Trotz neuen Stadions: Spieleretat wächst nicht mit

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Alemannia Aachens neuer Sportdirektor Andreas Bornemann. Foto: Plitzner

Aachen. Es war nicht der Tag, an dem die Erwartungen wie bunte Luftballons platzten. Es war ein Alemannia-Tag, wie es ihn schon etliche Male in dieser Saison gab.

Alemannia demonstrierte in Freiburg wieder einmal, zu welchen ungeheuren Leistungsschwankungen die Mannschaft in 90 Minuten in der Lage ist. In Freiburg blieb als letzter Eindruck haften, dass die Mannschaft mit ihren Räumen und Möglichkeiten auch diesmal nicht viel anfangen konnte. Eine nachhaltige Entwicklung ist nicht zu erkennen.

„5 aus 18” ist die aktuelle Punkteausbeute, Aachen liegt schlapp auf Platz 12 der Rückrundentabelle, die Mannschaft sieht nur noch die Rücklichter der Spitzengruppe. Manager Andreas Bornemann sagt deutlich, er sei „absolut unzufrieden” mit den Ergebnissen in den zurückliegenden Wochen.

Bei seinem Amtsantritt hat der 37-Jährige schnell die Weichen gestellt und den auslaufenden Vertrag mit seinem Trainer Jürgen Seeberger verlängert. Die (minimale) Vertragsverlängerung war auch ein Signal an die Mannschaft, in der sich die Alibi-Suche für merkwürdige Darbietungen teilweise zu einem Hobby entwickelt hatte.

Die Dinge haben sich nicht zum Besseren entwickelt. Die schnelle Entscheidung hat weder Seebergers Lage noch die sportliche Ausgangslage verbessert.

Unverändert ist Alemannia eine unkalkulierbare Veranstaltung. Brillante Tivoli-Darbietungen wie gegen Nürnberg, Freiburg oder Mainz sind die Ausnahme, der Alltag kommt deutlich trister daher. Bei Auswärtsspielen eröffnet die Mannschaft regelmäßig die Geschenkboutique.

An dem Trainer wollen sie festhalten, dafür wird sich naturgemäß die (Schmadtke-)Mannschaft im Sommer verändern, die der ausgeschiedene Manager noch zusammengestellt hat. Der Kader soll reformiert werden. Im Rahmen der Möglichkeiten. Die werden sich trotz neuer Spielstätte vorerst nicht verbessern. Der Schuldendienst für den neuen Tivoli muss bedient werden. Im ersten Jahr sind das satte 6,5 Millionen Euro, bestätigt Geschäftsführer Frithjof Kraemer.

Die Ausgangslage wird sich nicht so schnell verbessern - auch in der neuen Arena nicht. Im Winter waren die Transfers von Seitz und Oussalé erst möglich, als die Berufsgenossenschaft die Gehälter für langfristig verletzte Profis übernehmen musste.

Bornemann muss mit einem unveränderten Etat (Gesamtetat aktuell 17,5 Millionen Euro) auskommen. Der Spieleretat wird nicht veröffentlicht, er wird ungefähr bei der Hälfte der Summe liegen. Die Möglichkeiten könnten sich noch bei einer entsprechenden Karten-Nachfrage leicht verbessern.

Immerhin: Der neue Gesamtetat weist keine „außerordentlichen Erlöse” aus. Ein Transfererlös - etwa durch den Verkauf des Juwels Lewis Holtby - ist nicht in den Etat-Plänen vorgesehen.
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