Trotz Pokal-Aus: Das „gute Gefühl“ ist bei Alemannia zurück

Von: Christoph Pauli
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Applaus trotz Pokal-Aus: Christian Benbennek (rechts) war mit dem Auftritt seines Teams zufrieden. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Das Spiel war schon vorbei, da machte sich der Kölner Fan auf den Weg. Der junge Mann sauste mit freiem Körper über das Spielfeld. Die Ordner, die ihn aufhalten wollten, rutschten reihenweise weg auf dem schon wieder urlaubsreifen Rasen. Das sah lustig aus.

Der Flitzer schlug ein paar Haken, provozierte ein bisschen pubertär den Aachener Anhang, ehe die Sicherheitsleute ihn in den Griff bekamen. Wenn man so will, war das eine der wenigen „Kölner“ Strafraumszenen. Der Drittligist siegte 2:0 und verließ „ausgesprochen glücklich (Fortuna-Trainer Uwe Koschinat) den Tatort in Richtung A4.

Zurück blieb ein Viertligist, der den FVM-Pokal schon in der ersten Runde verlassen muss. Die begehrte Geldquelle versiegte, noch bevor sie in Gang kam. Aachen hatte deutlich mehr und bessere Strafraumszenen als die ersatzgeschwächten Gäste, aber das Dilemma ist ja fast chronisch: Die Mannschaft macht zu wenig aus ihren Möglichkeiten.

Für Alemannia war es das sechste sieglose Pflichtspiel in Serie, diese Niederlage schmeckte ziemlich bitter, weckte aber die Zuversicht. Das „gute Gefühl“ ist zurück, wie es Peter Hackenberg beschrieb. „Wir haben endlich wieder gezeigt, dass wir als Team nicht nur außerhalb, sondern auch auf dem Platz funktionieren“, ging auch Dominik Ernst zuversichtlich in die Nacht.

Zuletzt kam ja die Frage auf, ob Trainer und Mannschaft doch noch zu einer Erfolgsgemeinschaft verschmelzen können. Dieses Spiel gegen einen klassenhöheren Gegner machte nach tristen Wochen zumindest wieder Hoffnung auf eine Schubumkehr.

Aachens Trainer wirkte fast ein bisschen befreit nach dieser Niederlage. Diese Pannenserie hatte zuletzt erkennbare Spuren bei Christian Benbennek hinterlassen. Die zurückgekehrte Zuversicht war ihm fast körperlich abzulesen. Den Rücken durchgedrückt, mit klarem Blick, ein bisschen im Angriffsmodus parierte er entschlossen die Fragen, die auf ihn zuflogen. Jeder seiner Sätze wirkte so optimistisch wie im Homeshopping-Kanal.

„Absolut zufrieden“, „wahnsinnig stolz“ – Benbennek ließ keine Zweifel aufkommen, dass sich aus dieser Niederlage viel Honig saugen lasse. Mannschaft und Trainer stehen unter verschärfter Beobachtung: Sie wissen, dass sie zeitnah Ergebnisse liefern müssen. „Ich bin überzeugt, dass wir am Freitag die Wende gegen Wegberg-Beeck schaffen“, kündigte Benbennek an.

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