Starke Aachener beenden Duisburgs Erfolgsserie

Von: Klaus Schmidt
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MSV Duisburg - Alemannia Aachen
Der Duisburger Björn Schlicke (oben) und der Aachener Babacar Gueye kämpfen um den Ball. Foto: dpa

Duisburg. Im Schatzkästlein der Datenbanker war hinterlegt, dass sie es freitags nicht können - gewinnen. Fünf Mal musste Alemannia in dieser Saison zum Auftakt des Wochenendes ran, drei Remis und zwei Niederlagen waren die magere Ausbeute.

Und sie können es doch: Mit einem 2:0 beendete Aachen in Duisburg die Serie des MSV (sieben Mal ungeschlagen), „jetzt können wir entspannter Weihnachten feiern”, sagte Kevin Kratz nach dem versöhnlichen Jahresabschluss.

Spiele an der Wedau sind traditionell nicht die bevorzugten Duelle der Schwarz-Gelben. Der letzte von insgesamt nur drei Siegen lag mittlerweile fast 24 Jahre zurück, Andreas Brandts und Theo Gries hießen die Torschützen beim 2:1.

Ein paar Fußballer-Generationen später trugen die Helden die Namen Babacar Gueye und Thorsten Stuckmann: der eine als zweifacher Torschütze, der andere als Elfmeter-Killer. „Vor allem in der ersten Halbzeit eine fast makellose Leistung” bescheinigte Michael Krüger seinem Team. „Aber ein Grund, die Arme hochzureißen, ist das sicher nicht” nach einer holprigen Hinrunde.

Mit anderen Augen als bei seinem letzten Besuch eines Auswärtsspiels (0:0 in Düsseldorf) sah der zukünftige Geschäftsführer Sport, Erik Meijer, den Auftritt in der Tiefkühltruhe MSV-Arena. „Ich wollte mal sehen, was geht”, sagte der ehemalige Sturmführer. „Und es geht einiges.” Vor allem bei „Babs” Gueye: Die Frage, ob der teure Einkauf vom FC Metz denn nun ein besserer Stürmer als linker Mittelfeldspieler sei, beantwortete Meijer knapp und deutlich: „Ja.”

Der Bauch hatte Michael Krüger wieder mal eine unerwartete Aufstellung diktiert: Das 4-1-4-1 wurde reaktiviert, Manuel Junglas ebenso auf die Bank gesetzt wie Szilard Nemeth, der die ganze Woche in der ersten Elf trainiert hatte. Doch es gab keine Argumente, die einen Irrtum des Trainers aufgedeckt hätten. Alemannia arbeitete vom Anpfiff weg stark gegen den Ball, hielt Duisburg in kommodem Abstand von Torhüter Stuckmann, gewonnene Zweikämpfe, Spielanteile und Chancenverhältnis schlugen eindeutig zu Gunsten der Schwarz-Gelben aus. Unglaublich: Wie schon in Fürth und gegen Paderborn sorgte erneut ein Mann für das 1:0, den Krüger neu ins Team berufen hatte. Babacar Gueye (23.) verwirrte die MSV-Abwehr nach Ecke von Kevin Kratz, Bruno Soares gab dem Ball den entscheidenden Rest für den Weg über die Linie.

Eine halbe Stunde brauchten die „Zebras” bis zur ersten Möglichkeit durch Adler, eine der wenigen Nachlässigkeiten der Alemannia, die den Gegner weiter früh stellte. Kein Zweifel: Das war auswärts das Beste neben dem 1:0 in Augsburg, was Aachen bislang in dieser Saison gezeigt hat. Kleiner Makel: Der MSV hatte sich für das nächste Gegentor bereit gelegt, wurde aber nicht abgestraft. Der gesperrte Benny Auer zur Halbzeit: „Hier muss es zwei, drei zu null stehen.”

So hielt Duisburg - ohne den grippekranken Ex-Aachener Grlic - noch keine Ruhe im Karton. Und entdeckte die Möglichkeit, durch erhöhten Ballbesitz zurück ins Spiel zu finden. Dafür sorgte dann Timo Achenbach: Adler suchte den Kontakt, bekam ihn und den Elfmeter. Doch Stuckmann bügelte alles wieder aus und parierte gegen Tiffert (64.). „Das war die Schlüsselszene”, der Torhüter hatte sich für seine rechte Seite entschieden, weil er auf der anderen unter einer Hüftprellung litt...

So entschlossen wie der Keeper packten die Feldspieler nicht mehr zu. Konter wurden angedeutet, aber kaum zu Ende gespielt. Bis Alper Uludag kam: Das gerade eingewechselte Talent aus der NRW-Liga flankte auf Gueye, der Franko-Senegalese erhöhte zwölf Minuten vor Schluss auf 2:0. „Natürlich fühle ich mich auf dieser Position besser”, sieht Gueye sich als das, was er gelernt hat: als „striker”.
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