Düsseldorf - Sieben Torschüsse, acht Flanken

Sieben Torschüsse, acht Flanken

Von: Roman Sobierajski
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Viel Kleinarbeit in den nächsten Wochen: Aachens Trainer Michael Krüger (links) und sein Co-Trainer Willi Kronhardt. Foto: Andreas Steindl

Düsseldorf. Der vielleicht entscheidende Pfiff für das erste Auftreten der Aachener Alemannia bei Fortuna Düsseldorf seit 16 Jahren war da - aber er kam aus dem Publikum. „Verdammte Trillerpfeife”, haderte nach dem Schlusspfiff Düsseldorfs Trainer Norbert Meier mit der unfairen Aktion.

Der aussichtsreich freistehende Oliver Finke nahm irritiert den Ball in die Hand statt den Angriff für die Hausherren zu Ende zu führen.

So blieb der vierte Auswärtsauftritt der Mannschaft von Trainer Michael Krüger erneut eine Vorstellung mit vielen Fragezeichen - und unterschiedlichen Sichten auf das 90-minütige Geschehen. „Das war ein rassiges Derby, in dem es an Torchancen nicht gemangelt hat”, befand Aachens Schlussmann Thorsten Stuckmann mit dem gesamten Spiel vor sich, „das Taktiktraining hat sich ausgezahlt, wir haben zum dritten Mal hintereinander in der Liga zu Null gespielt”, klammerte der 28-Jährige die sechs Gegentreffer im Pokal aus.

Auf Höhe der Mittellinie war Aachens neuer Trainer am Ende zwar zufrieden mit dem gewonnenen Auswärtspunkt, fügte aber dennoch einige Kritikpunkte ein: „Wir hatten das Ziel, hier zu gewinnen, haben uns aber viele leichtfertige Ballverluste geleistet. Dann hatten beide Teams die Gelegenheit, dem Gegner den Todesstoß zu verpassen, so dass das Remis in Ordnung geht.”

In noch kürzerer Distanz zum gegnerischen Strafraum reduzierte sich die Zahl der erspielten oder erkämpften Torchancen aus der (Nah-)Sicht des offensiven Mittelfeldspielers Florian Müller weiter: „Bis zum Strafraum lief es ganz gut, doch dann ging es nicht mehr weiter. Es war ein schwieriges Spiel, mit wenigen Tormöglichkeiten. Hoffentlich läuft es gegen Cottbus besser.”

Eine Sicht auf die Dinge, die auch durch die Spielstatistik gestützt wird: Lediglich sieben Torschüsse, acht Flanken und eine Ecke (Mitte der zweiten Halbzeit) kennzeichnen den Alemannia-Auftritt in nackten Zahlen. Vielleicht sorgte auch die Rückbesinnung auf das alte Spielsystem für fehlenden Biss: Hervé Oussalé rückte in die Startformation, um frühzeitig den gegnerischen Spielaufbau zu stören, gleichzeitig litt aber das eigene Spiel in die Spitzen, da Kevin Kratz als Anspielstation zunächst geopfert und der Cristian Fiel abschirmende Jugend-Riegel (Junglas, Müller, Kratz) gesprengt wurde.

„Das Grundgerüst stimmt”, kennzeichnet Krüger den Ist-Zustand der Mannschaft, die er vor einer Woche federführend übernommen hat. „Aber an vielen Kleinigkeiten müssen wir konzentriert arbeiten.” Zwei bis drei komplette Einheiten zum Thema Offensivverhalten hat der 55-Jährige zunächst veranschlagt - ein Auffrischungskurs, der erst nach dem Freitagsspiel gegen Cottbus angegangen werden kann.
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