Spielerisch ein Schmaus, vor dem Tor Hungerkur

Von: Roman Sobierajski
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Alemannia Aachen - Fortuna Düsseldorf
Aachens Tobias Feisthammel (links). Aimen Demai und Düsseldorfs Andreas Lambertz versuchen an den Ball zu kommen. Foto: dpa

Aachen. Es hätte der Abend der vielen Geburtstagskerzen werden können: Der angeschlagene Nico Herzig feierte seinen 27. Geburtstag auf der Tribüne, Aimen Demai seinen 28. auf der Position des rechten Verteidigers - und die Alemannia sechs Tage zu früh vor dem Anpfiff ihr 110-Jähriges mit einer mitreißenden Ansprache des Ehrenpräsidenten Leo Führen vor der Stehtribüne.

Nur das Ergebnis wollte keinen Grund zum Feiern geben: Zwar kassierte die Alemannia erstmals seit acht Spielen keinen Gegentreffer, doch da auch das Düsseldorfer Tor verschont blieb, holte die Mannschaft von Norbert Meier ihr erstes Remis in der Saison.

Vor allem im ersten Durchgang erlebten die 20.071 Zuschauer ein Spiel fast nur auf ein Tor. Doch leider ließen die Aachener Angriffe zwei Dinge vermissen: Präzision und Fortune. Die beste Torchance vereitelte der gut aufgelegte Düsseldorfer Torwart Michael Melka: Eine Ecke von Marco Höger landete auf der Stirn von Torjäger Benny Auer, dessen Kopfball fischte Melka mit einer Blitzreaktion von der Linie (34.).

Zuvor hatten schon Thomas Stehle per Kopf (5.), Tolgay Arslan mit einem Schuss von der Strafraum-Linie (7.) und Zoltan Stieber nach einem gut getimten Höger-Pass für Feuerwerk im Gäste-Strafraum gesorgt. Nur der Ball wollte sich der allgemeinen Feierstimmung nicht anpassen und ging nicht über die Linie. Einzig nennenswerte Aktion der auf Konterchancen lauernden Gäste: Ein Drehschuss von Thomas Bröker, den Alemannias Torwart David Hohs entschärfte (32.).

Nach dem Seitenwechsel waren es dann die Fortuna-Spieler, die zunächst minutenlang den Aachener Strafraum belagerten. Kapitän Andreas Lambertz sorgte mit einem fulminanten Schuss aus 30 Metern, den Hohs aus dem Winkel kratzte (56.), für Aufsehen.

Das tat auch Schiedsrichter Christian Dingert: Während der Unparteiische im ersten Durchgang einem von den Alemannia-Spielern vehement geforderten Handelfmeter die Anerkennung verweigerte, hätte Dingert in der 58. Minute nach einem Foul an Auer im Strafraum auf den Punkt zeigen müssen, wie auch der Schiedsrichterbeobachter erklärte - nur der Pfiff blieb aus. „Das war ein klarer Elfer”, ärgerte sich nach dem Spiel Benny Auer, der von Melka geklammert worden war. „Der Schiedsrichter hatte gute Sicht, ich denke, dass er nicht den besten Tag erwischt hat.”

„Endaktionen fehlen”

Doch auch die Gäste konnten aus dem Aachener Unvermögen vor dem Tor kein Kapital schlagen: Sascha Röslers Schuss wurde von der Abwehr geblockt, den Nachschuss von Patrick Zoundi lenkte Timo Achenbach per Kopf über die Latte, aus der Ecke resultierte ein Trudelball, den Tolgay Arslan am zweiten Pfosten von der Linie holte.

„Wir haben vor allem im ersten Durchgang guten Zirkulationsfußball gespielt, vom Spielerischen her war das heute ein Augenschmaus”, fasste Trainer Peter Hyballa das Positive zusammen, um dann den Finger in die Wunde zu legen: „Die Endaktionen fehlen, es sind die Tore, die zählen”, meinte der 35-Jährige, der kurzfristig Tobias Feisthammel für Thomas Zdebel auf die „Sechser”-Position beordern musste, weil der 37-Jährige das Morgentraining mit Muskelbeschwerden abbrechen musste.

So saßen neben Babacar Gueye nur Spieler aus der Zweiten Mannschaft auf der Bank, „und mir fehlt noch das Vertrauen, die dann ins Spiel zu werfen”, bewertete Hyballa die nicht vorhandenen Möglichkeiten, durch einen Wechsel noch für frischen Wind zu sorgen.
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