieder einmal an einem Siegener Abwehrbein ab (89.). Und so hätte diese Partie fast noch eine Pointe bekommen, weil Siegens Arda Nebi in der letzten Sekunde eine Flanke nur knapp am Tor vorbeilenkte. So endete eine Partie, die unnötig spannend war.

 

 

 

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