Überflüssige Spannung: Alemannia spielt 3:1 in Wegberg

Von: Helga Raue und Christoph Pauli
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Alemannia
Energisch verteidigten die Aachener die knappe Führung. Foto: Jérôme Gras

Wegberg-Beeck. Am Ende zeigte die kleine Anzeigentafel im Waldstadion Alemannias 3:1-Sieg beim FC Wegberg-Beeck an. Es war ein merkwürdiges Ergebnis, das den Verlauf dieser Partie nicht so recht abbildete. Einerseits hätte da auch ein sehr hoher Sieg der Gäste stehen können, andererseits stand diese Partie bis zur letzten Sekunde noch auf der Kippe.

Die Gäste sorgten selbst für die überflüssige Spannung. Alemannia gab den 1311 Zuschauern einen schönen Überblick, welche Formen erstklassiger Torchancen man binnen 90 Minuten versieben kann.

Den Auftakt in dieser Disziplin machte Daniel Hammel. Nach 90 Sekunden bereits musste Wegbergs Torwart Stefan Zabel abtauchen, nachdem der Angreifer aus 14 Metern abgezogen hatte. Aachens Angreifer bekam - ebenso wie Arda Nebi - die Chance, auch in eigener Sache zu punkten. Die Aachener waren deutlich überlegen, es entwickelte sich zum Leidwesen von Wegbergs Coach Friedel Henßen zunächst ein einseitiges Spiel.

„Uns fehlten zehn bis 15 Prozent an Aggressivität im ersten Durchgang.“ Seine Mannschaft pfiff ein bisschen aus dem letzten Loch. Shpend Hasani und Sahin Dagistan waren ohne lange Vorbereitung in die Partie gegangen, Thomas Lambertz plagte tagelang eine Grippe. Zudem musste Henßen seine eingespielte Abwehrreihe neu sortieren, nachdem sich die Innenverteidiger Dany Fäuster (Magen-Darm) und Simon Küppers (Studiengründe) abgemeldet hatten.

Und so verlor der Aufsteiger auch wichtige Zentimeter im Luftkampf. Mike Kühnel lenkte einen Freistoß auf die Stirn von Junior Torunarigha. Eine Sekunde staubte Marcel Damaschek ab zum 1:0 (24.) - für den Verteidiger war es bereits der dritte Saisontreffer. Die Führung gab weiteren Rückenwind, Nebi verpasste aus vier Metern den nächsten Treffer (26.).

Das 2:0 folgte dennoch zeitnah, Torunarigha durfte sich den Ball vor dem Strafraum zurechtlegen, sein Linksschuss aus 17 Metern war nicht mal sonderlich platziert (28.). Pause - und die Aachener verabredeten sich möglichst schnell zum 3:0. Mergim Fejzullahu wurde in letzter Sekunde geblockt (47.), der folgende Eckball von Meik Kühnel klatschte gegen den Pfosten.

Gelegenheiten setzte es fast im Minutentakt. Der enteilte Fejzullahu wurde wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung zurückgepfiffen. Und als dann Alexander Heinze zum 3:0 eingeköpft hatte, legte Schiedsrichter Laurent Kopriwa sein Veto ein. Er hatte ein Foul von Torunarigha (58.) registriert. Der Spielleiter aus Luxemburg wird wenig Likes aus Aachen auf seiner Facebook-Seite am Wochenende bekommen. Die Gäste reklamierten ergebnislos ebenso ein vermeintliches Foulspiel gegen Fejzullahu im Strafraum (60.) als auch ein Handspiel von Tobor nach einem Hammel-Schuss (70.).

Dass der Gast-Referee nach Spielende noch ein Thema wurde, hatten sich die Aachener allerdings selbst zuzuschreiben. „Nach Chancen führen wir 10:0, aber es steht nur 2:0“, stellte David Pütz fest. „Wir haben den Gegner im Spiel gehalten.“

Die Gastgeber erhöhten das Risiko, bekamen mehr Feldanteile. Patrick Nettekoven musste erstmals eingreifen, als erst Lambertz und dann Nico Czichi vor ihm auftauchten (61.). Ein paar Sekunden später streckte sich Aachens Keeper vergeblich, als ein Weitschuss von Shpend Hasani knapp neben dem Pfosten einschlug. Gespielt waren da 63 Minuten, und die Intensität nahm zu.

„Der Gegner hat es gut gemacht mit seinen Möglichkeiten“, urteilte Pütz. Der Gegner biss sich in die Partie zurück, kam besser in die Zweikämpfe. Zu Chancen reichte es allerdings nicht. Energisch verteidigten die Aachener die knappe Führung. Sie bekamen viele Räume, aber sie spielten viele Überzahlsituationen nicht gut aus. Aachen blieb ein Team, das die Chancen weiterhin massenweise wegwarf.

„Wir müssen konzentrierter im Abschluss sein“, war nicht nur die Meinung von Tourunarigha, der freistehend sechs Meter vor dem Tor vergab (87.). Daniel Hammel nutzte eine seiner Möglichkeiten, vollendete einen letzten Konter mit einem Flachschuss ins lange Eck zum 1:3 (93.). Fuat Kilic freundete sich nicht mit der Chancenauswertung, aber schnell dem Ergebnis an. Aachens Trainer genehmigte den in Aussicht gestellten freien Sonntag.

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