Simon Rolfes: Sein „unvergessliches Spiel” im Alemannia-Trikot

Von: Benjamin Jansen
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Simon Rolfes im Duell mit Cristiano Ronaldo bei der Europameisterschaft 2008. Foto: ddp

Aachen. Auf seiner Homepage hat Simon Rolfes drei Höhepunkte festgehalten: den ersten Einsatz in der Nationalmannschaft, seinen Premierentreffer in der Bundesliga und „ein unvergessliches Spiel” - im Trikot von Alemannia Aachen. Der dritte Teil unserer Online-Serie mit ehemaligen Alemannia-Spielern aus der Bundesliga.

Uefa-Cup, Saison 2004/05. Ein Zweitligist betritt die europäische Fußballbühne. Ohne Angst, ohne Respekt. Mit dabei: Ein unbekümmerter 22-Jähriger, der beim Qualifikationsspiel in Hafnarfjördur seine ersten internationalen Gehversuche macht. Gruppengegner Nummer 1: der OSC Lille. „Vielleicht mein bestes Spiel im Trikot der Alemannia, aber auf jeden Fall das emotionalste”, erinnert sich Rolfes. „Für mich war dieses Spiel so aufwühlend, weil ich mir selbst bestätigt habe, dass ich auf dem Niveau einer französischen Spitzenmannschaft mitspielen kann.”

Er konnte. Und wie. Rolfes lieferte ein überragendes Spiel ab, die Alemannia gewann 1:0 und ebnete den Weg zur Sensation, die im Athener Olympiastadion (2:0) perfekt gemacht wurde: Als erster Zweitligist überstand Aachen die Gruppenphase eines internationalen Wettbewerbs.

„Der Glaube an mich selbst war wieder da, der mir in Bremen bei den Profis abhanden gekommen war”, erkannte der ehemalige Werder-Profi. Zuvor hatte er mit den 400-Meter-Läufern Lars Figura und Jens Dautzenberg Sonderschichten am Tivoli eingelegt, um an seiner körperlichen Härte zu arbeiten - und das sollte sich bezahlt machen. Denn die Europapokalspiele mit der Alemannia waren nur die ersten von vielen internationalen Auftritten in der Karriere des Simon Rolfes.

Interesse geweckt

Nach einer starken Saison in der Zweiten Liga klopften mehrere Bundesligisten bei Rolfes´ Berater an. Das Rennen um den begehrten defensiven Mittelfeldspieler machte Bayer Leverkusen. Mit Tränen in den Augen und vielen schönen Erinnerungen verabschiedete sich der damals 22-Jährige vom Tivoli. „Ich verfolge die Alemannia immer noch. Wenn ich zurückblicke, war das Jahr hier sicher mit das wichtigste in meiner Entwicklung”, urteilte Rolfes. In Leverkusen gelang ihm schließlich der Durchbruch: Er erarbeitete sich einen Stammplatz, diktierte das Spiel aus dem Mittelfeld heraus und erzielte gleich in seiner ersten Saison sieben Treffer.

Das Potenzial des Bayer-Strategen blieb auch Joachim Löw nicht verborgen: Vor drei Jahren debütierte Rolfes in der Nationalelf: „Ein wunderschönes Gefühl für die A-Nationalmannschaft aufzulaufen und die Erfüllung meines Kindheitstraumes.” Der Traum sollte weiter gehen. Denn es folgten 20 Auftritte im Nationaltrikot, da Rolfes im Verein und in der DFB-Elf zum Führungsspieler reifte. Die Belohnung: Leverkusens damaliger Trainer Bruno Labbadia beförderte ihn zum Kapitän, Joachim Löw nahm ihn mit zur Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz.

Traum von Südafrika

Deutschland wurde Vize-Europameister und Rolfes träumte schon von der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Ein Knorpelschaden im rechten Knie zu Beginn des Jahres ließ seinen WM-Traum jedoch platzen, der Kämpfer Rolfes musste sich schweren Herzens einer Knie-Operation unterziehen.

Mittlerweile steht der Blondschopf wieder voll im Saft. Bayer-Coach Jupp Heynckes will seinen Leader aber behutsam aufbauen, Rolfes verpasste die ersten beiden Spieltage. Doch schon am Wochenende könnte er auf den Platz zurückkehren und erstmals an der Seite von Michael Ballack spielen. Für einen Kurzeinsatz dürfte es allemal reichen.

Sein Herz schlägt aber nicht nur für Bayer. Auch die Alemannia und die Region - die Familie Rolfes wohnt in Eschweiler - stehen hoch im Kurs. Deshalb ließ er es sich auch nicht nehmen, sich vom alten Tivoli gebührend zu verabschieden: Die Uefa-Cup Helden Willi Landgraf, Erik Meijer, Stefan Blank und Rolfes traten gegen die Alemannia-Legenden Jo Montanes, Stephan Lämmermann, Karlheinz Pflipsen und Günter Delzepich beim „Duell der Generationen” zum Elfmeterschießen an.

Flutlicht an

Rolfes verwandelte seinen Strafstoß souverän und ließ die Erinnerungen an seine Aachener Zeit noch einmal Revue passieren: „Flutlicht an und dann am besten noch Regen - da haben wir einige Gegner nach Hause geschickt!” Und nebenbei noch ein paar Höhepunkte für die Homepage gesammelt.

Steckbrief (Quelle: http://www.transfermarkt.de )

Geburtsdatum: 21.01.1982
Geburtsort: Ibbenbüren
Alter: 28
Größe: 1,91
Nationalität: Deutsch
Position: Mittelfeld
Debüt 1. Bundesliga: 07.08.2005 für Bayer Leverkusen

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