Aachen - Staatsanwalt stellt die Ermittlungen gegen Klitzpera ein

Staatsanwalt stellt die Ermittlungen gegen Klitzpera ein

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Die Ermittlungen gegen ihn wurden wegen geringer Schuld eingestellt: Alexander Klitzpera. Foto: imago/Huebner

Aachen. Für Alexander Klitzpera ist es ein juristischer Erfolg, für Alemannia eher eine Blamage. Die Staatsanwaltschaft Aachen hat die Ermittlungen gegen den ehemaligen Sportdirektor wegen geringer Schuld eingestellt, ein strafrechtliches Verhalten sei nicht festgestellt worden, sagt Behördensprecherin Katja Schlenkermann-Pitts.

Alemannia hatte Klitzpera im Frühjahr 2016 erst beurlaubt, dann später fristlos gekündigt und angezeigt. Der Grund: direkt nach der Beurlaubung war Klitzpera damals in sein Büro am Tivoli gefahren, um sein E-Mail-Konto zu löschen. Das hätte er nicht gedurft, argumentiert sein Ex-Arbeitgeber, weil er nicht nur private, sondern auch dienstliche Daten vernichtet worden seien. Wegen Verstoßes gegen Paragraf 303a (Datenveränderung) des Strafgesetzbuches hatte Alemannia den ehemals wichtigsten Mitarbeiter angezeigt. Klitzpera habe widerrechtlich bedeutende Informationen für den Verein gelöscht, so war Alemannias Argumentation.

Parallel dazu hatte Klitzpera vor dem Arbeitsgericht eine knapp sechsstellige Summe für Abfindung und Gehälterausgleich von seinem ehemaligen Arbeitgeber gefordert. Vergleichsverhandlungen waren gescheitert, mehrfach wurden Termine beim Landgericht, wo das Verfahren gelandet ist, verschoben. Inzwischen ist der Rechtsstreit insolvenzbedingt ausgesetzt. Beruflich ist der 39-Jährige schnell als Chefscout bei Darmstadt 98 untergekommen. Der Jobwechsel im Januar hatte bei Alemannia Irritationen ausgelöst. „Folgt man seinem Anwalt, besteht hier immer noch ein Arbeitsverhältnis zu Alemannia, da die Kündigung angeblich unwirksam sei“, hatte sich Alemannias damaliger Geschäftsführer Timo Skrzypski gewundert.

Juristisch hat sich Klitzperas Ausgangslage durch die eingestellten Ermittlungen sicher verbessert, auf große finanzielle Zuwendungen kann er aber nicht setzen. Zum einen hat er einen neuen Arbeitgeber und wird kaum an einer Wiedereinstellung am Tivoli interessiert sein. Seine finanzielle Forderung - sofern er sie aufrechterhält - richtet sich vermutlich gegen die Insolvenzmasse. Und Gläubiger im Insolvenzverfahren werden in der Regel eher im unteren Prozentbereich befriedigt. Insolvenzverwalter Christoph Niering bestätigte am Montag, dass man sich derzeit bemühe, einvernehmlich den Arbeitsvertrag aufzuheben. Niering sagt, er möchte gerne die Baustellen der Vergangenheit schließen, bevor er vom Hof geht. Klitzpera selbst war am Montag nicht zu sprechen.

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