Köln - Unerklärliche Schwankungen: Alemannia unterliegt Köln

Unerklärliche Schwankungen: Alemannia unterliegt Köln

Von: Klaus Schmidt
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Und plötzlich im Einsatz: Das Debüt von Alemannia-Keeper Philip Sprint, der sich hier vergeblich gegen den FC-Torschützen Maurice Exslager streckt, stand unter keinem guten Stern. Links Jannik Löhden. Foto: Jérôme Gras

Köln. Die Geschichte ließe sich jetzt so erzählen: Dem einen Vertreter gerät ein Befreiungsschlag zum Querschläger, der zum 0:1 führt. Dem anderen Vertreter rutscht der nasse Ball über die Handschuhe zum Tor, das die Niederlage besiegelt. Christian Benbennek möchte die Geschichte von Alemannia Aachens 1:2 bei der U 21 des 1. FC Köln nicht so erzählen.

„Das würde den beiden, die heute nicht gespielt haben, die Wichtigkeit geben, die ich nicht haben will“, sagte der Chefcoach. Zum zweiten Mal in Folge hatte sein Team verloren, erneut den Sprung an die Tabellenspitze verpasst, wieder mal im Verlauf von 90 Minuten gezeigt, was es draufhat – im Positiven wie im Negativen. Und am Ende des Tages ging es um „professionelle Einstellung“, um „Disziplin und Teamgeist“ und darum, „dass jeder weiß: Er ist nur ein kleines Rad und hat der Alemannia alles unterzuordnen“. Sonst sei das Kollektiv in Gefahr.

Die Weckerfunktion...

Stammkeeper Frederic Löhe und Rechtsverteidiger Dominik Ernst hatten am Samstag verschlafen und waren verspätet zum Abschlusstraining erschienen. „Die Weckerfunktion ihrer Smartphones hatte versagt“, berichtete Benbennek – und griff durch. Im Tor gab Philip Sprint sein Debüt, Nils Winter kehrte in die Vierer-Abwehrkette zurück.

Alemannia fand schwer Zugriff auf den Gegner, Sprint musste gleich mal einen Schuss von Kühlwetter parieren (5.). Der FC stand hoch, erneut konnte Aachen nur reagieren – und Winters Rettungsversuch wurde zur Vorlage für Exslager, der den Ball zum 1:0 in die lange Ecke drosch (10.). Mit Verspätung kamen die Schwarz-Gelben auf Temperatur, sie übernahmen die Hoheit, und die Idee mit der spielerischen Note durch Maciej Zieba sollte sich als richtig erweisen. Der Pole war an nahezu allen Aktionen beteiligt, hatte seinen ersten Abschluss nach 17 Minuten. Sein Schuss drei Minuten später wurde geblockt, im zweiten Versuch zur Ecke abgefälscht, in deren Anschluss Jannik Löhden knapp vorbeiköpfte.

Der nächste Angriff brachte den Ausgleich. Bastian Müller bereitete vor, Zieba zog aus halblinker Position ab (24.). Das war bis zur Pause mehr als verdient, Rüter traf noch den Pfosten (30.) und wurde kurz darauf nach einem Solo in letzter Sekunde von Laux gestoppt. Schwachpunkt der Gäste war allerdings die linke Abwehrseite von David Vrzogic, dessen Fehler die Kollegen ausbügelten.

Der energische Antritt des Teams zur zweiten Halbzeit sollte die Weichen zum vierten Auswärtssieg im vierten Spiel stellen. Für Benbennek wäre das „ein riesen Zeichen gewesen – wir schaffen es auch so“, ohne Löhe und Ernst. „Pressing, Balleroberung, herausgespielte Chancen“, der Coach war zufrieden. Und dann der nächste unerklärliche Filmriss in dieser Saison: Wieder ließ sich die Mannschaft ohne nachvollziehbaren Grund weit zurückdrängen, lud Cueto, dann Kühlwetter zum Torschuss ein.

Und dann Sprints Patzer . . .

Schließlich bereiteten die Gäste auch den erneuten Rückstand selbst vor. „Das geht auch auf meine Kappe“, klagte sich Zieba wegen seines Ballverlustes selbst an. Cueto, nicht energisch genug von Peter Hackenberg angegriffen, zog dann einfach mal ab, der Ball setzte auf und verhagelte Philip Sprint den Einstand (64.). „Das hatte ich mir natürlich anders vorgestellt. Den Ball muss ich haben.“ In der Nachspielzeit verendete der letzte Schuss von Dennis Dowidat neben dem Pfosten.

Ob auf Löhe und Ernst weitere Konsequenzen zukommen, das mochte Manager Alexander Klitzpera nicht final beantworten. Aber: „Es wäre zu einfach zu sagen, wir hätten das Spiel verloren, weil zwei andere gespielt haben.“

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