Aachen - „Trügerisches Spiel“: Alemannia trennt sich 1:1 von Düsseldorf II

„Trügerisches Spiel“: Alemannia trennt sich 1:1 von Düsseldorf II

Von: Klaus Schmidt
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Will hoch hinaus: Alemannias Philipp Gödde (vorne) trifft nach seiner Einwechslung zum 1:0, doch das reicht nicht für einen „Dreier“. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. In dieser Klasse muss man vielleicht mehr als in jeder anderen immer mit Überraschungen rechnen. Wer gegen den Abstieg spielt, ist selten mit hoher Wahrscheinlichkeit ein verlässlicher Punktelieferant. Diese Erfahrung machte nun Alemannia Aachen am Dienstagabend im Nachholspiel der Fußball-Regionalliga West: Vor 4700 Zuschauern kamen die Schwarz-Gelben nur zu einem 1:1 (0:0) gegen Fortuna Düsseldorf II.

„Das war zu behäbig und zu wenig von uns“, sagte Kapitän Timo Staffeldt. „Wenn man sieht, was wir in den letzten Spielen abgeliefert haben und was heute, dann ist das enttäuschend.“ Alemannias Chefcoach Fuat Kilic mochte der Mannschaft keinen Vorwurf machen: „In der zweiten Halbzeit haben wir zugelegt. Aber es sollte heute einfach nicht sein.“

Ohne Ernst, mit Dreierkette

Mit dem Anspruch, „in Aachen nachzulegen“, war Fortuna-Coach Taskin Aksoy nach dem überraschenden 3:2 gegen Dortmund II am Dienstag an die Krefelder Straße gereist. Das klang durchaus keck, denn Düsseldorf hatte es bis dahin als einzige Mannschaft der Liga noch zu keinem Auswärtssieg in dieser Saison gebracht. Fuat Kilic erstaunte weniger mit der Hereinnahme von Tobias Mohr und Florian Rüter (für Philipp Gödde) nach dem Sieg in Essen als mit dem Bank-Platz für Dominik Ernst. Das Gerücht, der Vertrag des Rechtsverteidigers hätte sich aufgrund Erreichen einer Mindestanzahl an Einsätzen an diesem Abend automatisch verlängert, entlarvte der Coach als solches – Ernst klagte über Adduktorenprobleme.

Alemannia stellte wieder auf Dreierkette um, Nils Winter und Mohr besetzten die Flügel. Für Dominanz sorgten jedoch zunächst die Gäste, denen der letzte Erfolg offensichtlich genug Selbstvertrauen für den nächsten frechen Auftritt gegeben hatte. Aachen bekam die Fortuna nur schwer gestellt, in der 14. Minute folgte der erste Warnschuss. Nach einem Einwurf zog Froese ab, Aachens Keeper Mark Depta parierte zur Ecke.

Die flinke Offensive des Abstiegskandidaten forderte Wachsamkeit. Eine halbe Stunde war schon vergangen, als Rüter nach Flanke von Winter die erste Mini-Chance für die Schwarz-Gelben hatte – sein Kopfball flog aber reichlich über die Latte. Es folgte die beste Phase vor der Pause. Joy-Lance Mickels startete ein Solo über die linke Seite, vom Steeg wischte den Ball aus spitzem Winkel weg (33.). Und vier Minuten später legte Rüter für den Sturmpartner auf, Mickels verzog jedoch aus der Distanz.

Zur zweiten Halbzeit war die Dreierkette Geschichte, Kilic verstärkte die Offensive und wechselte Gödde für Maurice Pluntke ein. Alemannia blieb zwar optisch überlegen, große Gefahr verbreitete das Team aber weiterhin nicht. Bis zur 63. Minute: Kinjo hatte kurz zuvor noch knapp über Aachens Torwinkel gezielt, im Gegenzug legte Mergim Fejzullahu den Ball quer auf Gödde, der nur noch den Fuß reinhalten musste zum 1:0.

Mit dem nächsten leichtfüßigen Solo und einer genialen Hackenvorlage schickte Mickels sieben Minuten später Rüter auf den Weg zur Vorentscheidung – mit zu viel Zeit und zu viel Raum scheiterte der Angreifer freistehend an vom Steeg. Eine Nachlässigkeit, die sich rächen sollte. Bonga passte von der Torauslinie auf Froese, der Kanadier glich aus kurzer Distanz aus (75.).

Fejzullahu versuchte noch aus der zweiten Reihe den „Dreier“ zu retten, Winter rutschte der Ball vom Spann. Und dann sah Necirwan Khalil Mohammad auch noch in der Nachspielzeit Gelb-Rot. „Nach dem 1:0 hatten wir gedacht, das Spiel wäre durch“, sagte Joy-Lance Mickels. „Aber es war ein trügerisches Spiel.“

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