Schubert, Scherr und das „Schattenspringen“

Von: Klaus Schmidt
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Er macht‘s! Peter Schubert wird neuer Trainer der Alemannia-Ersten. Foto: Martin Ratajczak
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Reiner Plaßhenrich

Aachen. Als Uwe Scherr anrief, da wollte der Manager erst mal was wissen „über einen Spieler, den ich schon trainiert habe“. Als dann die Anregung kam, Reiner Plaßhenrich solle doch mal überlegen, ob er sich den Co-Trainer-Posten vorstellen könne, neben einem Chefcoach, mit dem er gut auskommen und zu dem er gut passen würde, da fiel Alemannia Aachens ehemaligem Kapitän zwar nicht der Hörer aus der Hand.

Doch im Leben nicht hätte der 36-Jährige damit gerechnet, noch irgendeine Rolle zu spielen in dieser abenteuerlichen Suche des Sportdirektors nach einem neuen Trainergespann. Am Montagabend dann die Nachricht: Peter Schubert, bislang für die U 23 verantwortlich, und an seiner Seite Plaßhenrich (U19) haben für die nächsten zwei Jahre zugesagt. Dieses Duo hatte Scherr vor gut drei Wochen kategorisch als Nachfolge-Lösung für René van Eck und seinen Stab ausgeschlossen. „Es hat sich kein Vertrauensverhältnis aufgebaut.“ Die Zusammenarbeit habe sich „nicht so entwickelt, wie ich das erwünscht und erwartet hatte“.

Nun der Salto rückwärts, und der zuvor abgelehnte Schubert sagt: „Es stimmt“, über Wochen und Monate habe es keinen Kontakt zu Scherr gegeben. „Aber vielleicht muss man mal über seinen Schatten springen und sagen: Okay, es lief nicht gut. Aber wir wollen jetzt unseren Teil dazu beitragen, dass es wieder läuft.“ Mit regelmäßiger Kommunikation könne man „viele Dinge schon im Vorfeld aus der Welt schaffen“.

Woher er seine Zuversicht nimmt, dass es in Zukunft nun diametral anders laufen werde als in der belasteten Vergangenheit? „Das kann ich auch nicht vorhersehen“, ob es sich nur um Lippenbekenntnisse handelt. „Aber letztendlich arbeiten wir alle an der gleichen Sache. Es geht darum, Alemannia wieder nach vorne zu bringen und persönliche Eitelkeiten hinten anzustellen.“ Vor allem im Verbund mit Reiner Plaßhenrich „ist sehr viel zu bewegen“.

Die beiden Nachwuchstrainer haben in der letzten Saison einen regen Meinungsaustausch gepflegt und ständig darüber gesprochen, welche Spieler aus der U19 für die U23 in Frage kommen. Nach den unerwarteten Avancen von Uwe Scherr bat Peter Schubert, der beim VfB Lübeck Regionalliga-Erfahrung unter Insolvenzbedingungen sammelte, um Bedenkzeit. „Es muss passen, die Rahmenbedingungen müssen stimmen.“ Die Aufgabe bei Alemannia nach dem Abstieg in die Viertklassigkeit „ist sehr sehr reizvoll. Das Potenzial ist riesig, man muss es nur wecken und wieder Euphorie schüren.“

Schubert, 46, dessen Vertrag für die „Zweite“ an die Liga-Zugehörigkeit der „Ersten“ gekoppelt war und deshalb am 30. Juni endet, hätte wohl schon unmittelbar nach seinem zweistündigen Gespräch mit dem Manager zugesagt. Wenn es da nicht die eine entscheidende Frage gegeben hätte: „Wie kriegen wir das Binnenverhältnis wieder hin?“ Der Optimismus bei Schubert und Plaßhenrich trotz der Vorgeschichte gab dann den Ausschlag.

Uwe Scherr, durch die Absage von Wunschkandidat Uwe Koschinat (Fortuna Köln) in höchste Zeitnot geraten, spricht nach seinem grundlegenden Sinneswandel nun von der „besten Lösung für den Verein. Peter Schubert hat erfolgreich mit der U 23 gearbeitet, Reiner Plaßhenrich kennt hier jeden Stein auf dem Gelände und jeden Spieler aus dem Verein.“ Die Äußerungen zum fehlenden Vertrauensverhältnis bedauert Scherr. Das sei ein Fehler gewesen, dafür habe er sich entschuldigt. Schubert und Plaßhenrich, „das ist eine sinnvolle Entscheidung“.

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