Aachen - Tim Lünenbach: Ein Typ, „der sich nicht hängen lässt“

Tim Lünenbach: Ein Typ, „der sich nicht hängen lässt“

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Am Freitagmittag wurde das dunkelste Kapitel der Vereinsgeschichte auf nette Art beendet. Der ehemalige Insolvenzverwalter und der ehemalige Interimsgeschäftsführer gaben ihren Ausstand am Tivoli, Rolf-Dieter Mönning und Michael Mönig ließen kulinarische Genüsse von einem der feinsten Italiener der Stadt auffahren, Mitarbeiter und sportliche Belegschaft waren eingeladen.

Da ein voller Bauch nicht gern trainiert, verschob Chefcoach Peter Schubert die Einheit um eine halbe Stunde.

Am Sonntag ruft wieder die Pflicht, ab 14 Uhr stellt sich Fortuna Düsseldorf II bei Alemannia Aachen vor. Dennis Dowidat kehrte nach einem Tag Pause zur Vorbereitung auf den Platz zurück; die gesundheitlichen Probleme lagen im Nierenbereich, gaben aber keinen weiteren Anlass zur Sorge.

Das Team biegt auf die Zielgerade einer Saison ein, die ein gutes Ende zu nehmen scheint. Die Tabellensituation wirkt „nicht mehr richtig bedrohlich“, sagt Tim Lünenbach. „Wir haben die meisten Mannschaften von oben hinter uns und noch die Chance auf einen einstelligen Tabellenplatz.“

Lünenbach gehört zur Kaste der jungen Spieler wie Nazim Sangaré, Armand Drevina und Marvin Ajani, die im vergangenen Sommer ins kalte Wasser geworfen wurden. Er spielte zunächst eine der Hauptrollen, verschwand dann über Monate von der Bildfläche – und meldete sich zuletzt als Joker und Torschütze zum 1:1 in Leverkusen zurück. „Natürlich habe ich mich gefragt, was ich besser machen kann. Aber ich bin ohnehin eher der Typ, der kämpft und sich nicht hängenlässt.“

Der gebürtige Bonn-Duisdorfer kam über den VfR Flamersheim (Kreis Euskirchen) vor knapp fünf Jahren zu Alemannia, als Stürmer. „Lüne“ begann in der B-Junioren-Bundesliga, wurde dort von Trainer Ben Manga zum „Sechser“ umfunktioniert. In der A-Junioren-Bundesliga (unter dem jetzigen Assistenzcoach Reiner Plaßhenrich) und in der U23 (unter dem jetzigen Chef Schubert) half der Linksfuß dann auch schon mal als Innenverteidiger aus, wenn Not am Mann war. Als „ungewöhnlich“ bezeichnet auch Schubert den Weg des 20-Jährigen: „Er kommt aus der Offensive und geht immer weiter zurück. Das passiert sonst eher bei älteren Spielern.“

Alemannia startete mit dem Innenverteidiger-Duo Lünenbach/Thackray in die Saison. Thackray verletzte sich am fünften Spieltag, nach zwei weiteren Niederlagen und dem 0:5-Desaster in Mönchengladbach „mussten die Trainer was Neues probieren, um für die Kehrtwende zu sorgen“. So sieht Tim Lünenbach das auch heute noch, „ich konnte das verstehen“, zumal Schubert und Plaßhenrich mit dem Spieler darüber sprachen und es ihm erklärten. Sie wollten ihn nicht verheizen in einer Phase, als die gesamte Mannschaft ein wackliges Konstrukt war. „Aber Tim hat sich nicht demoralisieren lassen“, sagt der Chefcoach, „er ist in seiner Einstellung ein absolutes Vorbild und hat eine gute Entwicklung genommen.“

Lünenbach wird auch am Sonntag wieder zum Kader gehören, er hofft, „bis zum Saisonschluss noch mehr Einsätze zu bekommen“, um sich zu empfehlen. Der Vertrag läuft aus, Gespräche über eine Verlängerung gab es noch nicht. „Ich fühle mich wohl bei Alemannia. Sonst wäre ich nicht im fünften Jahr hier.“ Klingt nach Bereitschaft zu einem sechsten.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert