„Spielerisch war das einfach nur Mist”

Von: Roman Sobierajski
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So seh´n Verlierer aus: Marco Höger hat die Nase Foto: gettyimages

Berlin. „Schön, dass so viele Fans die Mannschaft mit der weitesten Anreise in der Liga begleitet haben”, begrüßte der Stadionsprecher von Union Berlin das Häuflein der Alemannia-Anhänger vor dem Anpfiff zum Rückrunden-Auftakt in der Alten Försterei.

Viel Grund zur Freude hatten die 200 mitgereisten Schwarz-Gelben allerdings nicht: Alemannia vertraute auf dem tief durchgeweichten Acker, der als Spielfeld diente, allein auf ihr technisches und spielerisches Potenzial, die Hausherren setzten Kampf und Leidenschaft dagegen - das eindeutig bessere und erfolgversprechendere Rezept.

Der Hauptstadt-Klub siegte hochverdient mit 2:1, der angestrebte gute Start der Alemannia wurde zum Rohrkrepierer. „Spielerisch war das einfach nur Mist, von der Einstellung her war das Mist. Und dann kommt auch Mist dabei heraus”, fasste Marco Höger die Vorstellung griffig zusammen.

Dabei hätte der Union-Sieg deutlich höher ausfallen können. Bereits in der vierten Minute forderten die 12.347 Zuschauer vehement Foulelfmeter: John Jairo Mosquera war im Strafraum im Zweikampf mit Kevin Kratz zu Boden gegangen, die gut postierte Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus signalisierte jedoch weiterspielen. Die erste richtige Chance gehörte dann der Alemannia, doch Benny Auer verpasste knapp die Flanke von Zoltan Stieber (6.).

Dass Torhüter David Hohs im direkten Gegenzug nur knapp vor Halil Savran klären konnte, mussten die Berliner als Signal für einen offenen Schlagabtausch verstanden haben. Dem Kopfball an die Latte durch Mosquera (7.) folgte ein abgeblockter Schuss von Auer, den knapp verzogenen Abschluss von Manuel Junglas konterten die Unioner - mit einem Tor: Paul Thomik konnte sich, staunend von der halben Aachener Abwehr beobachtet, an der Strafraumgrenze sogar noch den Ball auf den starken linken Fuß legen, bevor er Hohs mit einem überlegten Schuss zum 0:1 überwand (21.). Nur drei Minuten später hätte Mosquera das Ergebnis bereits deutlicher gestalten können, doch Junglas rettete für den bereits geschlagenen Hohs auf der Linie.

Und die Reaktion der Alemannia? Blieb aus. Stattdessen kam Berlin bis zum Halbzeitpfiff noch zu einer Reihe guter Chancen durch Christian Stuff (29.) und zweimal Dominic Peitz. „Die spielen mit einfachen Mitteln lang auf die Spitzen, die in die Lücke verlängern”, fasste Timo Achenbach das Spielkonzept des Gegners zusammen, der auch im zweiten Durchgang damit Erfolg hatte.

Hohs musste erneut gegen Mosquera retten (47.), eine Minute später köpfte Peitz unbedrängt am Tor vorbei, was ihm in der 59. Minute Parensen nachmachte. Der zweite Berliner Treffer war nur eine Frage der Zeit: Ein Zuspiel von Thomik landete bei Mosquera, der sofort abzog. Den Schuss fälschte Thomas Stehle ab (63.). „Vielleicht hätten wir mehr im Matsch trainieren sollen, statt auf guten Plätzen”, ärgerte sich Benny Auer. „Wir waren 90 Minuten lang die schlechtere Mannschaft.”

Der Aachener Anschlusstreffer fiel dann doch, durch einen Foulelfmeter (Daniel Göhlert an Auer) von Höger. Die Chance, zum Ausgleich zu kommen, war jedoch überschaubar: Schiedsrichterin Steinhaus pfiff direkt nach Wiederanpfiff das Ende der Nachspielzeit ab. „In der Nähe des Balles waren wir einfach schlecht, Berlin war immer den entscheidenden Passschritt schneller. Über die Niederlage können wir uns sicher nicht beschweren”, befand auch Peter Hyballa. „Jetzt steht uns eine schöne Rückreise bevor.”

Die Rückfahrt im Bus sparte sich Aachens Trainer jedoch: Der 35-Jährige blieb in Berlin, um heute Pokalgegner Bayern München in Wolfsburg zu scouten.
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