Stau-Opfer holen nur einen Punkt in Verl

Von: Christoph Pauli
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Alemannia AZ
Brachte die Alemannia in Führung und gab sich nach der Partie in Verl selbstkritisch: Aachens Jerome Propheter. Foto: Jerome Gras

Verl. Zwischen dem Tivoli und der Sportclub Arena in Verl liegen etwa 237 Kilometer. Alemannias Spieler benötigten am Freitag für die Strecke stolze 303 Minuten, was wohl ein unfreiwilliger Rekord war. Sie kletterten erst um 18.33 Uhr genervt am Zielort aus ihrem Bus, 27 Minuten vor dem geplanten Anpfiff. Die Ursache lag auf der Straße.

Die A1 und die A2 konkurrierten wieder einmal, wer am Freitagnachmittag die längsten Staus produzieren kann. Schiedsrichter Marco Goldmann stimmte einem verspäteten Anpfiff schnell zu, denn auch er erreichte deutlich verspätet den Sportplatz in Verl.

Gespielt wurde dann doch, die Partie endete durchaus verdient 1:1. „In der zweiten Halbzeit war der Substanzverlust zu groß“, freundete sich Fuat Kilic mit dem Punkt noch an. Im Spiel machte sich die desolate Vorbereitung zunächst nicht bemerkbar. Die Gäste starteten hellwach. Der Trainer hatte erwartungsgemäß Tobias Mohr als einzigen Neuling in die Startformation berufen. Dafür saß Philipp Gödde auf der Bank, Roy Suzuki rückte ins Sturmzentrum.

Verl war nicht sonderlich am Ballbesitz interessiert. Die Aachener e gingen in Führung, weil die Mannschaft gerade Spaß daran hat, eine neue Qualität nach ruhenden Bällen zu entwickeln. Dowidats Eckball war schon abgewehrt, der ausgebildete Vorlagengeber durfte noch einmal flanken. Jerome Propheter stoppte den Ball mit der Brust und durfte ihn dann spektakulär per Fallrückzieher aus fünf Metern ins Tor schießen (16.). „So ein Treffer ist mir schon beim Morgentraining gelungen“, grinste der Torschütze später. Der Treffer verdiente den Kleinkunstpreis des Tages. Verl ist für Propheter ein gutes Pflaster, im Frühjahr erzielte er auch dort seinen einzigen Treffer der letzten Spielzeit.

Der Treffer klärte die Verhältnisse, bei den Gastgebern schlichen sich viele technische Fehler ein. Die Aachener bekamen viele Räume angeboten. Schon früh brach die Phase an, um das Ergebnis höher zu stellen.

Wieder flog eine Dowidat-Ecke herein, wieder setzte sich ein Innenverteidiger durch. Verls Geisler verhinderte auf der Torlinie das 0:2 nach dem Löhden-Kopfball (37.). Die Aachener Fans, die im Laufe der Zeit nach und nach eintrafen, sahen noch einen weiteren Alemannia-Treffer. Suzuki stand dabei nach Meinung der souveränen Spielleiter im Abseits (40.).

So blieb Verl noch in der Wertung. Und die Gastgeber hatten den besseren Start im zweiten Durchgang. Kapitän Julian Schmidt kam nach einem Eckball von Viktor Maier frei stehend aus elf Metern zum Schuss – es stand 1:1 nach 47 Minuten. Und damit wurde aus einer einseitigen Partie ein Schlagabtausch. Verl bekam Rückenwind, Maier zischte an Löhden vorbei, um aus acht Metern den Ball vor den Pfosten zu schießen (63.).

Der Mittelstürmer wollte das Spiel gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber entscheiden – mit unsauberen Mitteln. Theatralisch reklamierte er nach einem Zweikampf mit Löhden Elfmeter (74.). Die Aachener Seriensieger der letzten Wochen fanden nicht mehr zurück in die Spur. Sie wollten zu viel, verloren häufig die Geduld. „Wir haben uns teilweise den Schneid abkaufen lassen“, machte Kilic einen weiteren Aspekt aus. Am Ende hatten sich die Verler das Remis gegen die Stau-Opfer durchaus verdient. „Wir müssen uns an die eigene Nase packen“, resümierte Jerome Propheter. „Wir haben in der zweiten Halbzeit unsere klare Linie verloren.“

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