Tihange-Spiel: Kein Spiel wie jedes andere für Hammel & Co.

Von: Klaus Schmidt
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„Auf dem Platz konzentriert man sich aufs Spiel“: Daniel Hammel hat keinen Bammel vor der Kulisse am Samstag auf dem Tivoli. Foto: imago/Revierfoto

Aachen. Der Tabellenachte erwartet den Tabellenelften – das klingt nicht unbedingt nach Straßenfeger. Doch am Samstag ist alles anders, ein Mittelfeld-Duell der 4. Liga wird zum Publikumsmagneten. Alemannia Aachen und die U 21 des 1. FC Köln positionieren sich mit der Aktion „Stop Tihange“ außerhalb des Sports, der Protest gegen das umstrittene Kernkraftwerk in Belgien wird zum Schulterschluss mit den Fans.

Ab 14.00 Uhr schauen sich mehr als 20.000 Zuschauer beim Einheits-Ticketpreis von fünf Euro ein Spiel an, das unter normalen Umständen nur ein Viertel interessieren würde.

„Natürlich ist das kein Spiel wie jedes andere“, sagt Alemannia-Chefcoach Fuat Kilic, „klar wurde die Kulisse thematisiert.“ Und sie sollte ein schöner Ansporn sein – um sportlich „wieder in die Spur zu kommen und ein paar hundert oder tausend für die Alemannia wiederzugewinnen. Fans, die zuletzt Frust geschoben haben. Und die wieder Lust bekommen sollen, an den Tivoli zurückzukehren.“

Von den letzten zwölf vergebenen Punkten haben die Schwarz-Gelben nur einen Zähler geholt, drei Mal in Folge haben sie jetzt verloren, bei Schalke II nun auch erstmals auswärts. Kilic gewann in diesen Wochen mehr und mehr den Eindruck, dass sich „der eine oder andere nicht mehr seiner Verantwortung bewusst war, dass das eigene Ding gemacht wurde. Aber wir sind eine Mannschaft, die nur als Einheit funktioniert.“

Es gab Kritik von Defensive an Offensive und umgekehrt, „hinter verschlossenen Türen – wie sich das gehört – haben wir uns die Meinung gesagt“, berichtet der Trainer. Sein Team habe in der jüngsten Vergangenheit als Einheit nicht mehr gut verteidigt, das war mal das „Prunkstück“. Viel zu oft und meistens auch noch zu einem frühen Zeitpunkt ist die Mannschaft in Rückstand geraten. „Wir müssen mal wieder vorlegen und die Richtung bestimmen.“

Ein fröhliches „Weiter so“ kann es nicht geben. Fuat Kilic spricht davon, „neue Anreize zu setzen“, will heißen: Die Startelf wird verändert. Den Marschbefehl erhielt Daniel Hammel. „Ich bekomme jetzt eine Chance, und es liegt an mir, sie zu nutzen“, sagt der Mittelstürmer, der bislang nur gegen Sprockhövel und in Wiedenbrück sowie im Pokal in Wegberg beim Anpfiff auf dem Platz stand. „Er ist jetzt soweit fit, seine Trainingsleistungen werden immer besser“, erklärt Kilic, der zunächst den Gedanken hatte, Hammel gemeinsam mit Philipp Gödde aufzubieten. Daraus wird wohl nichts – Gödde war bis Donnerstag wegen eines Infekts außer Gefecht und musste Antibiotika schlucken. Wieder mindestens im Kader steht nach Verletzung dagegen Necirwan Khalil Mohammad; Joy-Lance Mickels soll für die Pokal-Partie übernächsten Mittwoch gegen Fortuna Köln wieder zur Verfügung stehen.

In der vergangenen Saison hat Daniel Hammel mit Eintracht Trier vor knapp 12.000 Zuschauern in Mannheim gespielt; die Partie am Samstag gegen die Mannschaft des ehemaligen Alemannia-U 21-Trainers Stefan Emmerling bedeutet auch für ihn persönlichen Rekord. „Aber um ehrlich zu sein: Die Kulisse merkt man nur beim Einlaufen. Auf dem Platz konzentriert man sich aufs Spiel.“

Für den 24-Jährigen lief es bislang am Tivoli mehr schlecht als recht. „Ich kam mit Fitnessproblemen hier an, hatte eine Verletzung, brachte meine Leistung nicht – und so eine Hinrunde ist dann schnell vorbei.“ Fuat Kilic habe viel mit ihm gesprochen, man war sich darüber einig, dass der Angreifer mit seiner Bilanz bis hierhin „nicht zufrieden sein kann und darf“. Nun soll auch Hammel seinen Beitrag leisten, wenn der Trainer von seiner Mannschaft fordert: „Ich möchte wieder mehr Feuer sehen.“

Kein Spiel wie jedes andere: „Die meisten von uns“, sagt Daniel Hammel, „werden nie wieder vor so einer Kulisse spielen.“

Mögliche Aufstellung: Nagel - Ernst, Propheter, Haitz, Winter - Fejzullahu, Staffeldt, Mohammad, Dowidat - Rüter, Hammel

Schiedsrichter: Benjamin Bläser (Niederzier-Oberzier)

Bilanz gegen 1. FC Köln II: 12 Spiele/6 Siege, 1 Remis, 5 Niederlagen (14:12 Tore).

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