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Staffeldt & Co. wollen den Teufelskreis durchbrechen

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Wegweisendes Spiel? Timo Staffeldt will am Freitag mit seinen Kollegen in Mönchengladbach Taten sprechen lassen. Foto: sport/Horstmüller

Aachen. Dieser Donnerstag, der 28. Januar 2016, war ein guter Tag am Tivoli. Denn bei Alemannia Aachen passierte: nichts. Das sind gute Tage für den Verein, der von Turbulenzen seit Monaten begleitet wird wie die Fischerboote von den Möwen.

Wenn der DFB den unruhigsten Klub des abgelaufenen Jahres irgendwann ausrufen würde, wäre Alemannia ein Spitzenplatz durchaus sicher.

Die Mannschaft nimmt am Freitag (19.30 Uhr) den Spielbetrieb auf. Bei Borussia Mönchengladbachs U 23 geht es auch darum, noch einmal ein bisschen Phantasie für die Rückrunde zu entwickeln. Der Tabellensechste fordert den Tabellenführer heraus.

Bemerkenswerter Brief

Die Dinge haben sich entwickelt seit dem letzten Heimspiel vor sechs Wochen. Ein neuer Trainer ist an Bord gegangen, drei Spieler mussten das Schiff verlassen. Die Mannschaft ist ins Gerede gekommen. Sie hat sich in einem bemerkenswerten internen Brief kollektiv gegen Trainer, Co-Trainer und Manager ausgesprochen und dafür viele Gründe genannt. Und sie hat das Spielfeld nach dem letzten Heimspiel 2015 grußlos verlassen.

Danach sind die Profis abgetaucht. Intern gab es ein paar Vorschläge der Verantwortlichen, die Situation mit einer weiteren Erklärung zu entschärfen. Die Männer indes wollten nicht mehr Stellung beziehen zu den Vorgängen im geräuschvollen Dezember. Interview-Wünsche wurden abgelehnt.

Spurlos ist das Theater nicht an den Profis vorbeigezogen. „Ich habe schon den Eindruck, dass der eine oder andere einen Rucksack mit sich schleppt“, stellte der neue Trainer Fuat Kilic Anfang Januar fest. „Diesen Rucksack haben die Spieler mittlerweile abgelegt und wirken komplett befreit“, sagt Kilic nun.

Das Team wollte sich nicht mehr erklären. Timo Staffeldt ist der erste, der nun in den Rückspiegel schaut. Der Routinier wird nach dem Willen seines Trainer der neue Vize-Kapitän der Mannschaft. Staffeldt gilt als einer, der vorangeht.

„Die letzten Wochen waren eine schwierige Phase für den Verein und uns Spieler,“ resümiert er. Das Verhältnis zum Ex-Trainer war zerrüttet, die Fans empfingen die Kicker zuletzt sogar mit Pfiffen, weil der Eindruck herrschte, dass da ein paar meuternde Angestellte deutlich über das Ziel hinausgeschossen waren.

„Die Pfiffe haben wehgetan, und wir haben dann trotzig reagiert“, sagt Staffeldt. Der 31-Jährige war nicht unmittelbar beteiligt, weil er damals schon verletzt ausgeschieden war, aber glücklich ist er mit der spontanen Entscheidung wie auch viele Mitspieler nicht.

Die Mannschaft wolle sich nicht erklären, weil das nach Rechtfertigung klingen würde, sagt Staffeldt. „Interne Vorgänge sollten intern bleiben“, findet er. Die Schwierigkeiten mit dem Ex-Trainer will niemand mehr thematisieren.

Die Mannschaft wolle lieber die „Reset-Taste“ drücken, sagt Staffeldt. „Alles auf Anfang. Wir wollen weniger reden, sondern mehr Taten zeigen.“ Die gelungene Vorbereitung ist bislang ein zarter Anfang gewesen, damit Gras über die Vorfälle wächst.

Konzentration aufs Sportliche

Staffeldt hat drei Arbeitskollegen verloren, die nach den Querelen im Dezember verbannt wurden. Er kenne nicht die Beweggründe des Klubs, sagt er, und will den Vorgang nicht kommentieren. „Egal ob Verein, Fans oder Mannschaft, letztendlich haben wir doch alle die gleichen Ziele. Deshalb tun wir Spieler gut dran, wenn wir uns auf das Sportliche konzentrieren.“ Auch er wurde im letzten Jahr bei Viktoria Köln aussortiert, ohne dass er Gründe mitgeteilt bekam.

Im Sommer ist er nach Aachen gekommen. „Ich hatte schnell den Eindruck, dass bei diesem Verein viel los ist.“ Vermutlich ist zu viel los bei diesem Verein. Unruhe übertrage sich immer auf die Mannschaft. Die eigene Qualität lässt sich selten konstant abrufen in so einem Umfeld.

Das Team hat vor dem nächsten Neustart eine andere Idee. „Vielleicht gelingt es uns, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, wenn wir mit guter Leistung dafür sorgen, dass Ruhe am Tivoli einkehrt.“

Voraussichtliche Aufstellung: Kleinheider - Ernst, Propheter, Demai, Vrzogic - Staffeldt, Kühnel - Zieba, Dowidat, Graudenz - Engelbrecht

Schiedsrichter: Andreas Steffens (Mechernich)

Bilanz gegen Mönchengladbach II: 5 Spiele/1 Sieg, 2 Remis, 2 Niederlagen (4:9 Tore)

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